Berliner FC Dynamo
 
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SV Babelsberg 1903
  BFC Dynamo Offiziell
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  SV Babelsberg Offiziell
Regionalliga Nordost 2017/2018 - Samstag, 5. Mai 2018, 13:30 Uhr
BFC Dynamo - SV Babelsberg (0:2) 0:3

Spielort: Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Berlin
Zuschauer: 1.472
BFC: Hendl - Rausch, Okoronkwo, Joshua Silva, Brumme - P.Schulz, Citlak (17.Eifler) - Steinborn, Cubukcu, Brand (74.Breustedt) - Rabiega
SVB: Gladrow - Eglseder, Saalbach, Akdari (81.Okada), Wilton - Abderrahmane, Reimann - El-Jindaoui (63.Salla), Ti.Schmidt, M.Hoffmann (74.Knechtel) - Beyazit

Tore:
0:1 Ti.Schmidt (8., Foulelfmeter),
0:2 Beyazit (19.),
0:3 Rausch (85., Eigentor)
Schiedsrichter: Matthias Lämmchen (Meuselwitz)

Nach langer, vierwöchiger Fußballpause ging es an diesem Wochenende mal wieder nach Berlin. Gemeinsam mit meinem Vater besuchte ich meine ältere Schwester und ihren Mann, die vor den Toren Berlins, in Brandenburg leben. Das Ziel war dabei natürlich auch das Auswärtsspiel des VfL Bochum beim 1. FC Union Berlin am Sonntag. Kurzfristig wurde dann auch noch das Regionalliga-Heimspiel des BFC Dynamo gegen den SV Babelsberg von Sonntag auf den Samstag vorverlegt, was mir sehr gut passte. Also hatte ich ganz spontan noch ein zweites Fußballziel für dieses Wochenende. Zunächst einmal aber fuhren mein Vater und ich an diesem Samstag Morgen in etwa fünf Stunden vom Ruhrgebiet in die Hauptstadt, genauergesagt in die unmittelbare Nähe der deutschen Metropole, zu meiner Schwester. Nach kurzer Begrüßung ging es für auch schon direkt weiter, denn Anstoß beim BFC Dynamo war bereits um 13:30 Uhr. Weil ich viel zu spät dran war, fand ich natürlich auch keinen kostenneutralen Parkplatz in Nähe des Jahn-Sportparks mehr, aber immerhin im nahen Parkhaus der Kulturbrauerei.

Am vorletzten Spieltag der viertklassigen Regionalliga Nordost empfing also der Tabellenzweite BFC Dynamo den SV Babelsberg aus dem oberen Tabellenmittelfeld. Weil aber Energie Cottbus schon vor diesem Spiel uneinholbar auf dem ersten Tabellenplatz der nordöstlichen Regionalliga stand und sich bereits für die Playoff-Spiele zur 3. Liga qualifiziert hatte, war für beide Klubs die Saison mehr oder weniger gelaufen. Nach oben oder nach unten in der Tabelle ging für beide Klubs vor diesem Duell extrem wenig. Erwartungsgemäß gab es dann auch den typischen Sommerfußball, also höhepunktarmes, langweiliges Gekicke und kaum Stimmung auf den Rängen. Auch aus dem eigentlich nahen Potsdam waren gerade einmal etwa 200 Gästefans mitgereist, die immerhin - im Gegensatz zu den Anhängern der Gastgeber - etwas supporteten.

Der Star war an diesem Nachmittag mal wieder ganz klar der Ground. Das Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist eine der noch wenigen verbliebenen typischen "Ost-Schüsseln", und mit einer Kapazität von etwas weniger als 20.000 Plätzen immer noch das drittgrößte Fußballstadion in Berlin. Die Geschichte des Jahn-Sportparks beginnt schon ganz früh am Ende des 19. Jahrhunderts, als es die erste Spielstätte von Hertha BSC war. Sein derzeitiges Aussehen hat der Ground eigentlich seit dem Jahr 1951, als er für die Weltjugendfestspiele in der DDR aufgemotzt wurde. 1986 gab es dann nochmal eine neue Haupttribüne und neue Flutlichtmasten. Von 1971 bis 1992 war neben der DDR-Nationalmannschaft also der "Berliner Fußballclub Dynamo" Hauptnutzer dieses Stadions. Zwischen 1978 und 1988 wurde der BFC Dynamo gleich zehn Mal in Folge DDR-Fußballmeister, also sah dieser Ground auch die erfolgreichste Zeit in der Vereinsgeschichte dieses Klubs. Und neben DDR-Länderspielen gab es dort dann natürlich auch viele internationale Duelle im Europapokal der Landesmeister, also der heutigen Champions League.

Der BFC Dynamo war 1966 gegründet worden, als sich die Fußballabteilung des SC Dynamo Berlin selbstständig gemacht hatte. Gefördert von Stasi-Chef Erich Mielke wurde der BFC dann der sportlich erfolgreichste Klub der DDR, u.a. mit den zehn Meistertiteln in Serie. Ganz unumstritten war der Hauptstadtklub allerdings nie. Einerseits wegen der generellen Unterstützung der ja beim Volk eher unbeliebten Stasi, und andererseits auch wegen angeblicher Spielmanipulationen zu Gunsten des BFC. Nach der Wende ging es dann relativ schnell sportlich abwärts beim vorher von der DDR-Führung geförderten Klub. Fast alle Leistungsträger wechselten in den "Westen" und 1990 nannte man sich dann zunächst in "FC Berlin" um, um die Stasi-Vergangenheit hinter sich zu lassen, und zog 1992 wieder in die alte Heimat von vor 1971 zurück, ins Sportforum Hohenschönhausen. 1999 nannte man sich schließlich auf vielfachen Fanwunsch wieder in BFC Dynamo um, und seit 2014, seit dem Wiederaufstieg in die Viertklassigkeit, spielt man auch wieder im Jahn-Sportpark.