SSV Buer 07/28
 
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FC Frohlinde 1949
   
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Landesliga Westfalen 2018/2019 - Sonntag, 7. Oktober 2018, 15:00 Uhr
SSV Buer - FC Frohlinde (0:0) 0:2

Spielort: SSV-Stadion Löchterheide, Gelsenkirchen
Zuschauer: 60

Tore:
0:1 Muzaffer (73.),
0:2 Brewko (82.)
Schiedsrichter: Johannes Liedtke
Gelb-Rote Karte: ??? (71., SSV Buer)

An diesem wieder sehr spätsommerlichen Sonntag ging es bei Temperaturen um 17°C zum SSV Buer in die Nachbarstadt nach Gelsenkirchen. Vorab fuhr ich aber erst einmal zur Zeche Hugo, bzw. zu dem, was von ihr noch übriggeblieben ist. Die Zeche Hugo ist unweigerlich mit Buer verbunden, denn sie bedeutete für das zuvor kleine Bauerndorf den Aufstieg zu einer großen Industriestadt. 1911 wurde die selbstständige Stadt Buer gegründet, und, als man 1928 nach Gelsenkirchen eingemeindet wurde, hatte die Gemeinde schon mehr als 100.000 Einwohner. Größter Arbeitgeber in Buer war seit etwa 1875 also die Zeche Hugo, die schließlich 1998 endgültig stillgelegt wurde. Heutzutage ist allerdings wirklich nicht mehr viel von ihr übriggeblieben. Immerhin hat man noch den Förderturm von Schacht 2 erhalten, um den herum ein kleiner Landschaftspark zum Wandern oder Radfahren entstanden ist. Des Weiteren wurde auch noch das alte Schrankenwärterhäuschen erhalten, aber auch nur, weil sich ein ehemaliger Bediensteter beim Anrollen der Abrissbagger weigerte, das Gebäude zu verlassen. Die Trasse der ehemaligen Hugo-Bahn ist zum Radweg umgebaut worden, gehört auch zur "Route der Industriekultur" und führt u.a. auch am Schrankenwärterhäuschen vorbei. Dort gibt es auch ein Denkmal für "Alex", dem letzten Grubenpferd der Zeche Hugo.

Die "Sport- und Spielvereinigung Buer 07/28" gibt es erst seit dem Jahr 1964, als die "DJK Sportfreunde Buer 1928" mit dem "BV Buer 07" fusionierten. Der Vorgängerklub "Ballspielverein Buer 07" gehörte dabei in den 1920er Jahren regelmäßig der höchsten deutschen Spielklasse an und hatte schon seit 1920 das Stadion Löchterheide als seine Heimat, das damals bis zu 20.000 Zuschauer fassen konnte. Seit der Fusion gelang der "neuen" SSV Buer immer mal wieder kurz der Sprung in die Landesliga oder sogar Verbandsliga, um dann wieder in die Kreisliga abzustürzen. Mittlerweile hat man sich seit 2016 mal wieder bis in die siebtklassige Landesliga Westfalen hochgearbeitet, wo man an diesem Sonntag auf den aktuellen Spitzenreiter FC Frohlinde aus Castrop-Rauxel traf.

Und die Gäste aus Frohlinde spielten an diesem Nachmittag echt im Stile einer Spitzenmannschaft. Während die SSV Buer das Spiel bestimmte, optisch überlegen war und Torchance um Torchance vergab, erzielten die Gäste in der Schlussphase eiskalt zwei Treffer und gewannen - vom Spielverlauf her - eher schmeichelhaft. Kurz vor dem Führungstor gab es einen Platzverweis für die Gastgeber, und anschließend fuhren die Gäste in Überzahl sehr souverän den Sieg nach Hause. Während der FC Frohlinde also weiter von der Tabellenspitze grüßt und vom Aufstieg in die Westfalenliga träumen darf, liegt die SSV Buer im unteren Tabellenmittelfeld, knapp vor den Abstiegsrängen.

Das Stadion Löchterheide ist aber auf jeden Fall immer noch ein echter Hingucker für diese Spielklasse. Bis auf einen kleinen Bereich hinter einem Tor gibt es rundherum sechs unüberdachte Stehplatzstufen, die auf einer Seite in vier höhere Stufen übergehen und auf der einen Längsseite zudem noch zwei Reihen mit blauen Plastiksitzen. In diesem Bereich finden sich auch ein Würstchen- und ein Getränkestand, und die einzigen Überdachungen der Anlage, was aber glücklicherweise an diesem Sonnentag sowieso keine Rolle spielte. Ein paar Abzüge gibt es nur für die Laufbahn, durch die man recht weit weg vom Geschehen ist. Zur Anlage gehören auch noch zwei Nebenplätze: Ein Kunstrasenplatz ohne Ausbau und ein sehr ansprechend wirkender Ascheplatz, mit ein paar Stehstufen rundherum.