1. FC Monheim 1910
 
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   SV Straelen 1919   
  1.FC Monheim Offiziell
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  SV Straelen Offiziell
Oberliga Niederrhein 2017/2018 - Sonntag, 18. März 2018, 15:00 Uhr
1.FC Monheim - SV Straelen (1:1) 1:2

Spielort: Rheinstadion (KR), Monheim am Rhein
Zuschauer: 200
FCM: Kultscher - Lange, Rozic, Intven (88.Lekic), Salau - Nosel, Becker (78.Gergery) - Nolte, Agrusa (65.Bastas), Schütz - Afkir
SVS: Gbur - Stevens, Cömert, Verlinden, Weggen - Ribeiro, Uca (71.Brouwers), Abdelkarim, Istrefi - Grens (83.Jafari), Jansen (90.+2 Pütz)

Tore:
1:0 Schütz (19.),
1:1 Grens (41.),
1:2 Stevens (50.)
Schiedsrichter: Kevin Domnick (Duisburg)
Gelb-Rote Karte: Istrefi (Straelen, 70.)

 

Gemeinsam mit Mike und Marc ging es an diesem sonnigen aber kalten Sonntag Nachmittag in einer Dreiviertelstunde nach Monheim am Rhein. Die Anlage des "1. Fußballclubs Monheim" ist auf jeden Fall schon mal sehr idyllisch direkt am Rheinufer gelegen, und wegen des schönen Wetters waren auf der angrenzenden Rheinpromenade viele Sonntagsspaziergänger unterwegs, die das Spiel - zumindest jeweils für ein paar Minuten - verfolgten, ohne dafür Eintritt bezahlen zu müssen. Eigentlich sollte es für uns heute ja zum Spiel Ratingen 04/19 gegen die SpVg Schonnebeck gehen, das auf der zweiten Anlage der Ratinger, im Keramag-Sportpark, stattfinden sollte. Aber da das Spiel in Ratingen kurzfristig abgesagt wurde, wurde spontan umdisponiert und Monheim, wo ich eigentlich 11 Tage später hinwollte, bekam den Zuschlag.

Am 24. Spieltag der fünftklassigen Oberliga Niederrhein empfing der heimische 1. FC Monheim also heute den SV Straelen zum Spitzenspiel Fünfter gegen Zweiter. Zum "überraschenden Spitzenspiel" muss man dazu sagen, denn beide Klubs gingen als Aufsteiger aus der Landesliga in diese Spielzeit. Der 1. FC Monheim wurde in der vergangenen Saison sogar "nur" Dritter in seiner Landesliga-Staffel und stieg erst nach zwei Entscheidungsspielen gegen den VfL Rhede und auch erst nach zwei Unentschieden wegen der Auswärtstorregel in die Oberliga auf. Diese Saison 17/18 in der Oberliga Niederrhein ist (nicht nur) für den neutralen Fußballbetrachter besonders interessant, weil höchstwahrscheinlich ein totaler Außenseiter den Meistertitel und damit den Aufstieg in die viertklassige Regionalliga West schaffen wird.

Derzeitiger Spitzenreiter und damit aussichtsreichster Klub auf den Aufstieg ist ausgerechnet der größte Lokalrivale des 1. FC Monheim, nämlich die Sportfreunde Baumberg. Gerade mit den Sportfreunden Baumberg verbindet den 1. FC Monheim auch eine gemeinsame Vergangenheit. Der Klub aus dem gleichnamigen Stadtteil von Monheim fusionierte 1955 mit dem Vorgängerklub des 1. FCM, dem "Turn- und Spielverein Monheim von 1910" zu den "Sportfreunden Monheim-Baumberg". Schon 1962, also nur sieben Jahre später, wurde der Klub in den heutigen Namen "1. FC Monheim" umbenannt und die "Sportfreunde Baumberg" spalteten sich wieder zu einem eigenständigen Verein ab. Zwischen den Anlagen beider Monheimer Klubs liegen gerade einmal 3,5 km.

Völlig ohne Grund gab an diesem Wochenende noch einmal der Winter ein kurzes Stelldichein, und so fielen an diesem Wochenende von neun angesetzten Oberliga-Spielen am Niederrhein gleich mal wieder fünf aus. Für den 1. FC Monheim und sein Rheinstadion war eine Absage glücklicherweise heute aber kein Thema. Gespielt wurde zwar nur auf dem Kunstrasenplatz, der allerdings mehr oder weniger eigentlich der Hauptplatz des 1. FC Monheim ist. Denn mehr als 90% seiner Heimspiele trägt der 1. FCM hier aus, und auf dem Naturrasenplatz nebenan wird auch in nächster Zeit wohl nicht so oft gespielt, weil er bald komplett neu errichtet, um 180 Grad gedreht und mit neuer Tribüne versehen wird, wie wir vor Ort erfuhren. Der Name "Rheinstadion" ist aber definitiv für beide Plätze aktuell etwas zu hoch gegriffen. Der Naturrasenplatz hat lediglich eine Mini-Tribüne mit Überdachung und zwei Sitzreihen zu bieten, der Kunstrasenplatz bietet leider keinerlei Ausbau. Trotzdem fand ich es hier ganz nett, mit dem Vereinsheim, das fast eine komplette Längsseite umfasst. Zum Catering kann ich leider nicht viel sagen, aber Marc schwärmte von den Pommes mit typisch niederländischer Yoppie-Soße und auch Mike lobte den selbstgemachten Kuchen, bei dem es zumindest eine außergewöhnlich große Auswahl gab und der optisch auf jeden Fall einen guten Eindruck machte.

Auf dem Rasen war es insgesamt ein sehr ausgeglichenes Spiel, mit vielleicht leichten Vorteilen für die Gäste aus Straelen, die einfach die besseren Torchancen hatten. Man merkte deutlich, dass für Klubs viel auf dem Spiel stand, denn es war viel Feuer drin und es gab die eine oder andere Rudelbildung.
Die Gastgeber gingen früh in Führung. Kurz vor oder kurz nach der Pause drehten die Gäste das Spiel aber zu ihren Gunsten, und verteidigten den Vorsprung bis zum Schluss, auch wenn sie die letzten 20 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz agieren mussten, nachdem Istrefi sich die Gelb-Rote Karte nach zwei dummen Fouls innerhalb von nur ein paar Minuten einhandelte. Das Siegtor für den SV Straelen in der 50. Minute erzielte Jannik Stevens, der von 2011 bis 2013 zwei Jahre für die U23 des VfL Bochum gekickt hatte. Währenddessen kam er auch zwei Mal für die VfL-Profis in der 2. Bundesliga zum Einsatz.

Am Ende jubelten die Gäste aus Straelen und dürfen dadurch weiter vom Aufstieg träumen. Als Tabellenzweiter haben sie zwar nur einen Punkt Rückstand auf Baumberg, aber auch schon ein Spiel mehr absolviert. Der 1. FC Monheim ist auf Platz fünf als Aufsteiger weiterhin sehr gut platziert, hat jetzt allerdings schon neun Punkte Rückstand auf Lokalrivale Baumberg.

Catering beim 1. FC Monheim
Catering beim 1. FC Monheim
schwebender Torwart
schwebender Torwart
Tribüne beim Naturrasenplatz nebenan
Tribüne beim Naturrasenplatz nebenan
Jubel SV Straelen beim Schlusspfiff
Jubel SV Straelen beim Schlusspfiff