TuS 05 Sinsen       
 
3
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1
Concordia Wiemelhausen
   
:
   
Westfalenliga 2 2018/2019 - Sonntag, 9. Dezember 2018, 15:00 Uhr
TuS 05 Sinsen - Concordia Wiemelhausen (3:1) 3:1

Spielort: BSA Obersinsen (KR), Marl
Zuschauer: 200

Tore:
1:0 Sdzuy (6.),
2:0 Piechottka (12.),
3:0 Koscholleck (15.),
3:1 Silberbach (31.)
Schiedsrichter: David Ciha

Am zweiten Adventssonntag 2018 ging es erneut bei Dauerregen nach Marl, in die mit 85.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt des Kreises Recklinghausen, die ziemlich genau am Übergang vom Ruhrgebiet ins Münsterland liegt. Neben dem TSV Marl-Hüls, dem großen Traditionsklub der Stadt, der in den 1960er Jahren sogar mal erstklassigen Fußball gespielt hatte, und dem VfB Hüls, der in den 2000er Jahren mehrmals an die Tür zur Drittklassigkeit angeklopft hat, aber mittlerweile nach finanziellen Schwierigkeiten wieder in der Versenkung verschwunden ist, hat sich der TuS Sinsen aus dem gleichnamigen Stadtteil mehr oder weniger klammheimlich zur sportlichen Nummer eins der Stadt aufgeschwungen.

Durch den 5:2-Auswärtssieg im Stadt-Derby beim TSV Marl-Hüls am vergangenen Wochenende grüßt man als Herbstmeister der sechstklassigen Westfalenliga und darf damit ernsthaft vom Aufstieg in die Oberliga Westfalen träumen, während Stadtrivale TSV Marl-Hüls als Vorletzter der Abstieg in die Landesliga droht. Nachdem man den größten Teil seiner Vereinsgeschichte in der Kreisliga Recklinghausen verbracht hat, geht es für den TuS Sinsen seit einigen Jahren langsam aber kontinuierlich nach oben. 2012 gelang erstmals der Aufstieg in die Landesliga Westfalen, und 2015 erstmals der Aufstieg in die Westfalenliga. Schon in den ersten Westfalenliga-Jahren hatte man mit dem Abstiegskampf nichts zu tun, und erreichte jeweils einen einstelligen Tabellenplatz.

Bei einem Aufstieg in die Oberliga dürfte die Anlage vom TuS Sinsen, in der man seit 1984 spielt, aber zu den sinnlosesten Grounds dieser Spielklasse gehören. Denn der Hauptplatz, der Naturrasenplatz, verfügt über keinerlei Ausbau, mit Ausnahme des Gebäudes an der einen Längsseite, der u.a. die Umkleidekabinen und Toiletten beherbergt und zumindest etwas Regenschutz bietet. Derzeit wird der Naturrasenplatz umgebaut und deswegen trägt man dauerhaft seine Heimspiele auf dem Kunstrasenplatz direkt nebenan aus, der 2015 von Asche aus Kunstrasen umgerüstet wurde und den man sich mit Nachbar Germania Lenkerbeck teilt. Kurioserweise ist der Kunstrasenplatz aber der sowieso etwas interessantere Ground, weil er wenigstens über etwas Ausbau, in Form von unüberdachten Stehstufen, verfügt. Insgesamt gesehen aber trotzdem eine eher langweilige Anlage.

Langweilig kann Concordia Wiemelhausen irgendwie nicht, zumindest was die sportlichen Leistungen betrifft. In der vergangenen Saison folgte auf eine extrem starke Hinrunde eine extrem schwache Rückrunde. In dieser Spielzeit gab es einen ganz schwachen Saisonstart, mit nur acht Punkten aus den ersten acht Saisonspielen, der harten Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag befürchten ließ. Es folgte zuletzt eine unglaubliche Serie mit sechs Siegen in Folge, wodurch sogar der Sprung auf Platz fünf gelang. So reiste man an diesem Nachmittag mit viel Selbstvertrauen zum Spitzenreiter. Einen Erfolg für Wiemelhausen verhinderte aber an diesem Tag aber, dass man die erste Viertelstunde komplett verschlief. Denn bereits nach 15 Minuten führten die Gastgeber mit 3:0. Zwei Tore davon fielen nach Standardsituationen. Und damit war das Spiel eigentlich so gut wie gelaufen. Zwar gelang Wiemelhausen noch vor der Pause der Anschlusstreffer, und auch in Hälfte zwei drängte man auf das zweite Tor, aber die Gastgeber machten das sehr geschickt und verteidigten den Vorsprung souverän bis zum Schlusspfiff.