Stabæk IF - Vereinsinfo

Stabæk IF:

Das ist der kleine, sympathische Vorortklub aus Norwegen mit dem ganz besonderen Charme. Der Ortsteil Stabæk (bzw. eigentlich Stabekk, Stabæk ist eine Art archaische Schreibweise des Ortsnamens) gehört zur Gemeinde Bærum (mit ca. 100.000 Einwohnern). Stabekk selbst hat nur etwa 6.000 Einwohner. Die Gemeinde Bærum grenzt im Osten direkt an die Hauptstadt Oslo und ist die fünftgrößte Stadt Norwegens. Erst im Jahr 1995 stieg der Klub Stabæk IF erstmals in die 1. Liga Norwegens (»Tippeligaen«) auf und hielt sich dort immerhin 10 Jahre in Folge. Ausgerechnet in der 10. Erstligasaison im Jahr 2004, also der Jubiläumssaison, musste man wieder absteigen. Im Jahr 2005 gelang aber der sofortige und direkte Wiederaufstieg. Auch 2013 gelang nach dem Abstieg 2012 erneut der direkte Wiederaufstieg, so dass Stabæk seit 2014 wieder in der norwegische Eliteklasse spielen darf.

1998 gewann der Klub erstmals einen Titel: Im Nationalstadion in Oslo besiegte man Rekordmeister Rosenborg Trondheim und wurde Norwegischer Pokalsieger. 2008 gelang der bisher größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Stabæk wurde erstmals Norwegischer Fußballmeister und durfte in der darauffolgenden Saison 2009/2010 erstmals an der Qualifikation zur Champions League teilnehmen, wo man in der Qualifikation nur knapp am FC Kopenhagen scheiterte und so die Gruppenphase nur ganz knapp verpasste.

Wie alle Klubs in Norwegen hat Stabæk eigentlich nur einen Fanclub, »Stabæk Support«, d.h. eine Art Supporter-Dachverband, wo alle Fangruppen und einzelnen Fans organisiert sind. Als Logo hat man zwei Dollarzeichen ($$) ausgewählt. Die Gemeinde Bærum ist eine vermögende Wohngegend, etwas außerhalb der norwegischen Hauptstadt Oslo gelegen, die die teuerste Hauptstadt Europas ist. Da Norwegen in den letzten Jahren sieben Mal (2001 bis 2006 sowie 2009;
2007 und 2008 lag man auf Platz 2 hinter Island) von der UNO im sog. "Human Development Report" zum Land mit dem höchsten Lebensstandard der Welt gekürt wurde, kann man sich wohl denken, wie es zur Auswahl dieses Logos kam.

Von März 2009 bis November 2011 trug Stabæk seine Heimspiele in der neuen »Telenor Arena« (siehe Bild) aus (seit März 2012 spielt der Klub wieder im Nadderud Stadion). In dem Ortsteil »Fornebu«, auf dem Gelände des ehemaligen Hauptflughafens von Oslo (der jetzt nach Gardermoen, nördlich von Oslo, umgezogen ist) hatte man extra für Stabæk eine moderne Arena für 15.000 Zuschauer (bei Fußballspielen) gebaut, die auch für Konzerte und sonstige Veranstaltungen genutzt werden kann. Vor dem Bau hatte es lange Probleme zwischen Stabæk und der Wohnungsbaugesellschaft »Fornebu Boligspar« (die dort neue Wohnungen errichtet) um den genauen Standort der Arena gegeben. Schließlich einigte man sich im Oktober 2004 dann doch, und seitdem trat »Fornebu Boligspar« bis 2011 sogar als Trikotsponsor von Stabæk auf. Die Telenor Arena erreicht man von der City in Oslo sehr einfach. Die Fahrtzeit vom Nationaltheater in der Osloer Innenstadt bis zur Haltestelle "Fornebuparken" beträgt ziemlich genau 20 Minuten.

 

Von der Innenstadt in Oslo ist man in ca. 20-30 Minuten mit Bus oder Bahn in »Bekkestua«, dem Ortsteil von Bærum, in dem die ehemalige und auch wieder aktuelle Heimat des Klubs (seit März 2012), das »Nadderud Stadion« steht, in dem seit der Saison 2009 auch die Heimspiele des Damenteams, das ebenfalls in der erstklassig spielt (und 2010 erstmals Norwegischer Meister wurde) ausgetragen werden. Das Nadderud Stadion ist ein Stadion mit Leichtathletik-Bahnen, das aus drei Tribünen besteht. Auf der einen Längsseite befindet sich die Haupttribüne mit ca. 4.700 Sitzplätzen, auf der anderen Längsseite gibt es eine kleine Tribüne mit Sitzplätzen und ein paar Hundert Stehplätzen für »Stabæk Support«. Dazu gibt es noch eine Hintertorkurve mit Stehplätzen für die Gästefans. Für internationale Spiele war das Stadion lange Zeit nicht geeignet, u.a. weil es über keine Flutlichtanlage verfügte. Deswegen musste Stabæk bei Europacup-Heimspielen meistens ins Nationalstadion (Ullevaal Stadion) nach Oslo umziehen. 2008 wurde das Nadderud Stadion aber doch noch europapokal-tauglich gemacht, so dass Stabæk dort im Sommer 2008 noch gegen Stade Rennes in der UEFA-Cup-Qualifikation antreten durfte.

 

Für die Qualifikationspiele zur Europa League 2016/2017 bekam das »Nadderud Stadion« aber erneut keine Zulassung von der UEFA, so dass man für die internationalen Heimspiele nach Fredrikstad ins 100 km von Bærum entfernte "Fredrikstad Stadion" ausweichen musste. Das führte unter anderem dazu, dass man bei Stabæk wieder darüber diskutiert, ein neues Stadion zu bauen. Es geht um einen Umbau an gleicher Stelle oder einen Neubau an anderer Stelle. Bereits Ende 2014 hatte es erste Überlegungen für ein neues, 8.000 Zuschauer fassendes, reines Fußballstadion an gleicher Stelle gegeben, weil das alte Nadderud Stadion nicht mehr zeitgemäß ist und die Ligakonkurrenten sich wirtschaftlich gesehen immer mehr entfernen. So sind die Geschäftsstelle und die Büros der Mitarbeiter derzeit in Containern neben der Haupttribüne untergebracht.

Der Fanshop von Stabæk und die Vereinskneipe »Onkel Blaa« befinden sich direkt am Busbahnhof in Bekkestua, den man ebenfalls sehr leicht von der Innenstadt in Oslo aus erreicht. Man kommt man dorthin mit der U-Bahn-Linie 6 (Richtung Bekkestua, Fahrtzeit ca. 20 Minuten) und fährt bis zur Endstation »Bekkestua«, oder mit dem Bus Nr. 143 (Richtung Bærums Verk, Fahrtzeit ca. 30 Minuten), ebenfalls bis zur Haltestelle »Bekkestua«.

Die größten Lokalrivalen für Stabæk dürften zum Einen die beiden Hauptstadtklubs Vålerenga Oslo und Lyn Oslo sein. Während Vålerenga seine Heimspiele im Nationalstadion in Oslo austrägt und über die größte Fanbasis in der Hauptstadtregion verfügt, spielt der FC Lyn wegen finanzieller Probleme nur noch unterklassig (nach Insolvenz gab es 2010 einen Neuanfang in der 7.Liga), aber verfügt immer noch über großen Anhang in der norwegischen Hauptstadt. Zum Anderen ist auch Lillestrøm SK (ca. 20 km nordöstlich von Oslo), das seine Heimspiele im schicken, reinen Fußballstadion Åråsen austrägt, wegen der Nähe ein Lokalkonkurrent. Auf Grund der Tatsache, dass man in den vergangenen Jahren sehr oft als Konkurrent im Auf- oder Abstiegskampf oder um einen Platz im Europapokal aufeinander getroffen ist, ist auch Str
ømsgodset IF aus Drammen zum Rivalen geworden. Von Stadion zu Stadion sind es auch gerade einmal 37 km.

Im Jahr 2005 gab es dabei den sog. »Brotkrieg«, der die Gemüter in Bærum und Oslo erhitzte. Der Hauptstadtklub Vålerenga versuchte in verschiedenen Geschäften, u.a. auch in Bærum, »Vålerenga-Brot« zu verkaufen, der Gewinn sollte an deren Jugendabteilung gehen. Dagegen regte sich aber Widerstand in Bærum, und so konnten Stabæk-Fans durch heftige Proteste erreichen, dass die Geschäfte in Bærum das Brot wieder aus ihrem Sortiment nehmen mussten. Gleiches geschah übrigens in Lillestrøm.

Ein kleiner Überblick über die letzten Jahre:

1990-1994: Es begann der Aufstieg des kleinen Vorortklubs zum norwegischen Spitzenklub. Nach dem Aufstieg 1990 aus der 4.Liga, gelang im dritten Jahr in der 3.Liga (1993) der Sprung in die 2.Liga. Dort gelang im Jahr 1994 gleich der Durchmarsch in die Erstklassigkeit.

1998 gelang der bislang größte Vereinserfolg. Durch einen Erfolg über Rosenborg Trondheim wurde Stabæk erstmals Norwegischer Pokalsieger. In der Eliteliga erreichte man in der gleichen Saison den 3.Platz. Dazu qualifizierte man sich zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte für den Europacup.

1999: Erster Auftritt im Europacup. Nach einem 1:0-Hinspielsieg zu Hause gegen Deportivo La Coruña unterlag Stabæk im Rückspiel in Spanien mit 0:2 und schied bereits in der 1.Runde aus. In der Liga wurde man in der gleichen Saison 5.

2001: In der Saison rüstete Stabæk mächtig auf, um erstmals den norwegischen Meistertitel nach Bærum zu holen. Von Eintracht Frankfurt wurde Stürmer Jan Åge Fjørtoft verpflichtet. Mit dem Isländer Tryggvi Gudmundsson wurde von Tromsø IL einer der Toptorjäger der norwegischen Eliteliga losgeeist. Dazu kehrte Martin Andresen vom FC Wimbledon nach Norwegen zurück. Tommy Svindal Larsen, Petur Marteinsson und die beiden schwedischen Nationalspieler Tobias Linderoth und Christian Wilhelmsson sorgten dafür, dass Stabæk als Topfavorit in die Saison ging. Letztendlich spielte Stabæk den schönsten und attraktivsten Fußball der Liga, wurde aber nur 4.

2002: Durch die ausbleibenden Erfolge musste der Gürtel finanziell enger geschnallt werden. Mit Tommy Svindal Larsen (1.FC Nürnberg) und Tobias Linderoth (FC Everton) mussten zwei Leistungsträger abgegeben werden. Fjørtoft war keine sportliche Verstärkung und brachte Chaos und Konflikte in den Klub und musste vorzeitig wieder gehen. Der Trainer, Anders Linderoth, der Garant für den schönen Stil der Mannschaft, warf die Brocken nach einer brutalen Niederlage bei Brann Bergen hin. In der Meisterschaft sprang aber immerhin noch Platz 5 heraus. Höhepunkt der Saison war das Duell mit dem RSC Anderlecht in der 1.Runde des UEFA-Cups. Nach einem 1:0-Hinspielsieg in Anderlecht unterlag man im Rückspiel unglücklich 1:2 und schied wiederum in der 1.Runde aus.

2003: Früh in der Saison wurde Christian Wilhelmsson an den RSC Anderlecht verkauft. Stabæk wurde ein Absturz in die 2.Liga prophezeit, aber es kam glücklicherweise ganz anders. Martin Andresen, der bislang nur durchschnittliche Leistungen gezeigt hatte, entwickelte sich zum Spielmacher und Star, und wurde sogar Kapitän der norwegischen Nationalmannschaft. Mit dem 3. Platz in der Meisterschaft wiederholte man das beste Ergebnis der Vereinsgeschichte aus der Saison 1998, und qualifizierte sich zum dritten Mal für den Europacup.

2004: Die Saison begann und endete mit einer Hiobsbotschaft. Der große Star und Kopf der Mannschaft, Martin Andresen, wurde zu Beginn der Saison an die Blackburn Rovers ausgeliehen. Er kehrte zwar im Sommer zurück, aber konnte den Absturz in die 2.Liga auch nicht mehr verhindern. Die vielen jungen Spieler im Kader konnten nie an die Leistungen der Vorjahres-Saison anknüpfen, und so wurde Stabæk in der Liga nur Vorletzter und stieg ab. Im Pokal erreichte man dafür das Halbfinale, wo man unglücklich zu Hause nach Verlängerung gegen Brann Bergen verlor. Auch beim dritten Auftritt im Europacup qualifizierte man sich wieder für die 1.Runde, indem man Haka Valkeakoski in der Quali (3:1/3:1) ausschaltete, die in dieser Saison immerhin Finnischer Meister wurden. Dafür ging man dann in der 1.Runde sang- und klanglos (0:4/0:5) gegen den FC Sochaux unter.

2005: Fast problemlos gelang der direkte Wiederaufstieg. Die Verpflichtung des Schweden Jan Jönsson als neuen Trainer stellte sich als Glücksgriff heraus. Stabæk wurde fast ungefährdet Zweitliga-Meister, schoss die meisten Tore, kassierte die wenigsten Gegentore, nur 3 Niederlagen und stellte mit Daniel Nannskog (27 Saisontore) den Torschützenkönig der Liga. Neben Nannskog erwies sich auch Jesper Jansson (von Helsingborg) als Verstärkung, denn er konnte Martin Andresen (zu Brann Bergen) als Spielmacher vollwertig ersetzen. Der Verlust einiger Großverdiener im Team vor der Saison wurde fast gar nicht bemerkt, weil u.a. die jungen Skjønsberg (22), Holmvik (20), Poljac (20) und Hauger (20) eine starke Saison spielten und zu Leistungsträgern wurden. In der Sommerpause lockte Jönsson noch seine beiden Landsleute Markus Karlsson (von Rot-Weiß Essen) und Joakim Persson (von Hansa Rostock) zu Stabæk und so wurde der Aufstieg schließlich souverän nach Hause gebracht.

2006: Die Erfolgsgeschichte unter Trainer Jan Jönsson ging nahtlos weiter. Als Aufsteiger erreichte man Platz 5 in der 1.Liga. Dabei sah es lange sogar so aus, als sei in dieser Saison noch mehr drin, denn man lag lange auf Platz 3. Erst eine kleine Negativserie am Saisonende, u.a. mit Niederlagen gegen die Spitzenteams Rosenborg und Brann sorgte dafür, dass man den UEFA-Cup doch noch knapp verpasste. Trotzdem wird diese Saison lange unvergessen bleiben, denn Stabæk stellte in der Torschützenliste die Plätze 1 und 2. Torschützenkönig der norwegischen Eliteliga wurde Daniel Nannskog (19 Tore) und Zweiter direkt hinter ihm wurde Veigar Pall Gunnarsson (18 Tore). Mit 53 Toren schoss man die meisten Tore der norwegischen Eliteliga, sechs mehr als Meister Rosenborg (47). Der letztjährige Spielmacher Jesper Jansson konnte dem Team alters- und verletzungsbedingt nicht mehr weiterhelfen, aber im Mittelfeld sorgten drei Spieler dafür, dass er sportlich kaum vermisst wurde. Tommy Stenersen war mit 12 Torvorlagen bester Vorbereiter der norwegischen Eliteliga. Der kleine Brasilianer Alanzinho schaffte endlich den Durchbruch und spielte den Gegnern Knoten in die Beine (2 Tore, 3 Vorlagen). Der im Juni verpflichtete Somen Tchoyi entpuppte sich als Volltreffer und präsentierte sich als sehr zweikampfstark und torgefährlich (3 Tore, 4 Vorlagen). Natürlich war auch die starke Abwehr ein Grund für den Erfolg. Herausragend war hier vor allem I.A.Olsen, der in allen norwegischen Medien notenmäßig zu den Topspielern der Liga gezählt wird.

2007: Auch das dritte Jahr unter Jan Jönsson war eine einzige Erfolgsgeschichte, in der nur das absolute Happy End verpasst wurde. Stabæk wurde zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Norwegischer Vizemeister und im Pokal schied man erst im Halbfinale gegen Lillestrøm aus. Mit Alanzinho und Somen Tchoyi stellte man die beiden besten Mittelfeldspieler der Liga (Alanzinho wurde zum besten Mittelfeldspieler des Jahres gewählt), und mit Daniel Nannskog und Veigar Pall Gunnarsson erneut das beste Stürmerduo der Liga. Nannskog traf wie im letzten Jahr insgesamt 19 Mal ins Netz, was in diesem Jahr aber "nur" zu Platz 2 in der Torschützenliste reichte. Gunnarsson war mit 15 Saisontoren und 17 Torvorlagen der Topscorer der norwegischen Eliteliga. Dafür verantwortlich, dass nicht Stabæk sondern Brann Bergen Meister wurde, war wohl vor allem, dass die beiden direkten Duelle unglücklich verloren wurden, denn am Ende fehlten genau jene sechs Punkte zum Titel. Auch zuschauermäßig zeigt die Kurve ganz klar nach oben. Mit 5.500 Zuschauern im Schnitt stellte man ebenfalls einen neuen Klubrekord auf, und verbesserte die alte Bestmarke aus der letzten Saison noch einmal um 10%. Im Herbst kommenden Jahres soll die neue Arena fertig sein und dürfte noch einen weiteren Schritt nach vorn bedeuten. Entscheidend für die Zukunft dürfte jetzt sein, ob man das magische Offensiv-Quartett und Trainer Jönsson, auf die natürlich inzwischen zahlreiche andere Klubs aufmerksam geworden sind, halten kann.

2008: In der vierten Saison unter Jan Jönsson gab es das vorläufige Happy End. Erstmals in der Vereinsgeschichte wurde
Stabæk Norwegischer Meister, durch einen fulminanten 6:2-Heimsiege am vorletzten Spieltag, ausgerechnet noch gegen Lokalrivale Vålerenga Oslo. Auch in der vierten Saison der "Jönsson-Ära" gab es haufenweise Superlative. Stabæk schoss die meisten Tore der norwegischen Eliteliga, kassierte die wenigsten Gegentore, schaffte die meisten Siege und kassierte die wenigsten Niederlagen. Dazu stellte Stabæk mit Daniel Nannskog (16 Saisontore) auch wieder einmal den Torschützenkönig, und auch Platz 2 ging in Person von Johan Andersson (12 Saisontore) an Stabæk. Bei den Vorlagengebern ist Veigar Pall Gunnarsson mit 14 Torvorlagen wieder die Nr.1 der norwegischen Eliteliga. Den besten Spieler der Saison stellte Stabæk in Person des brasilianischen Dribbelkünstlers Alanzinho auch noch. Alanzinho wurde offiziell vom Norwegischen Fußballverband auf einer Gala zum besten Spieler 2008 der "Tippeliga" gewäht. Die beiden anderen nominierten Spieler für diesen Preis waren übrigens auch Stabæk-Spieler (Nannskog und Gunnarsson). Auch die norwegische Nationalmannschaft kommt neuerdings an Stabæk nicht vorbei: Mit Jon Knudsen, Henning Hauger und Morten Skjønsberg gaben im Herbst 2008 gleich drei Stabæk-Spieler ihr Debüt für Norges Nationalteam. Neben vielen, vielen Höhepunkten und Glanzlichtern gab es natürlich auch ein paar Negativerlebnisse (1:4-Schlappe im Pokalfinale gegen Vålerenga, bitteres UEFA-Cup-Aus in der Quali gegen Stade Rennes), so dass man für 2009 auch noch neue Ziele hat.

2009: Auch die fünfte Saison unter Jan Jönsson war ein Erfolg. Auch wenn der Meistertitel nicht verteidigt werden konnte, reichte es nach mittelmäßigem Start immerhin noch zu Platz 3 in der Abschlusstabelle, was bedeutet, dass Stabæk auch im Sommer 2010 an der Qualifikation zur Europa League teilnehmen darf. Vor der Saison verlor man die beiden Spielmacher. Veigar Pall Gunnarsson, der in den beiden Jahren zuvor jeweils die meisten Torvorlagen der gesamten norwegischen Eliteliga gegeben hatte, wechselte nach Frankreich zu AS Nancy. Alanzinho, der 2008 zum besten Spieler der "Tippeliga" gewählt wurde, wechselte für ca. 4 Millionen Euro zu Trabzonspor. Ein Grund für den Erfolg 2009 war es, dass man diese beiden Lücken einigermaßen gut schließen konnte. Der Japaner Daigo Kobayashi, der Alanzinho auf der linken Offensivseite ersetzte, gab die meisten Torvorlagen (6) bei Stabæk und schoss die zweitmeisten Tore (8). Der neue Sturmpartner von Daniel Nannskog, sein Landsmann Fredrik Berglund, entwickelte sich zum Publikumsliebling und erzielte 6 Saisontore, die drittmeisten bei Stabæk. Die meisten Saisontore für Stabæk erzielte natürlich wiederum Daniel Nannskog. Mit 15 Saisontoren reichte es allerdings diesmal nicht zur Torjägerkrone, sondern "nur" zu Platz 4. Eine überragende Saison spielte wiederum Keeper Jon Knudsen, der sich inzwischen auch zum unumstrittenen Keeper der norwegischen Nationalmannschaft entwickelt hat. Auch Henning Hauger und Jon Inge Høiland gehörten in dieser Saison ständig zum norwegischen Nationalteam. Im Pokal war in diesem Jahr im Viertelfinale Endstation (1:3 beim späteren Pokalsieger Aalesunds FK). In der Qualifikation zur Champions League überstand man die 1.Runde souverän gegen KF Tirana (1:1 A, 4:0 H), scheiterte dann aber knapp gegen FC Kopenhagen (1:3 A, 0:0 H). In der anschließenden Quali zur Europa League war man gegen den FC Valencia (0:3 H, 1:4 A) total chancenlos.

2010: Am Ende der sechsten Saison unter Jan Jönsson sollte mit Platz 12 die zweitschlechteste Platzierung von Stabæk in der Erstligageschichte stehen. Relativ früh stand fest, dass Jönsson zur Saison 2011 zu Rosenborg Trondheim wechseln wird und nach dieser Meldung war bei Stabæk irgendwie für den Rest der Saison die Luft 'raus. In der Saison 2010 kam Stabæk lediglich auf 11 Siege, demgegenüber stehen bei 6 Unentschieden ganze 13 Niederlagen. In der Abstiegssaison 2004 hatte es zuletzt so wenig Siege und so viele Niederlagen in einer Saison gegeben. Ein Grund für die schlechte Saisonleistung war sicherlich die Heimschwäche: 7 Heimsiegen stehen 6 Heimniederlagen gegenüber. Aber auch große Verletzungsprobleme prägten diese Saison. Toptorjäger Daniel Nannskog war fast die gesamte Saison über verletzt und kam nur auf 11 Einsätze. Mit Pontus Farnerud, Johan Andersson, Morten Skjønsberg und Veigar Pall Gunnarsson fielen weitere Leistungsträger über einen großen Zeitraum während der Saison aus. Durch die eher dürftigen Leistungen verschlechterte sich auch der Zuschauerschnitt bei Stabæk wieder deutlich. Mit durchschnittlich knapp 8.000 Zuschauern waren es in dieser Saison fast 1.500 Besucher weniger pro Spiel im Vergleich zur letzten Saison. Aber es gab natürlich auch positive Aspekte in dieser Saison: Jon Knudsen und Henning Hauger, der in allen 30 Ligaspielen auf dem Spielfeld stand, waren die beiden wichtigsten Leistungsträger und erkämpften sich so einen Stammplatz in der norwegischen Nationalmannschaft. Trotz Verletzungsproblemen war die Rückkehr von Veigar Pall Gunnarsson ein Erfolg, ihm gelangen immerhin 10 Saisontore und 10 Vorlagen. Pontus Farnerud verpasste durch Verletzungsprobleme ebenfalls einige Spiele, gehörte notenmäßig aber trotzdem zu den besten Spielern der norwegischen Eliteliga. Mit Vegar Hedenstad (19) und Mikkel Diskerud (20) gelang zwei Youngstern aus der eigenen Jugend der Sprung in die Stammelf und mit Jørgen Hammer (19) steht der nächste hochtalentierte Youngster schon bereit. Im Pokal kam in dieser Saison bereits in der 3.Runde das Aus: Zu Hause gegen Drittligist FK Tønsberg unterlag man im Elfmeterschießen. Auch das diesjährige Abenteuer Europa-League war schon wieder beendet, bevor es richtig angefangen hatte. Der weißrussische Spitzenklub Dnepr Mogilev war in der zweiten Quali-Runde eine Nummer zu groß (2:2 H, 1:1 A).

2011: Mit Jörgen Lennartsson (zuletzt Trainer der schwedischen U21-Nationalmannschaft) ging Stabæk also mal wieder mit einem schwedischen Trainer in eine Saison. Am Ende einer mittelmäßigen Saison mit großen finanziellen Sorgen stand ein mittelmäßiger 10. Tabellenplatz in der norwegischen Eliteliga. Wie in der Saison 2010 kam Stabæk insgesamt auf 11 Siege, demgegenüber stehen bei 6 Unentschieden 13 Niederlagen. Im Frühjahr hatte es dabei teilweise ganz positiv ausgesehen. Ende Mai stand man sogar zwischenzeitlich auf dem zweiten Tabellenplatz. Aber als die finanziellen Sorgen des Klubs öffentlich bekannt wurden, und mit Henning Hauger (Hannover 96) und Veigar Pall Gunnarsson (Vålerenga Oslo) zwei der wichtigsten Leistungsträger im Sommer abgegeben werden mussten, wurde aus einer positiv aussehenden Saison eine Achterbahnsaison, die schließlich im Mittelfeld der Tabelle endete. Im Herbst wurde dann noch bekannt gegeben, dass man zukünftig auch den Spielbetrieb in der Telenor Arena finanziell nicht mehr stemmen kann und deshalb in der kommenden Saison wieder im Nadderud Stadion spielen muss (oder darf). Aus sportlichen Gründen scheint es jedenfalls nicht das Schlechteste zu sein, war man doch in der Saison 2011 mit 7 Heimniederlagen das zweitschlechteste Heimteam der Liga. In der Auswärtstabelle der Saison 2011 steht man dagegen mit 5 Auswärtssiegen auf dem vierten Platz. Obwohl er nur eine halbe Saison für Stabæk gespielt hat, war Veigar Pall Gunnarsson mit 9 Saisontoren trotzdem wieder Stabæks Toptorjäger und mit zusätzlich 5 Vorlagen auch wieder der Topscorer. Von den Neuzugängen schlug nur Alain Junior Ollé Ollé (kam vom SC Freiburg) mit 7 Saisontoren und 2 Torvorlagen wirklich ein. Ansonsten überzeugten auch die Youngster Hedenstad (20), Hammer (20) und Diskerud (21, der wiederum in allen 30 Saisonspielen zum Einsatz kam), sowie der Isländer Palmi Palmason mit 8 Saisontoren. Im Pokal war die Saison bereits in der 3.Runde beendet, als man bei Zweitligist Hønefoss BK verlor. Am Saisonende wurde zu allem übel auch noch verkündet, dass ebenfalls auch finanziellen Gründen zahlreiche Verträge nicht verlängert bzw. sogar gekündigt werden. Auch Trainer Jörgen Lennartsson verlässt Stabæk nach nur einer Saison schon wieder, in Richtung seiner Heimat zu IF Elfsborg. 

2012: Nachfolger von Jörgen Lennartsson als Stabæk-Cheftrainer wurde der frühere Torjäger (60 Tore in 96 Spielen!) und langjährige Co-Trainer Petter Belsvik, der allerdings vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe stand. Aus finanziellen Gründen mussten fast alle Leistungsträger abgegeben werden (insgesamt 14 Spieler verließen den Verein) und dafür wurden junge, unerfahrene Spieler verpflichtet. Gleich drei Spieler aus einer Jugendakademie in der Elfenbeinküste wurden unter Vertrag genommen, die immerhin Hoffnung für die Zukunft geben. Stürmer Franck Boli (19) war zusammen mit Fredrik Brustad mit fünf Saisontoren in seiner ersten Profisaison Stabæks Toptorjäger der Saison 2012, Mandé Sayouba (19) erkämpfte sich im Tor gleich einen Stammplatz und Luc Kassi (18) soll einmal der neue Somen Tchoyi werden. Bester Spieler der Saison war der neue Kapitän Christer Kleiven, der von Absteiger Start Kristiansand kam und alle 30 Saisonspiele absolvierte. Am Ende der Saison stand Stabæk dann aber nach einer Katastrophensaison doch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz und muss zum zweiten Mal nach 2004 in die 2.Liga absteigen. Von den 30 Saisonspielen konnte man lediglich fünf gewinnen. Dazu kommen zwei Unentschieden und satte 23 Niederlagen. Stabæk schoss mit 25 Toren die wenigsten Tore und kassierte mit 69 Toren die meisten Gegentore der Liga. Also kann man wohl von einem hochverdienten Abstieg sprechen. Im Sommer wurden mit Mikkel Diskerud (für 500.000 Euro zu Rosenborg Trondheim) und Vegar Hedenstad (für 500.000 Euro zum SC Freiburg) auch die letzten beiden verbliebenen Hoffnungsträger verkauft. Vor der Sommerpause kam aber noch einmal kurz so etwas wie Hoffnung auf ein Wunder auf, als man hintereinander beide Derbies gegen Lillestrøm und Vålerenga gewann und neben Rückkehrer Veigar Pall Gunnarsson noch fünf weitere Spieler verpflichten konnte. Letzendlich war der Kader aber immer noch viel zu schwach besetzt, so dass auch Veigar Pall Gunnarsson in seinen 10 Einsätzen mit 2 Toren nicht mehr viel bewirken konnte und den Verein am Saisonende in Richtung seiner Heimat Island wieder verlassen wird. Im Pokal war wiederum die 3.Runde die Endstation, als man im Lokalderby Drittligist Asker unterlag. Ein kleines Highlight gab es aber immerhin: Durch den ersten Platz in der Fairplay-Wertung der letzten Saison konnte man sich für die Qualifikation der Europa League qualifizieren, aber unterlag bereits in der ersten Quali-Runde dem finnischen Klub JJK Jyväskylä (0:2 A, 3:2 H).

2013: Fast schon sensationell gelang 2013 - wiederum unter Coach Petter Belsvik - der direkte Wiederaufstieg als Tabellenzweiter der 2. Liga, und das im Grunde genommen mit dem Abstiegskader der vorherigen Saison, mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren. Die erste Überraschung der Saison war die Reaktivierung des ehemaligen Nationalspielers Martin Andresen (36), der aber letztendlich nur zu einem Kurzeinsatz in diesem Jahr kam. So war der Finne Ville Jalasto mit seinen 27 Jahren der Methusalem des Aufstiegskaders 2013. Der dänische Linksverteidiger Timmi Johansen (26) war praktisch der einzige Neuzugang, der es zum Stammspieler brachte. Der Linksverteidiger galt in jungen Jahren als herausragendes Talent und war mit 19 zum SC Heerenveen gewechselt. In den letzten Jahren hatte er viel mit Verletzungen zu kämpfen und war selbst in der dänischen Superliga nur noch Ersatz. Bei Stabæk überzeugte er voll und kam in allen möglichen Spielen zum Einsatz, und bereitete insgesamt 10(!) Tore vor. Für die letzten drei Monate der Saison kam noch Stürmer Chuma Anene (20) hinzu, der zwar nur von Vålerenga Oslo ausgeliehen war, aber in allen 12 möglichen Spielen zum Einsatz kam und dabei drei Tore erzielte. Herausragenden Anteil am Aufstieg hatte auf jeden Fall Stürmer Mads Stokkelien (23), dem 17 Saisontore gelangen und damit die zweitmeisten in der 2. Liga in dieser Saison. Die zweitmeisten Stabæk-Tore gelangen Fredrik Brustad (24), nämlich sieben. Brustad überzeugte auch in dieser Saison wieder, hatte aber viel mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Die drei in der vergangenen Saison aus einer Fußballakademie in der Elfenbeinküste verpflichteten Sayouba, Kassi und Boli haben sich mittlerweile zu unverzichtbaren Leistungsträgern entwickelt, denen teilweise nur noch die Kontinuität in ihren Leistungen fehlt. Mandé Sayouba (20) spielte die Saison als unumstrittener Stammtorwart komplett durch. Luc Kassi (19) gelangen - im zentralen Mittelfeld spielend - ebenfalls 7 Saisontore und das, obwohl er selten 90 Minuten durchspielte. Mittelstürmer Franck Boli (20), dem vor der Saison am meisten von den drei zugetraut wurde, traf in den drei Saisonmonaten 6 Mal, aber stagnierte danach leider in seinen Leistungen, traf kein einziges Mal mehr und verlor schließlich seinen Stammplatz an Anene. Prunkstück in dieser Aufstiegssaison war neben der Innenverteidigung mit Jørgen Hammer (22) und Jalasto (27), die sicherlich Erstligaansprüchen genügt, das zentrale Mittelfeld mit den beiden 18-jährigen Eigengewächsen Herman Stengel und Anders Trondsen. Der Wendepunkt in dieser Saison war der 9. Mai 2013. Nach den ersten fünf sieglosen Spielen lag Stabæk auch bei Follo bereits nach 11 Minuten mit 0:2 hinten, drehte das Spiel aber in eindrucksvoller Weise und gewann noch mit 3:2. Anschließend ging ein Ruck durch das Team und den gesamten Klub und man eilte man von Sieg zu Sieg und kletterte in der Tabelle von Platz zu Platz nach oben. Im Pokal schied man im Achtelfinale unglücklich bei Erstligist Start Kristiansand mit 1:2 aus.

2014: Die wichtigste Verpflichtung gelang Stabæk schon lange vor Saisonbeginn. Die Konkurrenz rieb sich verwundert die Augen, denn das immer noch finanzschwache Stabæk konnte Bob Bradley, den ehemaligen US-Nationalcoach als neuen Cheftrainer präsentieren. Trotzdem waren sich die norwegischen Medien und Fußballexperten vor der Saison sehr einig. Der Aufsteiger wurde von allen sog. Experten als Abstiegskandidat Nummer eins auf den letzten Tabellenplatz getippt. Am Ende stand ein starker neunter Tabellenplatz und das Team war während der gesamten Saison nicht ein einziges Mal auch nur in der Nähe der Abstiegsplätze. Ein Grund dafür ist sicher die Tatsache, dass sich die drei jungen Ivorer, die Stabæk vor zwei Jahren aus einer Fußballschule verpflichtete, inzwischen zu unverzichtbaren Leistungsträgern entwickelt haben. Mandé Sayouba (21) ist (nicht nur notenmäßig) einer der besten Keeper der Liga und durfte im Sommer sogar mit der Elfenbeinküste zur Fußball-WM nach Brasilien fahren (blieb aber ohne Einsatz), Luc Kassi (20) mit 5 Saisontoren und 4 Vorlagen ein torgefährlicher Mittelfeldspieler und auch Franck Boli (21) hat endgültig seinen Durchbruch geschafft. Mit 13 Saisontoren war er Stabæks Toptorjäger und Dritter der Torschützenliste der norwegischen Eliteliga. Stabæks Toppscorer war Fredrik Brustad (25) mit 10 Saisontoren und 6 Assists. Leider gelang es nicht, seinen am Jahresende auslaufenden Vertrag zu verlängern. Er wechselt 2015 nach Schweden zu AIK Solna. Wichtig war natürlich, dass fast alle Neuzugänge 2014 Volltreffer waren. Die beiden Rückkehrer Morten Skjønsberg (31) und Jon Inge Høiland (37) in seiner letzten Saison verliehen der Abwehr Stabilität, im defensiven Mittelfeld auf der „6er“-Position überzeugten im Frühjahr die beiden Leihgaben Tomasz Sokolowski (29, Brann Bergen) und Enoch Adu (24, FC Brügge). Sokolowski wurde später fest verpflichtet, während Adu zu Malmö FF wechselte und dort Schwedischer Meister wurde. Auch die Nachverpflichtung für die zweite Jahreshälfte passte. Der vereinslose US-Amerikaner Andrew Jacobson (29) wurde schnell zum unverzichtbaren Leistungsträger. Ein Glücksgriff war auch der zweite US-Amerikaner, Michael Stephens (25), der als Dauerbrenner in allen 30 Saisonspielen eingesetzt wurde, und mit 7 Assists einer der besten Vorbereiter der norwegischen Eliteliga war. Ein weiterer guter Griff war Oldie Magne Hoseth (34), der im August noch ablösefrei von Meister Molde FK kam, weil er dort kaum noch zum Einsatz kam. In seinen nur neun Einsätzen kam der Spielmacher immerhin auf 1 Saisontor und 5 Assists. Im Pokal schaffte es Stabæk bis ins Halbfinale, wo man sehr unglücklich zu Hause gegen Meister Molde FK durch ein spätes Gegentor mit 0:1 unterlag. 

 

2015: Auch das zweite Jahr unter Coach Bob Bradley war ein voller Erfolg. Mit dem dritten Platz in Norwegens Eliteliga konnte man sich erstmals nach vier Jahre wieder für den Europapokal in der kommenden Saison qualifizieren. Wiederum wurde Stabæk vor Saisonbeginn von nahezu allen Fußballexperten auf einen Abstiegsplatz getippt, was aber auch nicht von ungefähr kam, denn mit Fredrik Brustad (AIK Solna) und Franck Boli (Liaoning/China) verlor man seine beiden Topscorer der Saison 2014. Dass die beiden Ersatzleute, Adama Diomande und Ernest Asante am Ende noch bessere Zahlen als ihre Vorgänger liefern konnten, konnte man vor Saisonbeginn nicht unbedingt erahnen, denn beide wurden von ihren vorherigen Klubs aussortiert. Diomande (25) gehörte 2015 zu den besten Spielern der gesamten Tippeliga. Mit 17 Saisontoren (und 3 Assists) lag er am Ende auf Platz zwei der Torschützenliste, obwohl er nur 21 Saisonspiele für Stabæk absolvierte, weil er bereits schon im September wieder verkauft wurde. Aber auch sein Abgang bedeutete einen neuen Vereinsrekord. Der englische Zweitligist Hull City überwies rund 2,35 Mio. Euro für den Stürmer, der 2015 auch den Sprung in die norwegische Nationalmannschaft schaffte. Eine ganz starke Saison lieferte auch Asante (27) als Außenstürmer ab. Mit 10 Toren und 10 Assists gehörte er ebenfalls zu den Topangreifern 2015 in Norwegens Eliteliga. Bester Vorbereiter bei Stabæk war ebenso ein Neuzugang. Der Belgier Yassine El Ghanassy (25), dem man insgeheim den Sprung in eine der europäischen Topligen zutraut, kam zu Stabæk, um sich für eben diese zu empfehlen, und steuerte zum Erfolg als zentrale Stütze im offensiven Mittelfeld 11 Assists und 3 Tore bei, dürfte für Stabæk leider aber nicht zu halten sein. Neben der Offensive überzeugte vor allem auch die Defensive, mit dem starken Keeper Mandé Sayouba (22), und der bärenstarken Innenverteidigung mit Kapitän und Dauerbrenner Morten Skjønsberg (32) und Nikolai Næss (22), sowie den überdurchschnittlichen Außenverteidigern Ville Jalasto (29) und der Überraschung der Saison, dem 22-jährigen Birger Meling, der eigentlich nur als Ersatz eingeplant war, aber sich 2015 zum umunstrittenen Leistungsträger entwickelte. Auch der Verlust des US-Amerikaners Michael Stephens kurz vor Saisonbeginn konnte locker verschmerzt werden, weil sein Landsmann Cole Grossman (26) seine Rolle als „6er“ mehr als gleichwertig ausfüllte. Im Herbst kam dann noch mit dem erfahrenen Anthony Annan (29) ein weiterer „6er“ mit internationaler Erfahrung dazu. Die drittmeisten Tore bei Stabæk erzielte Luc Kassi (21), dem seine Vielseitigkeit immer noch einen Sprung in die Stammelf verhindert, weil er während der Saison fast auf allen Positionen im Mittelfeld aushelfen musste, und zum Ende der Saison sogar als Mittelstürmer eingesetzt wurde. Im Pokal erreichte man 2015 wiederum das Halbfinale, aber scheiterte dieses Mal am späteren Double-Sieger Rosenborg Trondheim, aber erst nach hartem Kampf in der Verlängerung.