VfL Bochum 1848   
 
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2. Bundesliga 2018/2019 - Montag, 29. Oktober 2018, 20:30 Uhr
VfL Bochum - Jahn Regensburg (1:1) 3:3

Spielort: Vonovia Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 12.621
VfL: Riemann - Celozzi (87.Perthel), Gyamerah, Hoogland, Soares - Losilla, Tesche - Kruse, Lee, Weilandt (87.Janelt) - Hinterseer
SSV: Pentke - Saller (66.Al Ghaddioui), Sørensen, Correia, Nandzik (87.Derstroff) - Fein, Geipl (46.Lais) - George, Stolze - Adamyan, Grüttner
Tore:
0:1 Adamyan (11., Kopfball, Vorarbeit Geipl),
1:1 Tesche (45.+1., Rechtsschuss, Vorarbeit Lee),
2:1 Hinterseer (54., Rechtsschuss, Vorarbeit Lee),
3:1 Hinterseer (65., Rechtsschuss, Vorarbeit Lee),
3:2 Lais (77., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Vorarbeit Grüttner),
3:3 Al Ghaddaoui (90.+3, Linksschuss, Vorarbeit Adamyan)
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)
Bes. Vorkommnisse: Riemann hält Handelfmeter von George (70.)

Sehr unterhaltsames Spiel mit teilweise kuriosen Szenen und einem bitteren Ende für den VfL Bochum. So kann man dieses (angebliche) Montagabend-Topspiel der 2. Bundesliga wohl am besten zusammenfassen. Dieses Spiel hatte unter anderem zwei Elfmeter, ein Traumtor und das vielleicht kurioseste Tor, das ich je im Ruhrstadion in mittlerweile 36 Jahren VfL gesehen habe, zu bieten. Gleich mehrere Geschenke bekam der VfL an diesem Abend überreicht, sogar mit schicker roter Schleife verziert, aber wollte sie letztendlich doch nicht annehmen. Ganze drei Mal muss der VfL Bochum in diesem Jahr in den letzten Monaten vor Weihnachten am ungeliebten Montagabend ran, immerhin jeweils zu Hause im Ruhrstadion. Dieser Montagstermin machte dabei noch am meisten Sinn, denn an diesem Abend gab es das einzige Zweitligaduell dieses Spieltages von Mannschaften, die bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden waren.

In der vergangenen Woche hatte ich (und nicht nur ich) nach dem zweiten Spiel in Folge ohne Gegentor noch so sehr die Defensive des VfL gelobt. Die sah aber an diesem Abend alles andere als sattelfest aus. Der VfL dominierte die erste Halbzeit zumindest optisch, mit über 70% Ballbesitz, aber für Torgefahr sorgten zunächst nur die Gäste. Adamyan hatte Regensburg schon nach elf Minuten mit 1:0 in Führung gebracht, und immer bei den allerdings seltenen offensiven Vorstößen der Oberpfälzer brannte es im Bochumer Strafraum lichterloh. Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab es den Brustlöser für den VfL, durch ein Traumtor von Robert Tesche, der nicht wirklich bei der Ballannahme gestört wurde und den Ball von der Strafraumkante aus oben rechts unhaltbar in den Winkel zimmerte.

In der zweiten Halbzeit sah das dann offensiv viel besser aus, was der VfL machte. Es folgte kurz nach der Pause das besagte vielleicht kurioseste Tor, das ich jemals im Ruhrstadion gesehen habe. Als es Freistoß für Regensburg gab, mehr als 30 Meter vor dem eigenen Tor, wollte Regensburgs Keeper Pentke das Spiel schnell machen und den Ball nach vorne schlagen, traf aber nur den Rücken von Bochums Lee und so prallte der Ball wieder in Richtung leeres Tor, wo Hinterseer den Ball nur noch zum 2:1 einschieben musste. Wie die Fernsehbilder zeigten, stand Hinterseer beim "Rückenpass" von Lee zwar einen Schritt im Abseits, aber da es in der 2. Bundesliga keinen Videobeweis gibt, zählte der Treffer. Zehn Minuten später erhöhte Hinterseer auf 3:1, als Lee den Ball im Regensburger Strafraum erobert hatte.

Spätestens weitere fünf Minuten später, als Riemann einen Handelfmeter von Regensburgs George parierte, war ich der festen Überzeugung, dass an diesem Abend eigentlich nichts mehr schiefgehen konnte. Aber nur sieben Minuten später zeigte Schiri Petersen erneut auf den Punkt, für Regensburg. Während man den ersten geben kann (aber nicht muss), weil Gyamerah den Ball zwar an die Hand bekam, aber vorher von seinem Gegenspieler geschubst wurde, war der zweite Elfmeter für die Gäste aus der Oberpfalz aber einfach nur ein schlechter Witz. Eine minimale Berührung und eine wahnsinnig gute schauspielerische Leistung von Grüttner reichten ihm aber offenbar für eine Konzessionsentscheidung für das 2:1 aus. Dieses Mal verwandelte der eingewechselte Lais sicher. Nur noch 3:2. Das bedeutete noch eine Viertelstunde Zittern, da die Gastgeber in der Offensive jetzt kaum noch für Entlastung sorgen konnten. Dafür, dass die VfLer sich dann in der dritten Minute der Nachspielzeit extrem amateurhaft anstellten, und so tatsächlich noch in allerletzter Sekunde den Ausgleich kassierten, konnte Schiri Petersen aber natürlich nichts.

Wie schon beim letzten Heimspiel gegen Jahn Regensburg fiel mir wieder die extrem ekelige Spielweise der Gäste auf. Das ständige Gemeckere und Fordern von Gelben Karten für den Gegner, auch bei Nicklichkeiten, ist nicht so die feine Art und Weise. Sportlich gibt es aber keine Zweifel, dass Jahn Regensburg in dieser Spielzeit sogar die Platzierung der vergangenen Saison (Platz fünf als Aufsteiger) bestätigen oder sogar toppen könnte. Beim VfL Bochum hat man vor der Saison das neue Ziel ausgegeben, zu den Top 25 in Deutschland zu gehören, und liegt damit mit aktuell Platz sieben genau im Soll. Allerdings scheint die 2. Bundesliga 18/19 genauso eng zu sein, wie in der Vorsaison. Nach dem 2:2 bei Holstein Kiel war das bereits das zweite Mal in dieser Spielzeit, dass man in der letzten Aktion der Nachspielzeit noch den unglücklichen Ausgleich kassierte. Mit den vier Punkten mehr, die also mit etwas mehr Cleverness (oder auch nur Glück) absolut möglich gewesen wären, würde man aktuell auf Platz drei stehen, und erster Verfolger von Köln und dem HSV sein.

Alle Spiele Bochum vs. Jahn Regensburg

12/13 (2.BL) VfL - SSV 0:2 (-)
17/18 (2.BL) VfL - SSV 1:1 (VfL-Tor: Wurtz)
18/19 (2.BL) VfL - SSV 3:3 (Hinterseer(2),Tesche)

 

3 Spiele – 0 – 2 – 1 – 4:6 Tore