SV Scherpenberg 1921
 
1
:
0
PSV Wesel-Lackhausen
  SV Scherpenberg Offiziell
:
  PSV Wesel Offiziell
Landesliga Niederrhein 2017/2018 - Sonntag, 11. März 2018, 15:00 Uhr
SV Scherpenberg - PSV Wesel (0:0) 1:0

Spielort: Sportplatz Homberger Straße, Moers
Zuschauer: 150
SVS: 1 Weigl - 4 Sendag, 6 Duman, 8 Yavuz, 9 Stellmach, 10 Krasniqi (63. 20 E.Bougjdi), 11 Zakholy (46. 15 Hamdi), 16 Franke, 21 Y.Bougjdi (63. 18 Sogolj), 22 Frömmgen, 24 Schmidt
PSV: 1 Kaiser - 3 Bruns, 9 Eisenstein, 10 Sadek (88. 5 Vos), 12 Blaswich, 15 Meis, 18 Begic (90. 6 Müller), 21 Staude, 23 Tuncel (65. 14 Giese), 25 Weinkath, 27 Erdem

Tore:
1:0 Hamdi (90.+4)
Schiedsrichter: Marcel Reinhold (Viersen)
Rote Karte: Erdem (Wesel, 48, grobes Foul)
Gelb-Rote Karte: Bruns (Wesel, 68., wiederholtes Foulspiel)

Vom GSV Moers ging es also weiter in zehn Minuten kurz hinüber zum SV Scherpenberg, zu meinem mittlerweile dritten Spiel des Tages. Der Moerser Stadtteil Scherpenberg hat etwas mehr als 4.000 Einwohner und liegt direkt an der Stadtgrenze zu Duisburg, genauergesagt grenzt der direkt an Homberg. Wenn man das weiß, ergibt der Name "Sportplatz Homberger Straße" auch gleich irgendwie Sinn. Der Ground des SV Scherpenberg liegt mitten in einem kleinen Waldgebiet und war definitiv der schönste des Tages. Es handelt sich um einen reinen Fußballplatz mit Asche als Untergrund, der auf der einen Längsseite, wo sich auch das Vereinsheim befindet, ein paar Stehstufen als Ausbau hat. Insgesamt hat der Platz also herrlichen Kreisliga-Oldschool-Charme zu bieten.

Die Kreisliga hat der SV Scherpenberg aber mittlerweile hinter sich gelassen und strebt nach Höherem. 2017 gelang erstmals in der Vereinsgeschichte der Aufstieg in die sechstklassige Landesliga Niederrhein, und als Saisonziel für die erste Landesliga-Saison 2017/18 hat man schlicht und einfach den Durchmarsch in die Oberliga Niederrhein vorgegeben. Mit Hari Coric (vorher u.a. Schalke II und Fürth II) und Ercan Aydogmus (vorher u.a. Wuppertaler SV und Fortuna Köln) hatte man u.a. dazu zwei Stürmer mit höherklassiger Erfahrung verpflichtet, um den SVS in die Oberliga zu schießen. Fast die gesamte Hinrunde stand man auch auf einem Aufstiegsplatz, aber zum Ende des Jahres ging dem SVS etwas die Luft aus. Und das nicht nur sportlich, sondern auch finanziell, denn beide Spieler sowie der Erfolgstrainer der vergangenen Jahre haben den Klub mittlerweile wieder verlassen. Auch im Niederrheinpokal hatte der SVS in der ersten Saisonhälfte für Aufsehen gesorgt. Man besiegte u.a. mit Ratingen 04, SSVg Velbert und dem VfB Homberg gleich drei Oberligisten und zog ins Viertelfinale ein. Dort unterlag man sehr unglücklich dem Ligarivalen FSV Duisburg mit 6:7 nach Elfmeterschießen.

An diesem Nachmittag enttäuschte (mich) aber der SV Scherpenberg über weite Strecken und tat sich gegen den PSV Wesel-Lackhausen, der noch gegen den Abstieg kämpft, mehr als schwer. Selbst, als die Gäste nach einem Platzverweis in der 48. Minute und einer Gelb-Roten Karte in der 68. Minute die letzten 22 Minuten (bzw. eigentlich 26 Minuten) mit zwei Mann weniger spielen mussten, schafften die Scherpenberger es kaum mal gefährlich vor das gegnerische Tor, also waren viel zu harmlos. Mit zwei Mann weniger war der PSV Wesel in der Schlussphase dem Siegtor sogar näher als die Gastgeber. In der vierten Minute der Nachspielzeit gelang den Gastgebern dann aber doch noch das insgesamt sehr glückliche, allerdings sehr sehenswerte, aus spitzem Winkel erzielte Siegtor. Das war für die aufopferungsvoll in Unterzahl kämpfenden Weselaner natürlich doppelt bitter, in letzter Sekunde noch so zu verlieren.

Trotz der vielen negativen Nachrichten in letzter Zeit ist der SV Scherpenberg aber dadurch immer noch im Geschäft, was den Aufstieg in die Oberliga betrifft. Weil es derzeit danach aussieht, dass es keinen niederrheinischen Absteiger aus der Regionalliga West in die Oberliga gibt, wird es wahrscheinlich jeweils zwei Aufsteiger aus den beiden Landesliga-Staffeln geben. Und da liegt der SV Scherpenberg aktuell auf Platz drei seiner Staffel, nur sechs Punkte hinter dem Tabellenzweiten FSV Duisburg. Dazu haben die Scherpenberger noch ein Spiel weniger als die Duisburger absolviert, können also theoretisch noch auf drei Punkte herankommen.

Direkt nach dem Abpfiff ging es weiter zum vierten Spiel des Tages nach Herne.
Enttäuschung bei den Gästen nach dem 1:0 in der 94. Minute
Enttäuschung bei den Gästen nach dem 1:0 in der 94. Minute