TuS Hattingen 1863  
 
4
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4
FC Altenbochum 1920/28
   
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Bezirksliga Westfalen 2018/2019 - Sonntag, 23. September 2018, 15:00 Uhr
TuS Hattingen - FC Altenbochum (2:0) 4:4

Spielort: Stadion Wildhagen, Hattingen
Zuschauer: 30

Tore:
1:0 Günthner (40.),
2:0 Petz (45.),
3:0 Sauret-Kranz (50.),
3:1 Rinklake (52., Foulelfmeter),
3:2 Bousouf (55.),
3:3 Reinmöller (67.),
3:4 Kleinschwärzer (78.),
4:4 Dogan (90.+3)
Schiedsrichter: Turan Alabas
Gelb-Rote Karte: Geik (58., Hattingen)

Überpünktlich zum Herbstanfang stattete der Herbst uns in NRW also an diesem Sonntag einen ersten konkreten Besuch ab. War es gestern noch herbstlich, war es heute wirklich extrem herbstlich, bei Dauerregen und Temperaturen um die 10°C. Vor gerade einmal drei Tagen waren es noch 26 Grad. Bei dem vorhergesagten Dauerregen hatte ich zwar trotzdem irgendwie Lust auf Fußballschauen, aber keine Lust weit zu fahren. Gestern, auf dem Weg nach Velbert, war ich direkt am Stadion Wildhagen in Hattingen vorbeigekommen, und schaute so direkt mal nach Spielen dort. Und tatsächlich hatte der TuS Hattingen an diesem Sonntag ein Heimspiel in der Bezirksliga, das sogar auf dem Hauptplatz, also auf Rasen, angesetzt war. Dass bei diesen Bedingungen wirklich auf Naturrasen gespielt wird, konnte ich zwar nicht glauben, aber machte mich auf den Weg nach Hattingen, natürlich mit einer Alternative im Hinterkopf, falls doch auf dem Nebenplatz gespielt wird. Bei der Ankunft am Stadion Wildhagen gab es aber gleich grünes Licht, denn schon von außen sah man, dass sich beide Teams auf dem Hauptplatz warmmachten.

Also konnte ich an diesem tristen Sonntag wenigstens noch einen Ground abhaken, der schon lange weit oben auf meiner Liste stand. Vor etwas mehr als drei Jahren hätte ich es beinahe schon geschafft, denn eigentlich wollte ich den 6:0-Testspiel-Sieg des VfL Bochum dort gegen eine Hattinger Stadtauswahl besuchen, aber schaffte dies aus mir nicht mehr bekannten Gründen dann doch nicht. Damals waren 2.000 Zuschauer dabei, in dem Ground, der offiziell bis zu 8.000 Zuschauer fassen kann. Solche Zuschauerzahlen hatte der Klub zuletzt in der 1960er Jahren, als man insgesamt sechs Jahre lang der damals drittklassigen Verbandsliga Westfalen angehörte. Der "Turn- und Sportverein Hattingen 1863" wurde eigentlich erst im Jahr 1945 gegründet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlaubte die britische Besatzungsmacht nur einen Hattinger Sportverein, und so schlossen sich neun Hattinger Klubs zum neuen TuS Hattingen zusammen. In den letzten zwanzig Jahren pendelte der TuS eigentlich immer nur zwischen der inzwischen achtklassigen Bezirksliga und neuntklassigen Kreisliga A hin und her.

Aktuell spielt man mal wieder in der Bezirksliga und erreichte in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils solide Plätze im Tabellenmittelfeld. Gegner an diesem Sonntag war der FC Altenbochum, der Klub, der seine Heimat gerade einmal 400 Meter von meinem aktuellen Zuhause hat. Der FC Altenbochum ist ein noch recht junger Klub, der erst 2016 aus einer Fusion des SC Post Altenbochum mit den Sportfreunden Altenbochum entstanden war, die sich zuvor sowieso schon die Platzanlage "Am Pappelbusch" geteilt hatten. Nachdem man bereits in der vergangenen Saison um den Aufstieg mitgespielt hatte, gelang dem FCA ein Superstart in die neue Spielzeit 18/19. Mit sechs Siegen aus sechs Spielen reiste man als Spitzenreiter nach Hattingen, und ging also als Favorit in dieses Spiel.

Dass das im Fußball aber oft nicht viel zu bedeuten hat, sah man von Anfang in dieser Begegnung. Die Gastgeber vom TuS Hattingen waren absolut gleichwertig, und gingen durch einen Doppelschlag kurz vor der Pause mit 2:0 in eben diese. Als sie kurz nach Wiederanpfiff das 3:0 erzielten, schien diese Partie eigentlich entschieden. Aber praktisch im Gegenzug gab es einen Elfmeter für die Gäste, den Rinklake zum Anschlusstreffer verwertete. 3:1. Plötzlich spielten nur noch die Gäste, die jetzt zeigen konnten, warum sie bislang ungeschlagener Tabellenführer in dieser Spielklasse sind, und drehten das Spiel schließlich innerhalb von 26 Minuten von 3:0 in ein 3:4. Es war ein auch für den neutralen Zuschauer unglaublich interessantes Spiel, denn die Gastgeber schlugen in der Nachspielzeit, obwohl sie mehr als 30 Minuten in Unterzahl spielen mussten, nochmal zurück und kamen zum erneuten Ausgleich. Am Ende wussten beide Teams nicht, ob sie sich jetzt freuen oder ärgern sollten.