Shamrock Rovers FC
 
0
:
0
Dundalk Football Club
  Shamrock Rovers Offiziell
:
  Dundalk FC Offiziell
Ireland Premier Division 2018 - Freitag, 23. Februar 2018, 20:00 Uhr
Shamrock Rovers - Dundalk FC (0:0) 0:0

Spielort: Tallaght Stadium, Dublin
Zuschauer: 4.065
SRFC: Horgan - Boyle, Gilchrist, Grace, Byrne - McAllister, Bolger - Coustrain (80.Kavanagh), Burke, Miele - Shaw (70.Carr)
DFC: Rogers - Gannon, Cleary, Folan, Massey - Shields, Benson - McGrath (71.Adorjan), Murray (55.Connolly), Duffy - Hoban (61.Tagbajumi)
Tore:
keine
Schiedsrichter: Neil Doyle (Dundrum)


Schon seit längerer Zeit hatte ich mir vorgenommen, nochmal ein Wochenende auf der irischen Insel zu verbringen. Am besten in Verbindung mit dem Länderpunkt Nordirland, der mir noch fehlte. Die Eliteliga in Irland spielt in der Regel Freitags Abends und die höchste Spielklasse in Nordirland jeweils Samstags Nachmittags. Also eigentlich perfekt für einen kleinen Wochenendtrip. Als ich dann kurzfristig günstige Flüge bei Eurowings sah, überlegte ich auch nicht lange und schlug direkt zu. So ging es also an diesem Freitag Morgen kurz hinüber nach Düsseldorf, wo ich gegen 11 Uhr mit der Lufthansa-Tochter Richtung Britische Inseln abhob. Zwei Stunden später erreichte ich dann Dublin, und eine weitere halbe Stunde später war ich auch schon mitten drin, im Gewusel der Innenstadt der irischen Hauptstadt. Bei Sonnenschein und Temperaturen um +5°C nutzte ich die Zeit zunächst einmal für einen kleinen Spaziergang durch Dublin. Bereits 2015 war ich hier, anläßlich des EM-Qualifikationspiels Irland gegen Deutschland im Nationalstadion. Trotzdem gibt es in einer pulsierenden Großstadt mit über 500.000 Einwohnern natürlich immer noch etwas neues zu entdecken. Manches verlangt aber auch nach einer Wiederholung. Im berühmt-berüchtigten Stadtteil Temple Bar aß ich "Fish and Chips" im gleichen Lokal wie bei meinem ersten Besuch hier. Lecker!

Anschließend ging es erst einmal darum, den Rucksack loszuwerden. Also nahm ich vom Zentrum aus die rote Linie der LUAS-Straßenbahn und fuhr in etwas mehr als 20 Minuten nach außerhalb, bis zur Station "Red Cow", wo das Ibis-Hotel liegt, wo ich mich für diese Nacht einquartiert hatte. Nicht nur wegen des für Dublin relativ günstigen Preises zog es mich gerade hier hin, sondern auch wegen der Nähe zum Tallaght Stadium, das ich an diesem Abend besuchen wollte. Zufällig gerade rechtzeitig schaltete ich den Fernseher auf dem Hotelzimmer ein, um noch die letzten Minuten des Olympia-Eishockey-Halbfinales Deutschland gegen Kanada auf BBC zu sehen, und mitzubekommen, wie das deutsche Team für eine der größten Sensationen bei den diesjährigen Winterspielen sorgte und ins Olympische Finale einzog. "A huge moment", wie der BBC-Kommentator passend feststellte. Danach ging es schon einmal in zehn Minuten, erneut mit der Straßenbahn, bis zur Endstelle "Tallaght". Dort befindet sich auch ein großes Einkaufszentrum, wo ich noch etwas essen wollte. Außerdem wollte ich das Stadion der Shamrock Rovers, das sich noch einmal fünf Gehminuten von der LUAS-Haltestelle entfernt befindet, schon mal ein bisschen im Hellen betrachten. Nach etwas Ausruhen im Hotel machte ich mich dann später am Abend, eine Dreiviertelstunde vor dem Kick-Off, erneut auf den Weg nach Tallaght.

Dort stand an diesem Abend also das Heimspiel der Shamrock Rovers gegen den Dundalk FC auf dem Programm. Die höchste Spielklasse in Irland, die "Ireland Premier Division", spielt wie die Ligen in den skandinavischen Ländern im Kalenderjahr, also jeweils von Mitte Februar bis Ende Oktober. So stand an diesem Abend auch erst der zweite Spieltag der neuen Saison 2018 an. Die 1899 gegründeten Shamrock Rovers sind der bekannteste aber zumindest erfolgreichste Fußballklub Irlands. Mit 17 Titeln ist man Rekordmeister, dazu auch noch mit 24 Titeln Rekordpokalsieger der Republik Irland. Seit dem Jahr 2009 ist das in diesem Jahr eröffnete Tallaght Stadium die neue Heimat der Shamrock Rovers, nachdem man zuvor mehr als zwanzig Jahre quasi heimatlos in verschiedenen Grounds in Dublin seine Heimspiele austragen musste, nachdem der eigene Ground abgerissen worden war. Besonders schön ist die neue Heimat der Rovers zwar nicht geworden, aber dafür zweckmäßig, und wenigstens mit schönen Flutlichtmasten. An den beiden Längsseiten gibt es jeweils überdachte, moderne Tribünen, an den beiden Hintertorseiten sucht man vergeblich nach Ausbau. Die Kapazität von 6.000 Zuschauern ist (leider) für den Verein absolut ausreichend. Bei Bedarf können aber hinter den beiden Toren noch Behelfstribünen aufgestellt werden. So geschehen zum Beispiel beim Freundschaftsspiel gegen Real Madrid, ebenfalls im Jahr 2009, das dann 10.900 Zuschauer im ausverkauften Tallaght Stadium verfolgten.

So unspektakulär wie der Ground der Shamrock Rovers war auch das Geschehen auf dem Rasen. Das Niveau war - vorsichtig formuliert - eher überschaubar. Die knapp über 4.000 Besucher im gut gefüllten Ground an diesem Abend sahen ein Festival an Fehlpässen und Stockfehlern auf beiden Seiten. Aber übel nahm das den Spielern kaum ein Zuschauer, denn der Support der heimischen Rovers-Anhänger war über die vollen 90 Minuten voll in Ordnung, bis hin zu sehr gut. Es gab typisch britischen Support, also vor allem in Drangphasen der Gastgeber wurde so richtig schön laut. In Bochum ist es ja derzeit nicht großartig anders. Deswegen hatte ich mich auch wieder schnell an diese Art der Stimmung gewöhnt. Also Stimmung durchaus ok, vor allem, weil ich mitten im Heimblock stand und alles hautnah mitbekam. Von den Gästeanhängern auf der gegenüberliegenden Seite hörte man dagegen kaum mal etwas. Am Ende gab es also ein torloses Unentschieden, und einen Sieger hätte dieses Duell irgendwie auch nicht verdient gehabt, so ungefährlich wie beide Teams jeweils vor dem gegnerischen Tor waren.

 

Am nächsten Tag ging es weiter nach Belfast.