VfV Borussia 06 Hildesheim
 
1
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    Altonaer FC von 1893    
  VfV 06 Hildesheim Offiziell
:
  Altona 93 Offiziell
Regionalliga Nord 2017/2018 - Sonntag, 25. März 2018, 14:00 Uhr
VfV 06 Hildesheim - Altona 93 (0:0) 1:1

Spielort: Friedrich-Ebert-Stadion, Hildesheim
Zuschauer: 820
VfV: Zumbeel - Lange, Doege (46.Ibekwe), Y.Schulze, Rauch, Prior-Bautista - Chahed, Hot - Staron, Diouf, Sonntag (64.Zlatkov)
AFC: Grubba - Sachs, Barinovs, Novotny, Wachowski - Hacker, Balde (72.Akoteng-Bonsrah), Correia Ca, Siebert (59.Schultz) - Brisevac, Edeling (80.Dohrn)

Tore:
0:1 Brisevac (77., Foulelfmeter),
1:1 Diouf (81.)
Schiedsrichter: Lukas Benen (Nordhorn)

An diesem Wochenende ging es zusammen mit meinem Vater mal wieder zu einem Kurztrip an die Ostsee. Nach zwei Tagen auf Fehmarn fuhren wir schließlich am Sonntag Morgen wieder Richtung Ruhrgebiet, nicht ohne vorher unterwegs noch einmal eine längere Pause einzulegen. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke lag unser heutiges Zwischenziel Hildesheim, das nur knapp 15 km südlich der Landeshauptstadt Hannover liegt. Mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern ist Hildesheim auch offiziell eine Großstadt und damit die achtgrößte im Bundesland Niedersachsen. Stolz ist man dort auf den Hildesheimer Dom, der erstmals bereits 872 entstand und mit seinen Gebäuden und Kunstschätzen seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

So wird der heimische Fußballverein "Verein für Volkssport Borussia von 1906 Hildesheim" neuerdings auch "die Domstadtelf" genannt. In seiner jetzigen Form ist es noch ein sehr junger Klub, denn er entstand erst im Jahr 2003, als der "VfV Hildesheim" und "Borussia 06 Hildesheim" fusionierten. Der "VfV" war dabei der in der Vergangenheit der wesentlich erfolgreichere von beiden Vereinen. Er spielte insgesamt 22 Jahre erstklassigen Fußball und hatte seine erfolgreichste Zeit in den 1920er und 1950er/1960er Jahren. Der neue Fusionsklub "VfV Borussia" feierte 2015 seinen bislang größten Erfolg, als man erstmals den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga Nord schaffte. In den ersten beiden Regionalliga-Jahren kämpfte man eigentlich ständig gegen den Abstieg und rettete sich jeweils erst quasi in letzter Sekunde. In dieser Spielzeit 17/18 sieht es aber bislang so aus, als sollte es den VfV 06 Hildesheim dieses Mal dann doch erwischen. Mit bislang nur zwei Saisonsiegen liegt man scheinbar abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz.

Nur einen Platz und nur einen Punkt davor lag der heutige Gegner, der Altonaer FC von 1893 (kurz: Altona 93), der erst im vergangenen Sommer nach zahlreichen Versuchen in die Regionalliga aufgestiegen war. Also kam es an diesem frühlingshaften Sonntag Nachmittag bei Sonnenschein und Temperaturen um die 12°C zu einem wichtigen Duell im Abstiegskampf. Zunächst sah es aber nach einem sehr flotten Spiel aus. Die Gastgeber vom VfV Hildesheim hätten das Spiel eigentlich schon in den ersten zehn Minuten zu ihren Gunsten entscheiden können, aber Pfosten, Latte und einfach nur Pech verhinderten eine frühe, möglicherweise schon komfortable Führung. Danach verflachte das Niveau des Spiels aber leider zusehends, und die 820 Zuschauer erlebten dann doch das vorher eigentlich erwartete, typische "Not gegen Elend" im Abstiegskampf, mit zahlreichen Stock- und Abspielfehlern auf beiden Seiten. Als man sich fast schon mit dem torlosen Unentschieden abgefunden hatte, fielen dann in der Schlussphase doch noch zwei Tore. Bei einem der wenigen Angriffsversuche der ansonsten sehr harmlosen Gäste aus Hamburg zeigte der Schiri nach einem Foul auf dem Elfmeterpunkt. Altonas Brisevac verwandelte sicher zum 1:0 für die Gäste. Fast im Gegenzug gelang Mame Diouf der Ausgleich für die Domstädter.

Also steht am Ende ein Unentschieden, das keinem von beiden Klubs im Abstiegskampf so richtig weiterhilft. Allerdings ist auf der anderen Seite für beide auch noch nichts verloren, denn Konkurrent Eutin 08, das aktuell auf dem 16. Tabellenplatz - also am rettenden Ufer - steht, hat nur drei Punkte (Hildesheim) bzw. zwei Punkte (Altona) Vorsprung und bereits zwei Spiele mehr als beide Kontrahenten absolviert. Immerhin etwas Stimmung gab es an diesem Nachmittag im Friedrich-Ebert-Stadion zu Hildesheim. Für die sorgten ausschließlich die mitgereisten Gästefans aus Hamburg, die zwar nicht durchgehend supporteten, aber sich ab und zu mal zu Wort meldeten. Auf Heimseite sah man zwar viele Leute mit Fanschal, aber außer gelegentlichem rhythmischen Klatschen leider keinerlei Anfeuerung.

Das Friedrich-Ebert-Stadion des VfV Hildesheim gehört aber sicherlich zu den besonderen Stadionperlen der Regionalliga-Landschaft. Trotz der Tatsache, dass es sich um ein Leichtathletik-Stadion mit Laufbahnen handelt, wo man recht weit weg vom Geschehen ist, kann es voll überzeugen. Auf der einen Längsseite gibt es eine sehr schöne, altmodisch wirkende Haupttribüne mit modernen, blauen Sitzschalen. Auf beiden Seiten neben der Haupttribüne gibt es dazu noch unüberdachte blaue Sitzschalen, sowie eine überdachte Lounge eines örtlichen Bäckers. Auf den anderen Seiten gibt es rundherum verschieden hohe, unüberdachte Stehkurven. Auch die berühmte Stadionwurst, die schon viele Auszeichnungen bekommen hat und "in der Champions League spielen" soll, wurde natürlich probiert und für gut befunden. Wirklich sehr lecker! Direkt nach Abpfiff ging es für uns dann die letzten etwas mehr als zwei Stunden zurück ins Ruhrgebiet.