SpVgg Recklinghausen 95/08
 
8
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7
  SV Herta Recklinghausen  
   
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Kreispokal Recklinghausen 2018/2019 - Sonntag, 5. August 2018, 15:00 Uhr
SpVgg Recklinghausen - Herta Recklinghausen (2:2) 4:4, 4:4 n.V., 8:7 n.E.

Spielort: Sportplatz Schimmelsheider Park, Recklinghausen
Zuschauer: 75

Tore:
0:1 Shala (10.),
0:2 Shala (17., Foulelfmeter),
1:2 Ermek (30., Foulelfmeter),
2:2 Turan (38.),
2:3 Shala (63.),
3:3 Ermek (67.),
3:4 Shala (75.),
4:4 Tetik (89.)
Schiedsrichter: Marius Burrichter

Eigentlich sollte es für Mike und mich an diesem wieder sehr heißen Sonntag wie im letzten Jahr zu einem Spiel in der ersten Runde des Niederrheinpokals gehen, aber die einzigen für uns beiden interessanten Grounds waren uns dann doch irgendwie für einen Besuch zu riskant, wegen der großen "Nebenplatzgefahr" bei den beiden Vereinen. So entschieden wir uns ganz spontan dann doch für einen Doppler in direkter Nachbarschaft, in Recklinghausen. Im Kreispokal des Fußballkreises Recklinghausen kämpfen die teilnehmenden Klubs um zwei Startplätze für den Westfalenpokal der kommenden Saison, also für die Spielzeit 2019/20.

Am Sportplatz "Schimmelsheider Park" empfing die heimische SpVgg Recklinghausen in der ersten Runde heute den SV Herta Recklinghausen. Die "Sportvereinigung Recklinghausen 95/08" spielt aktuell in der zehntklassigen Kreisliga B und war dort in der vergangenen Saison im Tabellenmittelfeld auf Rang zehn gelandet. Die Gäste vom "SV Herta Recklinghausen", der 1923 gegründet wurde und als einziger Recklinghäuser Fußballklub noch keine Fusion hinter sich hat, sind in der letzten Spielzeit als Meister der Kreisliga B in die neuntklassige Kreisliga A aufgestiegen. Die zweite Mannschaft des SV Herta spielt mit der Ersten der SpVgg in einer Spielklasse, und war in der vergangenen Saison sogar vor dem heutigen Gastgeber platziert.

Also lag die Favoritenrolle ganz klar bei den Gästen vom SV Herta, die auch sehr früh schon mit 2:0 in Führung lagen und lange Zeit überlegen wirkten. Überraschenderweise schafften die Gastgeber aber vor dem Pausenpfiff noch den Ausgleich zum 2:2. Auch in der zweiten Halbzeit gingen die Gäste noch zwei Mal in Führung, kassierten aber jeweils postwendend wieder den Ausgleich. Nach dem erneuten Ausgleich zum 4:4 in der 89. Minute hatten die Gastgeber ihre beste Phase in diesem Spiel und waren in der Nachspielzeit drauf und dran, das Spiel komplett zu drehen. Es blieb aber beim 4:4, auch nach 120 Minuten, und so musste man ins Elfmeterschießen. Dort setzte sich dann der Außenseiter durch, was natürlich entsprechende Jubelszenen produzierte.

Immer, wenn man nach Recklinghausen zum Fußball schauen kommt, stellt man sich unweigerlich die Frage, warum eine solche Stadt eigentlich keinen höherklassigen Fußballklub hat? Die Stadt Recklinghausen hat mehr als 114.000 Einwohner, ist damit auch offiziell eine Großstadt, aber im Fußball spielt man sowohl überregional als auch regional nur eine kleine Nebenrolle. Dabei hat man mit dem "Stadion Hohenhorst", mit aktuell 10.000 Plätzen, sogar ein Stadion, das einen Regionalligisten, vielleicht sogar Drittligisten beherbergen könnte. Und ausreichend Zuschauerpotenzial für einen höherklassigen Fußballverein sollte in einer Großstadt mitten im Ruhrgebiet doch eigentlich auch vorhanden sein? Die am höchsten spielenden Klubs aus Recklinghausen spielen aber aktuell gerade einmal in der achtklassigen Bezirksliga (SF Stuckenbusch, Westfalia Suderwich, Schwarz-Weiß Röllinghausen und Jung Siegfried Hillerheide). Der 1. FC Recklinghausen sollte als Fusionsklub mal das fußballerische Aushängeschild der Stadt werden, spielte in den 1980er Jahren dann auch immerhin für ein paar Jahre in der damals drittklassigen Oberliga Westfalen, ging aber später pleite. Der Nachfolgeverein FC 96 Recklinghausen spielt aktuell nur noch in der neuntklassigen Kreisliga A, im großen "Stadion Hohenhorst".

Björn hat sich auf seiner Seite "Wohin der Ball auch rollt" intensiv mit dem Thema Recklinghausen als Fußballstadt auseinandergesetzt (hier klicken).