ASC Schöppingen
 
2
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1
   FC Ottenstein   
  ASC Schöppingen Offiziell
:
  FC Ottenstein Offiziell
Kreisliga A Ahaus/Coesfeld 2017/2018 - Montag, 21. Mai 2018, 15:00 Uhr
ASC Schöppingen - FC Ottenstein (2:1) 2:1

Spielort: Vechtestadion, Schöppingen
Zuschauer: 50
Tore:
0:1 Niemeier (8.),
1:1 Kröger (16.),
2:1 Figueiredo (33.)
Schiedsrichter: Alexander Schüttert

Sehr spontan ging es an diesem Pfingstmontag gemeinsam mit Mike bei herrlichem Frühlingswetter und frühsommerlichen Temperaturen in etwa einer Stunde ins westliche Münsterland, nach Schöppingen, in die dortige 7.000-Einwohner-Gemeinde. In der neuntklassigen Kreisliga A (Kreis Ahaus/Coesfeld) empfing der "Allgemeine Sportclub 45 Schöppingen" im heimischen Vechtestadion (benannt nach dem gleichnamigen Fluss) den FC Ottenstein am vorletzten Spieltag zum letzten Heimspiel der Saison 2017/2018.

Dabei hat die kleine Gemeinde, die zum Kreis Borken gehört, in Sachen Fußball schon wesentlich erfolgreichere Zeiten gesehen. Zwischen 1982 und 1992 gehörte man zehn Jahre lang der damals noch drittklassigen Oberliga Westfalen an und spielte dort meist auch eine gute Rolle. Auch mit dem VfL Bochum gibt es einige Berührungspunkte. Erfolgstrainer Mitte der 1980er Jahre beim ASC war zunächst Klaus Hilpert, der ja anschließend noch viele Jahre beim VfL als Manager arbeitete. Mit Hilpert als Trainer wurde der ASC 1985 Westfalenmeister und nahm an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga teil, in der man aber scheiterte. Heutzutage eigentlich kaum zu glauben, dass die Münsterländer damals in der Aufstiegsrunde Klubs wie den FC Sankt Pauli, Rot-Weiss Essen oder den VfB Oldenburg zu Hause im Vechtestadion empfangen durften. Nachfolger von Klaus Hilpert wurde damals übrigens Bernard Dietz, der ja auch später dann noch beim VfL Bochum arbeitete. Der größte Erfolg unter Dietz beim ASC Schöppingen war der Titel im Westfalenpokal 1990. In der anschließenden Saison in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals unterlag man vor 4.800 Zuschauern dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt (u.a. mit Uwe Bein, Andreas Möller, Anthony Yeboah) nur knapp mit 1:2.

Es gibt sogar noch mehr Berührungspunkte mit dem VfL in der erfolgreichsten Zeit der Vereinsgeschichte des ASC Schöppingen. 1985 war der Niederländer Rob Reekers zunächst vom FC Twente in die deutsche 3. Liga ins nur 40 km von Enschede entfernte Schöppingen gewechselt, und wurde dann gleich in der Saison 85/86 zum besten Spieler der Saison der Oberliga Westfalen gewählt. Anschließend wechselte er in die 1. Bundesliga zum VfL Bochum, wo er schnell zum unverzichtbaren Leistungsträger wurde und in insgesamt neun Jahren 244 Bundesligaspiele für den VfL absolvierte. Neben Reekers nutzte zum Beispiel auch Alfred Nijhuis das grenznahe Schöppingen als Sprungbrett in den Profifußball. Nach vier Jahren beim ASC in der 3. Liga wechselte er 1987 zum MSV Duisburg in die 1. Bundesliga, und später bekanntlich noch zu Borussia Dortmund.

1991 begann der Niedergang des ASC Schöppingen. Der größte Geldgeber des Klubs zog sich zurück, u.a. wegen rückläufiger Zuschauerzahlen und fehlender anderer Sponsoren. 1992 schließlich ging man freiwillig in die damals sechstklassige Bezirksliga herunter. Es folgten weitere Abstiege und Rückschläge bis hinunter in die Kreisliga B. Inzwischen spielt man immerhin wieder in der Kreisliga A, und darf in dieser Saison sogar wieder vom Aufstieg in die inzwischen nur noch achtklassige Bezirksliga träumen. Nach dem heutigen, verdienten 2:1-Heimerfolg gegen den FC Ottenstein umso mehr, denn Spitzenreiter SpVgg Vreden U23 leistete sich zeitgleich einen Ausrutscher (0:1 beim VfB Alstätte). So gehen beiden punktgleich in den letzten Spieltag dieser Saison. Allerdings muss der ASC auf einen weiteren Ausrutscher der Zweiten der SpVgg Vreden hoffen, denn diese haben die weitaus bessere Tordifferenz zu bieten.