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2. Bundesliga 2017/2018 - Samstag, 10. März 2018, 13:00 Uhr
VfL Bochum - Holstein Kiel (1:0) 1:1

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 14.939
VfL: Riemann - Celozzi (72.Gyamerah), Fabian, Hoogland, Soares - Losilla, Janelt - Sam (90.+1 Gündüz), Stöger, Kruse - Hinterseer (80.Serra)
KSV: Kronholm - Herrmann, Schmidt, Kinsombi, J.van den Bergh - Peitz - Schindler, Mühling, Drexler, Lewerenz (46.Weilandt) - Ducksch
Tore:
1:0 Stöger (8., Linksschuss, Vorarbeit Losilla),
1:1 Ducksch (61., Rechtsschuss, Vorarbeit Weilandt)
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zum allerersten Mal überhaupt war an diesem mit 15°C sehr milden und fast schon frühlingshaften Samstag Nachmittag Holstein Kiel zu Gast im Ruhrstadion. Der Aufsteiger aus Schleswig-Holstein ist wahrscheinlich DIE Überraschungsmannschaft in der 2. Bundesliga in dieser Saison. Zwar hatten viele Experten der Mannschaft von Trainer Markus Anfang in dieser Spielzeit durchaus eine gute Rolle zugetraut, aber dass Holstein mit um den Aufstieg in die 1. Bundesliga kämpft, hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht gedacht. Seit dem 8. Spieltag steht man jetzt immer auf einem der Aufstiegsplätze und das völlig zurecht, denn Holstein überzeugt mit attraktivem Offensivfußball. Das hat auch der VfL Bochum schon erfahren müssen, als man in der Hinrunde völlig verdient mit 0:3 in Kiel unterlag (und damit noch gut bedient war). Mit jetzt 51 Toren hat die KSV Holstein bislang die meisten Tore in dieser Saison in der 2. Bundesliga erzielt und nicht nur Spieler wie Marvin Ducksch (14 Saisontore), Dominick Drexler (11) oder Kingsley Schindler (7) haben es sicher schon längst in die Notizbücher höherklassiger Klubs geschafft. 

Davon war allerdings an diesem Nachmittag zunächst nicht viel zu sehen. Und das lag vor allem auch am VfL Bochum, der nach dem 1:0-Auswärtssieg beim FC Ingolstadt am vergangenen Montag wiederum eine starke erste Hälfte hinlegte. Bereits nach acht Minuten brachte Kevin Stöger - nach schöner Vorlage von Geburtstagskind Losilla - den VfL mit 1:0 in Führung. Der VfL blieb auch anschließend das spielbestimmende Team und verpasste es wieder einmal mehrfach, den zweiten Treffer nachzulegen, der das Spiel sicherlich erst einmal etwas beruhigt hätte. Holstein Kiel war die gesamte erste Halbzeit lang erstaunlich harmlos, und kam nicht zu einer einzigen guten Möglichkeit.

Aber das sollte sich in Hälfte zwei ändern, denn jetzt machten die Gäste aus Holstein mehr Druck, und der VfL konnte mit zunehmender Spielzeit immer seltener für etwas Entlastung sorgen. Trotzdem hatten die Gastgeber aber auch weiter die besseren Torchancen. Die beste vergab Losilla in der 57. Minute, als er nach einem Fehler von KSV-Keeper Kronholm im Strafraum abzog, aber KSV-Verteidiger Schmidt auf der Linie retten konnte. Statt 2:0 stand es vier Minuten später dann urplötzlich 1:1. Die erste gute Torchance des gesamten Spiels für die Gäste nutzte Kiels Torjäger Marvin Ducksch eiskalt zum Ausgleich. Die starke Vorlage lieferte ausgerechnet Tom Weilandt, der in dieser Saison vom VfL Bochum an Holstein Kiel ausgeliehen ist. Anschließend drehte sich das Spiel ganz klar in Richtung der Gäste, die jetzt deutlich näher als die Gastgeber am Siegtor waren und jetzt im Stile einer Spitzenmannschaft agierten. Aber Marvin Ducksch vergab glücklicherweise alleine drei gute Einschussmöglichkeiten. Vom VfL kam in der Schlussphase nicht mehr viel. Und trotzdem hätte es fast noch zum Siegtor gereicht, als es in der 77. Minute nach (angeblichem) Rückpass einen indirekten Freistoß im Strafraum für die Gastgeber gab. Den gutplatzierten Schuss von Stöger rettete aber erneut Schmidt für Kiel auf der Linie.

Hin- und hergerissen bin ich bei der Wertung dieses Unentschiedens. Ein Punkt zu Hause gegen den aktuellen Tabellendritten hört sich erst mal ganz gut an, aber durch die frühe Führung und die starke erste Hälfte fühlte sich das aus Bochumer Sicht irgendwie doch mehr wie ein Punktverlust an. Und wenn man auf die Statistiken dieses Spiel schaut, dann sieht es wieder eher wie ein glücklicher Punktgewinn aus. Denn dort ist Holstein Kiel sowohl bei den Torchancen (12:7), bei Ecken (10:3) und auch beim Ballbesitz (62%:38%) eindeutig vorne. Die erste Hälfte ging an Bochum, die zweite an Kiel. Deswegen kann man insgesamt gesehen wohl von einem hochverdienten Remis ausgehen. Beiden hat dieser Punkt allerdings in der aktuellen Lage kaum weitergeholfen, denn Kiel verpasste es, auf Nürnberg aufzuschließen, die am Abend zuvor überraschend in Bielefeld verloren hatten, und auch der VfL verpasste es, einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen.

Alle Spiele Bochum vs. Holstein Kiel

17/18 (2.BL) VfL - KSV 1:1 (VfL-Tor: Stöger)

1 Spiel – 0 – 1 – 0 – 1:1 Tore