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2. Bundesliga 2017/2018 - Montag, 29. Januar 2018, 20:30 Uhr
VfL Bochum - Arminia Bielefeld (0:0) 0:1

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 12.417
VfL: Dornebusch - Gyamerah, Hoogland, Fabian, Hemmerich (79.Sam) - Stöger, Losilla - Eisfeld (76.Leitsch) - Ochs (61.Hinterseer), Kruse - Wurtz
DSC: Ortega - Dick, Behrendt, Börner, Hartherz - Kerschbaumer, Schütz - Weihrauch (89.Weigelt), Staude (77.Hemlein) - Klos (62.Putaro), Voglsammer

Tore:
0:1 Hartherz (68., direkter Freistoß, Linksschuss)

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Kackspiel bei Kackwetter. Mehr muss man eigentlich nicht zu diesem Fußballabend schreiben. Der VfL Bochum befindet sich nach den ersten beiden Heimspielen im Jahr 2018 scheinbar im freien Fall Richtung 3. Liga. Jedenfalls wirkt es so, denn auf allen Ebenen ist der VfL zurzeit ein Krisenverein. Zur "Führungskrise" und "Zuschauerkrise" ist mittlerweile auch eine sportliche Krise hinzugekommen, wobei es schon so aussieht, als ob es da einen kausalen Zusammenhang gäbe. Die vielen jungen, unerfahrenen Spieler und das ebenfalls junge und unerfahrene Trainerteam scheinen mit der aktuellen Situation derzeit überfordert, und so verliert man dann in so einer Situation im ungewohnten Abstiegskampf auch ein eigentlich enges Match unglücklich.

Mit der jetzt dritten Niederlage in Folge geht es rapide in Richtung der Abstiegsplätze. Das Bemühen und den Einsatz konnte man der jungen VfL-Truppe aber an diesem regnerisch-kühlen Abend nicht absprechen. Die Stimmung war insgesamt auch etwas positiver als beim vorherigen Heimspiel gegen Duisburg, und das Spiel hätte natürlich auch genauso gut genau anders herum, also 1:0 für den VfL, ausgehen können. In einem niveauarmen Duell zweier absolut gleichwertiger Mannschaften war der VfL das etwas aktivere Team (Ballbesitz 57%:43%, Torschüsse 13:11), aber brachte den Ball halt nicht im gegnerischen Tor unter. Das ist ganz sicher (zumindest teilweise) auch der psychischen Komponente (wenig Selbstvertrauen, insgesamt negative Grundstimmung, viel zu wenig Tore erzielt) geschuldet.

Seit dem 7. Oktober 2017, also der letztjährigen Jahreshauptversammlung ist beim VfL Bochum nichts mehr so, wie es mal war, und eine kaum für möglich gehaltene Abwärtsspirale droht den kompletten Klub in den Abgrund zu ziehen. Dabei sah es in den vergangenen Jahren eigentlich positiv aus, so als ginge es langsam, Schritt für Schritt, aufwärts beim VfL. Mit den beiden neuen Vorständen Wilken Engelbracht (Finanzen) und Christian Hochstätter (Sport) hatte der Aufsichtsratvorsitzende Hans-Peter Villis scheinbar ein gutes Händchen. Sportlich und finanziell verbesserte man sich stetig, mit dem Höhepunkt des fünftes Platzes in der Zweitliga-Saison 2015/16. Auf der sportlichen Seite hatte Gertjan Verbeek den VfL in ruhige Fahrwasser geführt, auf der finanziellen Seite baute man jedes Jahr Schulden ab, so dass man für die Saison 2017/18 erstmals seit 2010 wieder die Bundesliga-Lizenz ohne jegliche Auflagen erhielt.

Es folgte die völlig überraschende Trennung von Gertjan Verbeek, mitten in der Sommervorbereitung 2017. Wenn man ehrlich ist, begann genau von diesem Tag an eigentlich die ganz große Abwärtsspirale beim VfL Bochum. Der neue Trainer Ismail Atalan hatte lediglich zwei Wochen Zeit, sich und sein Team auf die neue Saison vorzubereiten, wirkte letztendlich leider überfordert und verlängerte die Testspielphase bis in die ersten Saisonspiele, wodurch man gleich mal durch fehlende Punkte unter Druck geriet und auch sofort wieder mit dem nächsten Trainerwechsel reagierte. Hier gab es erste Kritik an Christian Hochstätter. Allerdings ging es hier nur um  die unglückliche Kommunikation, denn gerade einmal zwei Tage vor Atalans Entlassung hatte Hochstätter diesen mit den Worten "Herzlich Willkommen beim VfL, Isi" auf der besagten JHV offiziell begrüßt. Interimstrainer Rasiejewski stabilisierte die Mannschaft zunächst etwas, aber wirkt mittlerweile auch genauso überfordert und ratlos wie Atalan.

Mindestens genauso schlimm war aber das, was auf den anderen Ebenen passierte. Kapitän und Führungsspieler Felix Bastians wurde wegen dem sog. "Butternudelgate" rasiert, und verließ den VfL schließlich in der Winterpause nach China. Es folgte eine äußerst peinliche Pressekonferenz von Christian Hochstätter, wo er zahlreiche Internas ausplauderte, und man sich des Eindruckes nicht verwehren konnte, dass es nur darum ging, seinen Sohn schützen, den er mehr oder weniger heimlich als Teammanager installiert hatte und der wegen dieser Affäre auch den Klub verlassen musste. Nach der Beurlaubung Atalans wurde Felix Bastians, der vorher von Atalan geschützt wurde, plötzlich nachträglich suspendiert und klagte sich wieder ins Training herein. Zwischendurch hatte zu allem Übel auch noch die beschlossene Ausgliederung einen tiefen Riss in der Bochumer Fanszene verursacht. Die Ultragruppierungen entschieden sich für einen Stimmungsboykott und einen Umzug von der Ostkurve auf die Westkurve, wodurch sich die Atmosphäre im Ruhrstadion auf Testspielniveau verschlechterte.

Aber auch das war noch nicht alles. Weil Jens Rasiejewski als Interimstrainer trotz guten Beginns nicht voll überzeugen konnte, und man mehr oder weniger sportlich auf der Stelle trat, war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass man für die Rückrunde einen Typ "erfahrener Trainer" verpflichten wird und war wie viele andere auch irritiert, als man ihn frühzeitig vor dem Jahreswechsel gleich mit einem Vertrag bis zum Sommer 2019 ausstattete. Aber immer, wenn man denkt, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, kommt der nächste Schlag. Kurz danach gaben nämlich mit Frank Goosen und Matthias Knälmann (dem Vorsitzenden des Wirtschaftsrates) zwei Aufsichtsräte ihren sofortigen Rücktritt bekannt, und auch Finanz-Vorstand Wilken Engelbracht wird den VfL in Kürze verlassen. Auch hier liegt es nahe, dass das eine mit dem anderen etwas zu tun haben könnte.

Wenn man ehrlich ist, begann die Abwärtsspirale des VfL Bochum eigentlich sogar schon im Sommer 2016, und zwar mit der verfehlten Transferpolitik von Christian Hochstätter. Von 13 neu verpflichteten Spielern konnten eigentlich nur drei komplett oder teilweise überzeugen (Stöger, Wurtz und Janelt als Leihspieler). Bis auf Jannik Bandowski sowie Kompalla und Merkel, von denen man sich ja in diesem Winter auch noch trennen möchte, haben alle anderen nicht überzeugenden Neuzugänge den Klub schon wieder verlassen. Auf Grund des gleichzeitigen und damit verbundenen sportlichen Substanzverlustes (Terodde, Bulut, Haber und Terrazzino als Abgänge) war die Saison 2016/17 sportlich schon eher ein Rückschritt, im Vergleich zur Vorsaison. Auch der Transfersommer 2017 erwies sich trotz großer Hoffnungen bislang als nicht besonders erfolgreich. Der Kader scheint, wie schon in der vergangenen Saison, einfach zu schlecht zusammengestellt zu sein, um die Saisonziele erreichen zu können. Von den neun Neuzugängen konnten bislang nur Danilo Soares und Robbie Kruse überzeugen, mit Abstrichen noch Lukas Hinterseer. Der Rest stellte sich bislang als Flop (Diamantakos, Sam, Tesche) oder nicht abschließend bewertbar (Hemmerich, Ochs, Serra) heraus. Trotzdem sollte der Kader eigentlich stark genug sein, um einen Mittelfeldplatz in der 2. Bundesliga zu erreichen. Das ist natürlich aber weit hinter dem, was Christian Hochstätter selbst vor der Saison als Ziel vorgegeben hat.

Also was kann man machen, damit die Fans wieder komplett hinter der Mannschaft stehen und der Verein sich endlich wieder als Einheit präsentiert? Denn so kann es auf keinen Fall weitergehen. Das aktuelle "Jeden gegen jeden" wird den VfL ohne Zweifel in die 3. Liga bringen. Meiner Meinung nach helfen jetzt eigentlich nur noch personelle Veränderungen auf den wichtigen Positionen. Eine positive Zukunft mit Christian Hochstätter wird es wohl nicht mehr geben. Da spielt es auch inzwischen keine Rolle mehr, dass ich die meiste Zeit seiner Tätigkeit beim VfL als positiv bewerte. Dafür sind die Gräben mittlerweile wohl viel zu tief. Zwar wird man mit einem neuen Trainer und/oder Vorstand Sport nicht automatisch wieder Spiele gewinnen, aber sicherlich könnte eine Neuausrichtung befreiend wirken und dafür sorgen, dass das Umfeld und auch das gesamte Team wieder näher zusammenrückt. So etwas würde sich sicher auch auf die vielen jungen Spieler leistungsfördernd auswirken.

 

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"

Alle Duelle Bochum vs. Bielefeld:

71/72 (1.BL) VfL - DSC 2:1 (VfL-Tor: Walitza,Köper)
78/79 (1.BL) 
VfL - DSC 1:0 (Eggert)
80/81 (1.BL) 
VfL - DSC 0:2 (-)
81/82 (1.BL) 
VfL - DSC 1:1 (Lameck)
82/83 (1.BL) 
VfL - DSC 1:1 (Knüwe)
83/84 (1.BL) 
VfL - DSC 2:3 (F.Schulz,Eigentor)
84/85 (1.BL) 
VfL - DSC 1:1 (Kuntz)
88/89 (Pokal) 
VfL - DSC 4:1 n.V. (Legat,Leifeld,Bolzek,Heinemann)
95/96 (2.BL) 
VfL - DSC 2:0 (Wohlfarth,Peschel)
96/97 (1.BL) 
VfL - DSC 1:1 (Jack)
97/98 (1.BL) 
VfL - DSC 1:0 (Wosz)
01/02 (2.BL) 
VfL - DSC 0:0 (-)
02/03 (1.BL) 
VfL - DSC 0:3 (-)
04/05 (1.BL) 
VfL - DSC 1:1 (Madsen)
06/07 (1.BL) 
VfL - DSC 2:1 (Fabio Junior,Ilicevic)
07/08 (1.BL) 
VfL - DSC 3:0 (Mieciel(2),Dabrowski)
08/09 (1.BL) 
VfL - DSC 2:0 (Mieciel,Pfertzel)
10/11 (2.BL) 
VfL - DSC 3:1 (Freier,Dabrowski,Jong)
13/14 (2.BL)
VfL - DSC 1:4 (Butscher)
15/16 (2.BL) VfL - DSC 2:2 (Terodde(2))
16/17 (2.BL) VfL - DSC 1:1 (Gündüz)
17/18 (2.BL) VfL - DSC 0:1 (-)


22 Spiele, 9 - 8 - 5 , 31:25 Tore