SC Cambuur Leeuwarden
 
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          FC Volendam          
  SC Cambuur Offiziell
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  FC Volendam Offiziell
2. Liga Niederlande 2017/2018 - Freitag, 30. März 2018, 20:00 Uhr
SC Cambuur - FC Volendam (2:1) 2:2

Spielort: Cambuurstadion, Leeuwarden
Zuschauer: 7.238
SCC: Cummins – Teijsse (46.Rosheuvel), Schilder, van der Laan, van Wermeskerken - Boerlage, Kip (83.van Kippersluis), Crowley - Houtkoop, Barto, Daniels (72.Kallon)
FCV: Verhulst – Smal, Klinkenberg, Tol, Evers - Plat (80.Runderkamp), Vlak, Visser - Antwi (49.Berenstein), Stroo (86.ten Den), Doodeman
Tore:
1:0 Houtkoop (30., Vorarbeit Kip),
1:1 Antwi (31., Vorarbeit Doodeman),
2:1 Crowley (39., Vorarbeit Boerlage),
2:2 Berenstein (75., Vorarbeit Doodeman)
Schiedsrichter: Edwin van de Graaf (Voorburg)

An diesem Karfreitag ging es gemeinsam mit Björn endlich mal wieder ins benachbarte Königreich der Niederlande, genauergesagt in die dortige Provinz Friesland. Unser Ziel des Tages war an diesem Abend die Zweitligapartie zwischen dem SC Cambuur Leeuwarden und dem FC Volendam. Bereits gegen Mittag erreichten wir den Westen Frieslands, der im Gegensatz zum deutschen Ostfriesland zu unserem Nachbarland gehört, ließen Leeuwarden aber erst einmal links (eigentlich mehr rechts) liegen und fuhren zunächst einmal nach Harlingen direkt an die Nordseeküste. Dort fanden wir schnell die "Puur Frituur" in der Innenstadt der kleinen 16.000-Einwohner-Gemeinde, von dessen Hafen man per Fähre zu den beiden Westfriesischen Inseln Terschelling und Vlieland gelangen kann. Und was soll ich sagen? Die Frituur machte nicht nur optisch einen sehr netten Eindruck, sondern der Burger und die Pommes gehörten ganz sicher zum besten, was ich bislang in einer niederländischen Frituur auf den Tisch bekommen habe. Björn war mit seiner Pommes und seinem Mexicano ähnlich zufrieden. Bei herrlichem Frühlingswetter mit 12°C und Sonnenschein ging es anschließend noch mal kurz zum Sandstrand von Harlingen. Das Nordsee-Wasser war allerdings wegen Ebbe gerade mal wieder für ein paar Stunden weg, wie eigentlich bei fast jedem Besuch an der Nordsee. Also hätte man höchstens eine Wattwanderung machen können.

Darauf verzichteten wir aber, und fuhren von dort aus in ca. 20 Minuten kurz hinüber nach Leeuwarden, und dabei vorbei an Ortsnamen wie Wijnaldum oder Sexbierum. Die 109.000-Einwohner-Stadt Leeuwarden ist nicht nur die größte Stadt und Verwaltungssitz der niederländischen Provinz Friesland, sondern im Jahr 2018 auch gemeinsam mit Valletta (auf Malta) Europäische Kulturhauptstadt. Dies bemerkt man schon direkt bei der Einfahrt in die Stadt, denn die komplett neue Straßenführung auf der Autobahn und bei den Ausfahrten ließ das Navi völlig ratlos zurück. Wir fuhren dann erst mal Richtung Zentrum, aber zielgerichtet an der Stadtmitte vorbei, direkt zum Cambuurstadion, wo an diesem Abend das von uns anvisierte Zweitligaspiel stattfinden sollte. An dem Einkaufszentrum direkt neben dem Stadion fanden wir schnell einen kostenneutralen Parkplatz und besorgten uns schon mal Tickets für die Partie am Abend.

Wenn man schon einmal in der aktuellen Europäischen Kulturhauptstadt ist, muss man diese natürlich auch ein bisschen erkunden, und so gingen wir vom Stadion aus zu Fuß ins Zentrum. Und Leeuwarden zeigte sich tatsächlich als eine Stadt, die sich absolut für einen Besuch lohnt. Die vielen typischen kleinen Häuser (und Hausboote) und vielen Grachten, die die Innenstadt überall durchziehen, bieten ein typisch niederländisches aber von der Atmosphäre her auch sehr internationales, weltoffenes Flair. Auch die große Shoppingmeile der Stadt liegt nahezu idyllisch direkt an einem der Kanäle. Das Wahrzeichen Leeuwardens ist der Oldehove, ein unvollendeter Kirchturm aus dem Mittelalter. Weil der Turm während der Bauarbeiten immer mehr absackte, wurde die Kirche nicht weitergebaut, der Turm aber doch stehen gelassen. Wie schief der Oldehove ist, merkt man vor allem, wenn man die 183 Stufen hinauf erklimmt. Aber der Ausblick auf Leeuwarden von hier an einem sonnigen Tag wie heute lohnt sich definitiv. In der Nähe des Oldehove machten wir noch einen kurzen Zwischenstop in einem Biercafé, wo man bei dem herrlichen Sonnenschein gemütlich draußen sitzen und aus zig Biersorten wählen konnte. Auf dem Weg zurück zum Stadion kamen wir noch am "Fries Museum" vorbei, wo es aber nicht, wie man vermuten könnte, um Pommes geht, sondern um die Friesische Kultur und Geschichte.

Eine Stunde vor dem Anpfiff betraten wir dann schließlich das Cambuurstadion. In der zweitklassigen Jupiler League empfing der heimische SC Cambuur also heute den FC Volendam zum Duell im Niemandsland der Tabelle. Beide lagen zu dem Zeitpunkt im unteren Tabellenmittelfeld, mit nur noch sehr geringen Chancen auf das Erreichen der Aufstiegs-Playoffs. Der SC Cambuur wurde erst im Jahr 1964 gegründet, aber spielt seit 1966 ununterbrochen im niederländischen Profifußball, also in der ersten und zweiten Liga. Man kommt bislang auf insgesamt sieben Spielzeiten in der Ehrendivison, das letzte Mal von 2014 bis 2016. Das Cambuurstadion ist ebenfalls typisch niederländisch ein reines Fußballstadion und reines Sitzplatzstadion mitten in einem Wohngebiet, das mit seinen vier Flutlichtmasten und vier unterschiedlich aussehenden und unterschiedlich großen aber allesamt überdachten Tribünen aber doch irgendwie schön oldschool wirkt, und auch irgendwo in England stehen könnte. 2020 wird der Klub wohl auch leider in eine neue, moderne Arena am anderen Ende der Stadt umziehen.

Trotz der sportlichen Situation war das 10.250-Zuschauer-fassende Cambuurstadion an diesem Abend mit etwas mehr als 7.000 Besuchern ganz ordentlich gefüllt. Stimmungsmäßig war das leider aber, auch wie in den Niederlanden üblich, nicht sehr viel, was dem neutralen Betrachter geboten wurde. Von den etwas mehr als 20 Gästefans im gut gesicherten Gästekäfig auf der anderen Längsseite hörte man garnichts, von der eigentlich gut beflaggten und gut gefüllten Heimkurve aber auch nicht viel mehr. Nur in der Schlussphase des Spiels wurde es dort wenigstens etwas lauter.

Das Duell auf der grünen Plastikwiese war für den neutralen Betrachter durchaus interessant, nicht nur wegen der vier Tore. Die erste Halbzeit gehörte ganz sicher zum Besten, was ich bislang in der niederländischen zweiten Liga gesehen habe. In den ersten 45 Minuten war es ein unglaublich temporeiches Spiel mit vielen sehr schönen Spielzügen und Torchancen auf beiden Seiten. Die Gastgeber hatten sehr stürmisch losgelegt, trafen aber zunächst nur Latte und Pfosten. Als dann in der 30. Minute endlich das hochverdiente Führungstor für die Gastgeber fiel, erzielten die Gäste gleich im Gegenzug den zu diesem Zeitpunkt völlig überraschenden Ausgleich. Und plötzlich hatte sich das Spiel total gedreht, denn jetzt waren die Gäste drauf und dran, noch vor dem Pausenpfiff sogar selbst in Führung zu gehen. Genau in dieser Phase gelang den Gastgebern nach einem schönen Sololauf von Crowley die erneute Führung, die in diesem Augenblick zwar ebenfalls eher überraschend war, aber insgesamt absolut verdient. In der zweiten Halbzeit ließen das Niveau und vor allem auch leider das Tempo dieser Begegnung leider etwas nach. Die Gäste machten jetzt aber mehr für das Spiel, und die Gastgeber verwalteten mehr oder weniger nur noch ihre knappe Führung. Einziger Höhepunkt in Hälfte zwei war dann quasi der erneute Ausgleichstreffer für die Gäste in der 75. Minute. Am Ende trennte man sich 2:2. Ein Ergebnis, das keinem von beiden wirklich weiterhilft, aber auch keinem von beiden wirklich schadet, weil man nach unten nichts mehr befürchten muss.

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"
Gästefans FC Volendam
Gästefans FC Volendam
Heimfans SC Cambuur
Heimfans SC Cambuur
Heimfans SC Cambuur
Heimfans SC Cambuur
Hafen in Harlingen
Hafen in Harlingen
Wattenmeer in Harlingen
Wattenmeer in Harlingen
Harlingen Strand
Harlingen Strand
Harlingen Strand
Harlingen Strand
St.Bonifatius-Kirche in Leeuwarden
St.Bonifatius-Kirche in Leeuwarden
typische Gracht in der Innenstadt von Leeuwarden
typische Gracht in der Innenstadt von Leeuwarden
Leeuwarden City
Leeuwarden City
Shoppingmeile und "Waag" in Leeuwarden
Shoppingmeile und "Waag" in Leeuwarden
Shoppingmeile in Leeuwarden
Shoppingmeile in Leeuwarden
Leeuwarden City
Leeuwarden City
Oldehove-Turm - Wahrzeichen von Leeuwarden
Oldehove-Turm - Wahrzeichen von Leeuwarden
Cambuurstadion von oben gesehen
Cambuurstadion von oben gesehen
Shoppingmeile von oben gesehen
Shoppingmeile von oben gesehen
Europäische Kulturhauptstadt 2018
Europäische Kulturhauptstadt 2018
Frühling in Leeuwarden
Frühling in Leeuwarden
typische Häuserzeile in Leeuwarden
typische Häuserzeile in Leeuwarden
Rathaus in Leeuwarden
Rathaus in Leeuwarden