FC Wetter 10/30    
 
3
:
6
SV Wacker Obercastrop
   
:
   
Westfalenpokal 2018/2019 - Dienstag, 7. August 2018, 19:30 Uhr
FC Wetter - Wacker Obercastrop (1:3) 3:6

Spielort: Waldstadion Harkortberg, Wetter/Ruhr
Zuschauer: 50

Tore:
0:1 Shala (7.),
0:2 Shala (15.),
1:2 Kurnaz (41., Foulelfmeter),
1:3 Shala (44.),
2:3 Fritsch (55., Eigentor),
2:4 Shala (58.),
2:5 Budde (60.),
3:5 Fofana (67.),
3:6 Can (85.)
Schiedsrichter: Yannick Rupert

An diesem sommerlich heißen Dienstag ging es abends kurz hinüber nach Wetter an der Ruhr, in die 28.000-Einwohner-Stadt, die kurz hinter Witten liegt, also eine knappe Viertelstunde von Bochum entfernt. Am wohl heißesten Tag des Jahres im Ruhrgebiet, bei immer noch 35°C in der Abendsonne, traf der heimische FC Wetter in der ersten Runde des Westfalenpokals im "Ruhrpottduell" auf den SV Wacker Obercastrop aus Castrop-Rauxel.

Für beide Klubs war die vergangene Saison 17/18 eine Erfolgsgeschichte. Der FC Wetter schaffte 2018 als Meister der achtklassigen Bezirksliga Westfalen (Staffel 6) den Aufstieg in die siebtklassige Landesliga Westfalen. Der Meistertitel in der Bezirksliga bedeutete auch gleichzeitig die Qualifikation für den Landespokal in Westfalen in dieser Spielzeit. Auch der heutige Gegner SV Wacker Obercastrop war 2018 Meister in seiner Bezirksliga-Staffel geworden und schaffte so den Aufstieg in die siebtklassige Landesliga sowie gleichzeitig auch die Quali für den Westfalenpokal 18/19.

Die Gäste aus Castrop-Rauxel waren auch schon in der vergangenen Saison (als Vize-Pokalsieger 2017 des Fußballkreises Herne) für den Westfalenpokal qualifiziert und gehörten zu den Überraschungsmannschaften in diesem Wettbewerb der vergangenen Spielzeit. Nach Siegen zu Hause gegen den Landesligisten VfL Bad Berleburg (4:3) und zu Hause gegen Oberligist Hammer SpVg (4:1) hatte man immerhin das Achtelfinale erreicht, wo man dem Westfalenligisten FC Iserlohn schließlich ebenfalls zu Hause unglücklich mit 2:3 unterlag.

Ähnliches möchte man sicherlich auch in dieser Saison erreichen, und da sieht es nach dem heutigen Abend ganz gut aus, denn im Duell der beiden Landesliga-Aufsteiger setzte sich der SV Wacker Obercastrop überraschend deutlich durch. Von der Toilette aus hörte ich die Kabinenansprache des Trainers der Gastgeber so derart laut, dass es sich so anfühlte, als würde man mitten zwischen den Spielern sitzen und auch auf das Spiel eingeschworen werden. Top motiviert für das Spiel verließ ich also das Urinal wieder, entschied mich aber nach kurzer Überlegung, doch nicht mit den Spielern aufzulaufen. Viel gebracht hatte die Ansprache wohl sowieso nicht. Denn bereits nach einer Viertelstunde führten die Castroper Gäste souverän mit 2:0 und beherrschten das Spiel eigentlich ganz klar. Durch einen verwandelten Foulelfmeter kurz vor der Pause hofften die Gastgeber dann doch noch mal auf die Wende. Aber immer, wenn die Gastgeber in dieser torreichen Begegnung wieder etwas Hoffnung in Form von Anschlusstoren schöpften, schlugen die Gäste quasi im Gegenzug direkt wieder zu, und demoralisierten so auch irgendwann die Gastgeber vom FC Wetter.

Das Waldstadion des FC Wetter liegt in Alt-Wetter, auf dem immerhin 231,6 m hohen Harkortberg, benannt nach Friedrich Harkort, einem der Pioniere der "Industriellen Revolution" im 19. Jahrhundert im Ruhrgebiet. Der FC Wetter wurde erst 1964 durch den Zusammenschluss der beiden Fußballklubs "SV Wetter 10" und "SSV Wetter 30" gegründet. Der Ground des FC Wetter besticht dabei durch seine Gegensätze. Auf der einen Seite der neue, moderne Kunstrasen als Untergrund sowie die ebenfalls vor kurzem neu errichtete Laufbahn, und auf der anderen Seite die alten, betagten Stufen aus Bruchstein als Ausbau auf einer Längsseite. Sehenswert ist auf jeden Fall der Ausblick vom Ground auf den schönen, 1884 erbauten Harkortturm, der auch noch hervorragend in die Stehstufen des Nebenplatzes integriert wurde. Schade, dass sich an diesem Abend nur etwa 50 Zuschauer im weiten Rund verloren. Aber spätestens zur Halbzeitpause hatten sowieso die großen Mückenschwärme das Kommando auf dem Rasen und auf den Rängen übernommen, wie man an den allseits fuchtelnden Händen gut erkennen konnte. Interessant war vor allem, dass die Mücken zur Musik von Shakira tatsächlich sogar voll im Takt mittanzten.