KFC Uerdingen 05   
 
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SV Waldhof Mannheim
  KFC Uerdingen Offiziell
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  Waldhof Mannheim Offiziell
Aufstiegsspiele zur 3. Liga 2017/2018 - Donnerstag, 24. Mai 2018, 19:30 Uhr
KFC Uerdingen 05 - Waldhof Mannheim (0:0) 1:0

Spielort: MSV-Arena, Duisburg
Zuschauer: 18.162
KFC: Vollath - Bittroff, Erb, Schorch, Dorda - Krempicki, Öztürk - Holldack (71.Dörfler), Kefkir - Beister (85.Schwertfeger), Musculus (71.Reichwein)
SVW: Scholz - Meyerhöfer, Conrad, Schultz, Amin - D.di Gregorio, Schuster - Diring, G.Korte, Deville (77.Sommer) - Hebisch (83.Mayer)
Tore:
1:0 Beister (75., Linksschuss, Vorarbeit Dörfler)
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)

Gemeinsam mit Björn besuchte ich an diesem warmen Donnerstag Abend also das erste Aufstiegsspiel in die 3. Liga zwischen dem KFC Uerdingen und dem SV Waldhof Mannheim. Weil in dieser Spielzeit noch die alte Aufstiegsregelung galt, stiegen also nur zwei bis höchstens drei Meister 2018 der fünf Regionalligen letztendlich in die 3. Liga auf. Der KFC Uerdingen qualifizierte sich als Meister der Regionalliga West für diese Duelle, Gegner Waldhof Mannheim als Vizemeister der Regionalliga Südwest. Sein Heimrecht konnte der KFC Uerdingen in diesem Hinspiel nicht ganz durchsetzen, da das Spiel aus Sicherheitsgründen nicht in der heimischen Grotenburg stattfinden durfte. So zog man ins knapp 20 km entfernte Duisburg und die dortige MSV-Arena des aktuellen Zweitligisten um. Auch bei einem Aufstieg in die 3. Liga darf man seine Heimspiele zunächst nicht daheim in Krefeld austragen, sondern muss sich einen Ausweichort suchen.

Da hat man beim ehemaligen Werksklub, der 1985 als Bayer 05 Uerdingen Deutscher Pokalsieger wurde (durch ein 2:1 im Finale in Berlin gegen den FC Bayern), wohl bei aller Aufbruchstimmung ein bisschen an der falschen Stelle gespart, denn in die Infrastruktur des Grotenburg-Stadions wurde wohl in letzter Zeit nicht viel Geld invesiert. Wobei es so wirkt, als ob Sparen aktuell beim KFC eher nicht an der Tagesordnung steht, sondern eher Klotzen. Denn seit dem Einstieg des russischen Investors Ponomarev geht es mit dem ehemaligen Bundesligisten wieder steil bergauf. Nach dem Aufstieg in die Regionalliga stellte man einen Kader mit lauter Ex-Profis zusammen, der sicherlich auch entsprechend bezahlt wird. Selbst die 3. Liga soll nur eine Durchgangsstation sein, denn Ponomarev möchte Uerdingen zurück in die Bundesliga bringen, zunächst einmal in die Zweite. Der Vorgängerklub Bayer 05 gehörte immerhin insgesamt 14 Jahre der 1. Bundesliga an.

So weit war man aber an diesem Abend noch lange nicht. Aber immerhin schaffte sich der KFC eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am folgenden Sonntag. Das war heute vor allem dem Wechselglück von KFC-Trainer Stefan Krämer geschuldet, der in der 71. Minute den jungen Johannes Dörfler einwechselte. Und jener Dörfler startete vier Minuten später einen genialen Sololauf auf der rechten Seite, ließ mehrere Gegenspieler stehen und passte in die Mitte zum freistehenden Beister, der nur noch zum 1:0 einschieben musste. Insgesamt gesehen war es ein sehr hart geführtes Spiel, mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Die Gäste aus Mannheim brauchten sehr lange, um mit der Härte und Galligkeit der Uerdinger mithalten zu können. Trotzdem hätten sie sich auch ein Unentschieden verdient, weil sie nach dem Rückstand überhaupt nicht geschockt wirkten und in der Schlussphase noch zu zwei Großchancen kamen.

Wegen des großen Andrangs an den Kassen und Eingängen verzögerte sich der Anpfiff dieses Spiels um 30 Minuten. Und das, obwohl das Fassungsvermögen der MSV-Arena bei diesem Spiel statt den üblichen 31.500 Zuschauern nur bei etwas mehr als 18.000 Besuchern lag. Unter anderem war der eigentliche Heimbereich der MSV-Fans, also der Unterrang auf der einen Hintertorseite, an diesem Abend für die KFC-Anhänger gesperrt, die sich darüber auf den Sitzplätzen auf dem Oberrang positionierten. Der heimische Support war nur gut, wenn der kleine Stimmungsblock mal auch den Rest der KFC-Fans animieren konnten, in die Gesänge einzusteigen. Starker Support dagegen von den ca. 3.000 mitgereisten Waldhof-Fans, die gleich zu Beginn des Spiels eine ordentliche Pyroshow zeigten. 

 

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"