FSV Duisburg 1989  
 
2
:
4
SC Union Nettetal 1996
  FSV Duisburg bei Wikipedia
:
  Union Nettetal Offiziell
Oberliga Niederrhein 2018/2019 - Sonntag, 2. September 2018, 15:30 Uhr
FSV Duisburg - Union Nettetal (0:2) 2:4

Spielort: BZA Warbruckstraße (KR), Duisburg
Zuschauer: 300
FSV: Laroshi - Kuta, Alic (46.Kuzu), Canpolat, Schoof - Aksap (64.Kanahashi), Serdar, Akgün (80.Eren), Basaran - Sezen, Öztürk
SCU: Tretbar - Homann, Levels, Rrustemi, Bonsen - Dohmen, Regnery, Enger (46.Dollen), Popovic (73.Klicic) - Touratzidis, Paul (73.Keppeler)
Tore:
0:1 Popovic (12.),
0:2 Popovic (30.),
1:2 Aksap (55.),
1:3 Popovic (63.),
1:4 Touratzidis (68.),
2:4 Sezen (80.)
Schiedsrichter: Lars Aarts (Goch)
Gelb-Rote Karte: Canpolat (Duisburg, 60., wiederholtes Foulspiel)

An diesem sommerlichen Sonntag Nachmittag ging es zur erneuten Komplettierung der Oberliga Niederrhein nach Duisburg, genauergesagt in den Stadtteil Hamborn, zur Bezirkssportanlage Warbruckstraße, die nur ein paar hundert Meter von der Autobahn A59 entfernt liegt. Auf dem dortigen Kunstrasenplatz hat der FSV Duisburg seine Heimat gefunden, aber mein Fußballherz schlug direkt höher, beim Anblick des benachbarten Stadions des MTV Union Hamborn mit kleiner, alter Tribüne und Stehplatzstufen auf der Gegenseite. Auch Union Hamborn hatte an diesem Nachmittag ein Heimspiel, und so überlegte ich tatsächlich kurz, meine Pläne zu ändern, und lieber erst einmal Union Hamborn und seine schöne Stadionperle zu besuchen. Nach kurzer Bedenkzeit entschied ich mich aber doch, erstmal der Komplettierung der Oberliga Niederrhein den Vorzug zu geben, und den Besuch im MTV-Stadion ganz oben auf die Wunschliste für die Zukunft zu setzen. 

Wie schon in der vergangenen Saison hatte es in dieser Spielzeit 18/19 in der Oberliga Niederrhein gleich fünf Aufsteiger aus der sechstklassigen Landesliga gegeben. Neben den beiden Meistern (TSV Meerbusch und 1. FC Kleve) und den beiden Vizemeistern (SC Velbert und FSV Duisburg) schaffte auch der SC Union Nettetal als Dritter in seiner Staffel durch den Sieg in den Relegationsspielen gegen die Sportfreunde Niederwenigern den Oberliga-Aufstieg, weil es wiederum keinen niederrheinischen Absteiger aus der viertklassigen Regionalliga West gab. Weil ich die Grounds von Meerbusch, Kleve und Nettetal bereits besucht hatte, gab es also in dieser Saison am Niederrhein für mich nur das Ziel, mit dem SC Velbert und dem FSV Duisburg die beiden einzigen fehlenden zu besuchen. Beim SC Velbert hatte ich mir bereits das erste Saisonheimspiel gegen Ratingen angeschaut, also ging es mit der Komplettierung dieses Mal sehr schnell.

Der "Fussballsportverein Duisburg" geht auf den 1989 gegründeten Verein "FC Dogan Yildiz Laar" zurück. Nach mehreren Fusionen nahm man schließlich 2007 den jetzigen Namen "FSV Duisburg" an. 2018 feierte man mit dem Aufstieg in die fünftklassige Oberliga Niederrhein den größten Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte, nachdem man zuvor acht Jahre lang in der Landesliga gekickt hatte. Bereits 2015 war man Vizemeister in seiner Landesliga-Staffel geworden, scheiterte dann aber in der Relegation am SC Düsseldorf-West.

Der Start in die neue Spielklasse lief für den FSV Duisburg bislang alles andere als perfekt. Vor dem heutigen Heimspiel gegen Mitaufsteiger Union Nettetal lag man nach den ersten vier Spielen auf dem letzten Tabellenplatz, mit null Punkten und 2:10 Toren. Damit droht den Duisburgern eine ähnlich desaströse Saison wie dem letztjährigen Aufsteiger DSC 99 Düsseldorf, der mit gerade mal acht Punkten sang- und klanglos wieder abstieg. Die neue Hoffnung beim FSV heißt Güngör Kaya, der von Rot-Weiß Oberhausen kurz vor diesem Spiel an die Warbruckstraße gelotst werden konnte. Kaya hat viel Regionalliga-Erfahrung bei Rot-Weiss Essen, dem KFC Uerdingen, Wattenscheid 09 und eben bei RWO vorzuweisen, und hat in der Junioren-Bundesliga für den VfL Bochum gespielt.

Leider, aus Duisburger Sicht, konnte er seiner Mannschaft aber an diesem Nachmittag noch nicht weiterhelfen, denn er stand noch nicht im Kader. Seine neuen Mannschaftskollegen wirkten allerdings gegen den Mitaufsteiger aus Nettetal von der ersten Minute an unterlegen. In den ersten dreißig Minuten schlug Nettetals Stürmer Popovic gleich zwei Mal zu. Auch das sorgte sicher nicht dafür, dass die Gastgeber vor Selbstvertrauen strotzten, mit der Erfahrung aus den vier Niederlagen in den ersten vier Saisonspielen. Trotzdem gab es kurz nach der Pause die Chance auf eine Wende, denn Aksap gelang der überraschende Anschlusstreffer zum 1:2, und fortan drängten die Gastgeber wütend auf den Ausgleich. Vielleicht etwas zu wütend, denn kurz danach kassierte man Gelb-Rot und musste jetzt in Unterzahl dem Rückstand hinterherlaufen. Die Gäste aus Nettetal machten das anschließend aber ganz clever, im Stile einer Spitzenmannschaft, und machten mit zwei sehr schön ausgespielten Kontern alles klar. 1:4. Zwar gelang den Gastgebern kurz vor dem Ende noch etwas Ergebniskosmetik, aber damit war das Spiel natürlich entschieden.

Und der FSV Duisburg wartet auch nach dem fünften Saisonspiel weiter auf den allerersten Oberliga-Punkt der Vereinsgeschichte, und liegt weiter am Tabellenende. Der Kunstrasenplatz des FSV hat außer ein paar Sitzschalen auf einer Längsseite keinerlei Ausbau zu bieten. Aber wenigstens kulinarisch konnte der FSV Duisburg voll überzeugen, mit einem leckeren Döner und einem ebenso leckeren Uludag.