Meerbecker SV Moers
 
2
:
5
     VfL Rheinhausen     
   
:
   
Kreisliga A Moers 2018/2019 - Sonntag, 9. September 2018, 15:00 Uhr
MSV Moers - VfL Rheinhausen (1:3) 2:5

Spielort: Rheinpreußenstadion, Moers
Zuschauer: 80

Tore:
0:1 Schumann (3.),
0:2 Schumann (5.),
1:2 Gergery (15.),
1:3 Schulz (41.),
1:4 Jimenez (46.),
2:4 Gergery (80.),
2:5 Gerlich (84.)
Schiedsrichter: Raphael Schmitz

Von Budberg ging es kurz hinüber ins nur 9 km entfernte Meerbeck. Die ehemalige Bergarbeiter-Siedlung Meerbeck, am linken Niederrhein, gehörte bis 1975 zur Gemeinde Rheinkamp. Bei der Gebietsreform in NRW wurde der eine Teil Rheinkamps (u.a. Baerl) nach Duisburg eingemeindet, und der andere (u.a. Meerbeck) nach Moers. So gehört Meerbeck also seit 1975 zur Stadt Moers. Entstanden war der kleine Ort als Heimat für die Mitarbeiter der Zeche Rheinpreußen. Heutzutage leben etwa 8.600 Menschen hier. Nach der mittlerweile ehemaligen Zeche Rheinpreußen wurde auch das Stadion des MSV Moers benannt. Der MSV ist also ein lupenreiner, typischer Zechenklub.

Der "Meerbecker Sportverein Moers" trägt diesen Namen aber auch erst seit dem Jahr 1978, als sich der "Rheinkamper Sportverein Meerbeck" umbenannte. Der RSV Meerbeck selbst war allerdings auch erst 1971 aus einer Fusion der beiden Klubs "TuS Meerbeck" und "DJK Meerbeck" entstanden. Dem TuS Meerbeck war mehrmals der Aufstieg in die höchste niederrheinische Fußballklasse gelungen, und auch der MSV Moers spielte Ende der 1970er Jahre noch ein paar Spielzeiten in der damals drittklassigen Verbandsliga/Oberliga, also in der damals höchsten Amateurklasse des deutschen Fußballs. 1977 verpasste man beispielsweise als Tabellendritter nur ganz knapp die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. In diesen Jahren spielte der MSV Moers regelmäßig vor mehreren Tausend Zuschauern zu Hause im Rheinpreußenstadion gegen Klubs wie Rot-Weiß Oberhausen, 1. FC Bocholt oder Schwarz-Weiß Essen.

Davon ist man heutzutage weit entfernt, denn aktuell spielt man gerade einmal in der achtklassigen Kreisliga A. Mit dem Ende der Zeche Rheinpreußen waren auch die großen Jahre des Fußballs in Meerbeck passé. Auch das Rheinpreußenstadion hat schon deutlich bessere Tage gesehen. In dem sehr groß und wuchtig wirkenden Oval mit unüberdachten Stehstufen rundherum fanden früher einmal bis zu 23.000 Zuschauer Platz. Der Zuschauerrekord datiert aus dem Jahr 1959, als 25.000 Besucher den Leichtathletik-Länderkampf zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei verfolgten. Gepflegt werden die alten Stehstufen leider nicht mehr, denn die Anlage wird wohl in Kürze "umgestaltet" werden. Trotzdem ist dieser Ground immer noch absolut sehenswert, vielleicht auch gerade deswegen, weil er so verranzt ist. Größtenteils ist die Nutzung der verfallenen und total überwucherten Stehstufen auch verboten und diese sind mit Gittern abgesperrt. So sitzen dann auch die meisten Zuschauer auf der Mauer, die eigentlich den Innenraum abtrennt. Ein Hingucker ist auf jeden Fall noch der alte Sprecherturm an einer Längsseite, der allerdings nicht mehr genutzt wird. Es fehlen aber auch mittlerweile die Treppenstufen, um ihn überhaupt nutzen zu können.

Dieser Traditionsground wird also wohl bald leider endgültig Geschichte sein. Der MSV Moers ist es noch nicht. In der vergangenen Saison war man aber aus der siebtklassigen Bezirksliga abgestiegen, weil man im Februar 2018 beim Meisterschaftsspiel beim 1. FC Kleve II zum dritten Mal in jener Spielzeit
wegen Personalsorgen nicht angetreten war, und wurde so automatisch auf den letzten Tabellenplatz gesetzt und stand bereits früh im Winter als Absteiger fest. Auch in der neuen Spielklasse wirkte man an diesem immer noch sommerlich warmen Nachmittag leicht überfordert, und unterlag dem VfL Rheinhausen völlig verdient auch in dieser Höhe mit 2:5. Rheinhausen ist zwar ein Stadtteil von Duisburg, aber der VfL gehört auch nach der Eingemeindung weiter zum Fußballkreis Moers, nachdem der Ort vorher auch offiziell zum Kreis Moers gehört hatte.

Björn hat sich auf seiner Seite "Wohin der Ball auch rollt" ebenfalls mit dem Thema Moers als Fußballstadt auseinandergesetzt (Klickempfehlung).