SC Weiche Flensburg 08
 
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VfL Bochum bei Westline
DFB-Pokal 1. Runde 2018/2019 - Sonntag, 19. August 2018, 15:30 Uhr
Weiche Flensburg - VfL Bochum (1:0) 1:0

Spielort: Manfred-Werner-Stadion, Flensburg
Zuschauer: 3.500 (ausverkauft)

SCW: Kirschke - Njie, Thomsen, Paetow - Jürgensen - Santos (72.Ostermann), Schulz (66.Hasanbegovic), Hartmann, Meyer - Empen (78.Ibekwe), Isitan
VfL: Dornebusch - Celozzi, Hoogland, Leitsch, Perthel - Janelt (70.Wurtz), Losilla - Pantovic (77.Soares), Weilandt (62.Ekincier) - Ganvoula, Hinterseer
Tore:
1:0 Schulz (34., Rechtsschuss, Vorarbeit Meyer) 
Schiedsrichter: René Rohde (Rostock)

Wie bereits erwähnt war ich schon vor ziemlich genau drei Jahren mal in Flensburg, und dort hatte es mir so gut gefallen, dass ich einen zweiten Besuch unbedingt auf dem Zettel hatte. So jubelte ich beim Schauen der Pokalauslosung im TV, als Palina Rojinski im Fußballmuseum in Dortmund den VfL Bochum als Gegner des Regionalligisten SC Weiche Flensburg zog. Das Traumlos wäre natürlich eigentlich eher ein Ground gewesen, den ich noch nicht besucht habe, aber das ging schon sehr nahe in Richtung Wunschlos für mich. Nach dem gestrigen Besuch beim TSB Flensburg ging es für uns an diesem bedeckten Sonntag Morgen nach dem Frühstück in der Ferienwohnung erst einmal nach Harrislee, in die kleine Gemeinde nördlich von Flensburg, die direkt an der dänischen Grenze liegt. In einer Bucht an der Flensburger Förde, in Wassersleben, liegt eines der Strandbäder rundum Flensburg, und weil es mir dort bereits vor drei Jahren gut gefallen hatte, wollte ich nochmal gerne dorthin zurück und etwas Strandfeeling genießen. Trotz Temperaturen von nur knapp über 20 Grad und wolkenbehangenem Himmel badeten dort auch tatsächlich einige Hartgesottene in der Ostsee. Bevor es zum Stadion des SC Weiche ging, fuhren wir nochmal in den Flensburger Hafen, um in einem - vor allem Sylt-Urlaubern - bekannten Fisch-Restaurant zu Mittag zu essen.

Vor drei Jahren, bei meinem ersten Besuch in Flensburg, hatte ich noch ein Heimspiel des "ETSV Weiche Flensburg" besucht, einen Klub, den es inzwischen gar nicht mehr gibt. Denn zum 1. Juli 2017 waren der "ETSV Weiche" und "Flensburg 08", der größte Fußball-Traditionsklub der Stadt, zum neuen "SC Weiche Flensburg" fusioniert. Genauergesagt traten die Mitglieder von Flensburg 08 dem ETSV Weiche bei, der sich in "SC Weiche 08" umbenannte. Meine Hoffnungen, dass das Pokalspiel vielleicht im "Flensburger Stadion", dem Traditionsground von Flensburg 08, der früher mal für 10.000 Zuschauer zugelassen war, ausgetragen wird, hatten sich aber schnell zerschlagen, denn die schöne, alte Stadionperle ist aktuell aus Sicherheitsgründen nur noch für maximal 1.000 Zuschauer zugelassen. Glücklicherweise konnte der SC Weiche aber wenigstens verhindern, dass dieses Pokalduell im Holstein-Stadion in Kiel ausgetragen werden musste. Das Manfred-Werner-Stadion, der Ground des ehemaligen ETSV Weiche, genügt so gerade den Ansprüchen des DFB für die erste Pokalrunde, und so gab es heute also meinen zweiten Besuch hier.

Große Ansprüche an das Spiel heute hatte ich eigentlich nicht, aber ein Weiterkommen für den Zweitligisten VfL Bochum beim Viertligisten SC Weiche Flensburg war natürlich Pflicht. Für den VfL Bochum war das an diesem Nachmittag erst das vierte Pflichtspiel im Bundesland Schleswig-Holstein. Besonders erfolgreich war man dort bislang nicht. In der 2. Bundesliga gab es auswärts zwei 0:3-Schlappen beim VfB Lübeck (1995/96) und bei Holstein Kiel (2017/18). Dagegen steht ein knapper 2:1-Erfolg als Erstligist beim Drittligisten Holstein Kiel in der Saison 2002/03 in der zweiten Pokalrunde durch Tore von Wosz und Freier. Und nach dem heutigen Pokalspiel wirkt die Bilanz des VfL im nördlichsten Bundesland noch desaströser.

Denn auch beim SC Weiche Flensburg gab es für den VfL Bochum eine Pleite an der Ostsee. Allerdings war die eigentlich völlig unnötig, denn der VfL Bochum war in diesem Spiel das überlegene Team, mit einem Ballbesitz von 76%:24% und einer eigentlich eindrucksvollen Torschussbilanz von 20:4 für die Gäste. Auf dem Papier stand aber am Ende ein 1:0 für den SC Weiche, weil der VfL nicht in der Lage war, auch nur eine seiner zahlreichen Großchancen zu verwerten, und auf der anderen Seite in der Defensive den einen verhängnisvollen Fehler machte, der kurz vor der Pause zum Gegentor, und somit Tor des Tages, führte. Den Gastgebern reichte es an diesem Nachmittag, sich hinten einzuigeln, und vorne einmal eiskalt zuzuschlagen. Gerade in der Schlussphase war das viel zu wenig, was vom VfL kam. Mehr als halbhohe Flanken in den Strafraum, die die Flensburger souverän verteidigen konnten, fiel dem Zweitligisten nicht mehr ein. So scheidet der VfL Bochum damit zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren gegen einen Regionalligisten in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals aus.