1. FC Magdeburg
0
:
0
VfL Bochum 1848
  1.FC Magdeburg Offiziell
:
  VfL Bochum Offiziell
VfL4u - Fanforum
Photomafia Bochum
VfL Bochum bei Westline
2. Bundesliga 2018/2019 - Sonntag, 2. Dezember 2018, 13:30 Uhr
1. FC Magdeburg - VfL Bochum (0:0) 0:0

Spielort: MDCC-Arena, Magdeburg
Zuschauer: 22.252
FCM: Brunst - Tob.Müller, Erdmann, Schäfer - Laprevotte, Weil (77.Preißinger) - Bülter, Niemeyer - Türpitz (90.+2 Berisha) - Beck, Lohkemper (84.Costly)
VfL: Riemann - Celozzi, Gyamerah, Hoogland, Soares - Losilla, Tesche - Weilandt, Lee, Sam (80.Ganvoula) - Hinterseer
Tore:
keine
Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach)

Am ersten Advent 2018 ging es mal wieder nach Sachsen-Anhalt, wo es eine Premiere gab: Nämlich das allererste Pflichtspielduell zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem VfL Bochum in der Geschichte beider Klubs. Dank der Deutschen Bahn wurde dieser Tag für mich auf jeden Fall eine Odyssee. Vielleicht fühlte es sich aber nur so an und eigentlich war es nur der derzeitige normale Wahnsinn auf Deutschlands Schienen. Vorher hatte ich noch gelesen, dass bei der Deutschen Bahn derzeit nur jeder fünfte ICE voll funktionsfähig ist, aber es klang vorher trotzdem alles so schön komfortabel und einfach. Morgens mit weiteren 40 Bochumer Fans - organisiert vom "ZUZ-Fanexpress" - in 3,5 Stunden nach Magdeburg, und nach dem Spiel wieder in 3,5 Stunden zurück nach Bochum, jeweils mit Umstieg in Hannover und schließlich mit geplanter Ankunft um 21:22 Uhr am Bochumer Hauptbahnhof. Aber als ich dann an diesem Abend endlich um 0:50 Uhr wieder die Tür zu meiner Wohnung aufschloss, hatte sich die Verspätung tatsächlich an diesem Tag auf insgesamt mehr als fünf Stunden aufgetürmt.

Aber der Reihe nach: Morgens um 8:35 Uhr starteten wir an diesem regnerischen Sonntag im Dauergrau mit dem ICE in Richtung Osten. Die Umsteigezeit in Hannover war mit neun Minuten zwar relativ knapp bemessen, aber bis Hamm war unser Zug eigentlich überpünktlich. Dann wurde in Hamm laut Zugbegleiter ein Wagen abgekoppelt, was ca. 18 Minuten an zusätzlicher Zeit kostete. Auf der eigentlich relativ kurzen Strecke zwischen Hamm und Bielefeld konnte der Zugführer die Verspätung aber nicht wie erhofft wieder verkleinern, sondern diese wuchs nochmals um drei bis vier Minuten an. Das bedeutete leider endgültig, dass unser Zug in Hannover nicht auf uns warten würde, und so beschlossen wir, bis Wolfsburg im ICE zu bleiben und von dort aus mit einer Regionalbahn gen Magdeburg zu fahren. Also ging es in Wolfsburg in eine Bimmelbahn, die extra auf uns wartete, und zuvor noch nie gehörte Ortsnamen wie Bösdorf, Rätzlingen oder Groß Ammensleben zogen an uns vorbei. Dazu völlig verkommene Bahnhöfe. An den eingeschlagenen Fensterscheiben und dem allgemeinen Zustand konnte man gut erkennen, dass diese Gebäude schon eine Weile nicht mehr benutzt wurden. Überraschenderweise gibt es in Sachsen-Anhalt jedenfalls sogar noch mehr Schrebergärten als im Ruhrgebiet, wie man auf dieser Fahrt feststellen durfte. In Magdeburg-Neustadt, eine Station vor dem Magdeburger Hauptbahnhof, mussten wir auf Anraten der Polizei aussteigen, und von da an ließen uns die Gesetzeshüter nicht mehr aus den Augen. Mit einer S-Bahn ging es eine Station weiter zum Bahnhof Herrenkrug und von da aus zwei Stationen mit der Straßenbahn. Schließlich wurden wir mit mehreren Mannschaftswagen auch noch den restlichen Weg zu Fuß zum Gästeblock begleitet. Nicht wie geplant etwa 1,5 Stunden vor dem Anpfiff, sondern überpünktlich zum Einlauf der Mannschaften erreichten wir dann doch noch das Stadion des 1. FC Magdeburg, und exakt zur Seitenwahl saß ich dann auch auf meinem Platz.

Viel verpasst hatte man ja aber an diesem Nachmittag vorher sowieso nicht, denn an diesem Spieltag hatten die meisten Fanszenen beschlossen, u.a. gegen die Montagsspiele zu protestieren, indem man die ganze erste Halbzeit den Support verweigert. Während man sich im Gästeblock relativ geschlossen daran hielt, hatten die aktiven Fans der Heimseite eine etwas andere Art des Protests gewählt. Man blieb den ersten zehn Minuten dieses Spiels komplett fern, um dann geschlossen den Block zu betreten und lautstark seine Meinung zu DFB/DFL und den Montagsspielen zu artikulieren. Dazu wurden unzählige Transparente zum gleichen Thema hochgehalten. Der Magdeburger Support war dann in der ersten Halbzeit sehr gut und teilweise brachial laut, aber verflachte in Hälfte zwei doch sehr. Da hatte ich insgesamt doch deutlich mehr erwartet.

Unspektakulär war auch zum großen Teil das, was auf dem Rasen geboten wurde. Der VfL war zwar das optisch überlegene Team, mit deutlich mehr Ballbesitz, aber vorne fehlte an diesem Nachmittag bei Dauerregen und tiefem Boden irgendwie die Durchschlagskraft. Lukas Hinterseer scheiterte in der ersten Halbzeit zwei Mal nur knapp, einmal an Magdeburgs Keeper Brunst und einmal flog der Ball knapp über den Querbalken. Tom Weilandt traf in Hälfte zwei nur das Außennetz, als er schön von Lee freigespielt worden war. Das war es schon, an guten Chancen für die Gäste aus Bochum. Die Gastgeber, die kämpferisch gut dagegen hielten, hatten auch ihre Möglichkeiten, aber zeigten sich erschreckend harmlos vor dem gegnerischen Tor und spielten ihre Konterchancen allesamt (und glücklicherweise aus Bochumer Sicht) sehr schlampig aus. So ging das torlose Remis am Ende voll in Ordnung.

Es folgte Teil 2 der Odyssee durch Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Vom Gästeblock aus hatte man keine Chance, alleine die Innenstadt und somit den Weihnachtsmarkt zu erreichen, sondern wurde vom Freund und Helfer am Ausgang des Gästeblocks direkt wieder in Empfang genommen und zu Fuß zurück zum Bahnhof Herrenkrug eskortiert. Dort sollten wir aus "Sicherheitsgründen" eine volle Stunde im Dauerregen unter einer Unterführung warten, bis wir zur Magdeburger Hauptbahnhof fahren durften. Nach einigen Verhandlungen und vergeblichen Versuchen von einigen Leuten, sich aus der Umklammerung der Polizei zu befreien, durften wir dann aber dann doch schon eher zum Hauptbahnhof. Allerdings nur unter der Bedingung, dass wir direkt zu unserem Abfahrtsgleis begleitet wurden. Dort gab es dann wenigstens die Möglichkeit, sich schnell mit Essen und Getränken zu versorgen.

Relativ pünktlich ging es dann zunächst auf den Rückweg. Dadurch, dass unser Anschlusszug in Hannover bereits mehr als eine Stunde Verspätung hatte, hatten wir ziemlich schnell entschieden, mit diesem IC dann bis Dortmund durchzufahren. Aber auch das war nur graue Theorie, denn kurz vor dem ersten Stopp in Braunschweig war unsere Fahrt dann aber auch schon wieder beendet. Eine Triebwerksstörung verhinderte die Weiterfahrt. Laut dem Zugbegleiter sollte es aber ca. 10 bis 15 Minuten später schon weitergehen. Der erfahrene Bahnfahrer weiß aber sofort: Das dauert länger! Und schließlich nach 1,5 Stunden Stillstand und Warten ging es dann endlich weiter, allerdings mit einer neuen Lok wieder zurück in die völlig falsche Richtung, wieder gen Magdeburg. In der Weltstadt Königslutter sollten die Fahrgäste dann in den nächsten Zug in Richtung Hannover umsteigen. So viel los war dort im Bahnhof wahrscheinlich noch nie. Also ging es anschließend zwei Stationen stehend quasi im Viehwaggon von Königslutter bis Hannover, denn der Zug quillte durch den unplanmäßigen Zustieg von ein paar Hundert Menschen natürlich total über. In Hannover hatten wir dann fast eine Stunde Zeit, bis der nächste Zug Richtung Ruhrgebiet eintraf. So konnte man wenigstens mal etwas richtiges essen. Lustigerweise hätten wir fast sogar unseren eigentlichen Anschlusszug mit reservierten Sitzplätzen bekommen, denn dessen Verspätung hatte sich mittlerweile auf mehr als 200 Minuten erhöht. Wir nahmen aber einen Zug früher, der "nur" 120 Minuten Verspätung angehäuft hatte. Der letzte Teil dieser wunderschönen "Reise" war dann wieder relativ unspektakulär. Nur die 30 statt 10 Minuten von Dortmund nach Bochum inklusive einer Vollbremsung und eines längeren Haltes auf freier Strecke zogen sich wie ein Kaugummi, bevor wir endlich wieder Bochumer Boden unter den Füßen hatten.

Alle Duelle Magdeburg-Bochum:

18/19 (2.BL) FCM - VfL 0:0 (-)

 

1 Spiel, 0 - 1 - 0 , 0:0 Tore