1. FC Köln 01/07
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VfL Bochum 1848
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VfL Bochum bei Westline
2. Bundesliga 2018/2019 - Freitag, 21. Dezember 2018, 18:30 Uhr
1. FC Köln - VfL Bochum (1:1) 2:3

Spielort: Rhein-Energie-Stadion, Köln
Zuschauer: 50.000
FCK: T.Horn - Schmitz (71.Guirassy), Meré, Czichos - Risse, J.Horn (64.Schaub) - Hector - Özcan, Drexler - Cordoba, Terodde

VfL: Riemann - Gyamerah, Fabian, Hoogland, Soares - Losilla, Tesche - Weilandt (83.Celozzi), Lee (59.Kruse), Sam (87.Ganvoula) - Hinterseer
Tore:
0:1 Hinterseer (1., Rechtsschuss),
1:1 Terodde (24., Rechtsschuss),
1:2 Hinterseer (58., Rechtsschuss, Vorarbeit Sam),
1:3 Sam (69., Linksschuss),
2:3 Risse (76., Rechtsschuss, Vorarbeit Schaub)
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a. d. Pegnitz)

Was für ein wunderschöner Abend! Ein epischer Auswärtserfolg für den VfL Bochum! Und dieses Mal klappte sogar alles mit der Bahn. Statt wie beim letzten Mal in Köln pünktlich zum Anpfiff der zweiten Halbzeit erreichte ich an diesem Abend das ehemalige Müngersdorfer Stadion 1,5 Stunden vor dem Anpfiff, vor dem Anpfiff zur ersten Halbzeit wohlgemerkt. Dabei hatte ich dieses Mal bei der Rückfahrt sogar etwas Glück, denn ich war in der ersten Straßenbahn, die die Gästefans zum Bahnhof Deutz transportierte. Eine der nächsten Bahnen mit Gästefans wurde von Kölner Vollhonks mit einem Stein beschmissen, wodurch die Bahn natürlich nicht weiterfahren konnte und alle Fahrgäste in eine andere Bahn umsteigen mussten. Auch das war noch nicht alles, denn auch die Ersatzbahn wurde von Kölnern mit Glasflaschen attackiert. Entsprechend lange zog sich die Rückfahrt für die Betroffenen natürlich hin, und der Entlastungszug wartete auch nicht. Und ich hatte mich schon gewundert, warum der Entlastungszug zurück nach Bochum so leer war, und ich fast ein ganzes Abteil für mich alleine hatte.

Aber was früher am Abend in der Domstadt passiert war, war sowieso viel erfreulicher. Beim 33. Versuch gewann der VfL Bochum überhaupt erst zum zweiten Mal auswärts beim 1. FC Köln. Dabei waren die Vorzeichen für den VfL Bochum alles andere als gut. In den beiden Spitzenspielen zuvor gegen St. Pauli (1:3) und Union Berlin (0:2) hatte es für den VfL zwei sehr unglückliche Niederlagen gegeben, die das Selbstvertrauen sicherlich angekratzt hatten. Dazu fehlten immer noch einige wichtige Spieler verletzungsbedingt, und dann war da natürlich auch noch der Gegner. Mit dem 1. FC Köln wartete der Aufstiegskandidat Nummer eins, mit dem wahrscheinlich stärksten Kader der Liga. Besonders die Offensive ist in dieser Spielzeit das Prunkstück bei den Domstädtern. 45 erzielte Tore in 17 Spielen sind in Liga zwei bisher das Maß aller Dinge, und alleine der Ex-Bochumer Simon Terodde hatte davon schon sagenhafte 21 markiert. So lagen die Tipps meiner Kölner Sitznachbarn vor dem Spiel mit dem üblichen Schuss kölschen Optimismus bei 4:0 oder 5:0.

Die Wahrscheinlichkeit eines Auswärtssieges des VfL Bochum beim 1. FC Köln lag in etwa so hoch, wie die Chance, dass Lukas Podolski vor dem Stadion rückwärts auf einem Elefanten einparken würde. Als ich dann vor dem Spiel auf der Videowand sah, dass Lukas Podolski an diesem Abend im Stadion zu Gast war, hatte ich schon die Hoffnung, dass vielleicht doch etwas für den VfL geht. Und tatsächlich lief es an diesem Abend genau anders herum, als bei den letzten beiden Niederlagen gegen St. Pauli und Union Berlin. Dort hatte der VfL jeweils stark begonnen und die Anfangsphase und auch später große Teile des Spiels dominiert, aber eben das Tor nicht (bzw. zu selten) getroffen, sodass letztendlich jeweils nicht die bessere sonderen die effektivere und abgezocktere Mannschaft schließlich das Spiel gewann. An diesem Abend in Köln beherrschten aber die Gastgeber ganz klar das Geschehen auf dem Rasen, und waren in allen Statistiken die deutlich aktivere Mannschaft. Aber dieses Mal nutzte der VfL seine wenigen Torchancen eiskalt und schockte den "Effzeh". Bereits nach 28 gespielten Sekunden versenkte Hinterseer den Ball zum 0:1.

Bis zur 24. Minute sah es das sehr gut aus, was der VfL machte, denn die Kölner kamen trotz viel mehr Ballbesitz kaum mal gefährlich vor das Tor von Manuel Riemann. Dann leistete sich Danilo Soares einen kapitalen Bock, als er aus dem Nichts Simon Terodde im Strafraum anspielte, der den Ball nur noch ins leeres Tor einschieben musste, weil Riemann seinen Strafraum verlassen hatte, um als Anspielstation für Soares zur Verfügung zu stehen. Nach dem Ausgleichstor wurde Köln stärker und drängte wild auf das zweite Tor. Mit viel Glück überstand der VfL aber diese Phase. Auch in der zweiten Halbzeit blieben die Domstädter weiter dominant. Aber die Tore schoss weiter der VfL. Hinterseer brachte den VfL mit seinem elften Saisontor wieder in Führung. Zehn Minuten später erhöhte Sidney Sam nach schöner Einzelleistung auf 3:1 für den VfL. Was war denn hier los? Jetzt warf Köln natürlich alles nach vorne, und kam auch schnell zum Anschlusstor durch Risse. Mit etwas Glück, also genau dem Glück, das in den letzten beiden Spielen gefehlt hatte, brachte der VfL den knappen Vorsprung aber über die Zeit.

Etwas irritiert war ich nur von dem Verhalten der Kölner Fans, die um mich herum saßen. Bereits in der 80. Minute hatten sich die Reihen gelichtet, und ich hatte jede Menge Platz um mich herum, und das, obwohl es lediglich 2:3 stand und ihr Team auf den Ausgleich drängte. Auch mein Kölner Sitznachbar, der die zahlreich flüchtenden Heimfans nach dem 1:3 von Sidney Sam in der 69.(!) Minute noch als "Schön-Wetter-Fans" betitelt hatte, war da schon lange auf dem Heimweg. Auf der anderen Seite gab es von den Gästefans aus Bochum den wahrscheinlich besten Auftritt seit langer Zeit. Mehr als 5.000 Bochumer hatten den VfL in die Domstadt begleitet, und rockten Müngersdorf an diesem Abend. Natürlich hatte der Spielverlauf dazu auch seinen Beitrag geleistet, aber wäre es doch immer so, dass so viele den VfL auswärts begleiten und so lautstark abfeiern.

Alle Duelle 1.FC Köln - Bochum:

71/72 (1.BL) FC - VfL 1:1 (VfL-Tor: Walitza)
72/73 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Walitza)
73/74 (1.BL) FC - VfL 2:2 (Balte,Eggert)
74/75 (1.BL) FC - VfL 4:1 (Eggeling)
75/76 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
76/77 (1.BL) FC - VfL 6:1 (Kaczor)
77/78 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Tenhagen)
78/79 (1.BL) FC - VfL 1:1 (Kaczor)
79/80 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Eggeling)
80/81 (1.BL) FC - VfL 2:2 (Blau,Kaczor)
81/82 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
82/83 (1.BL) FC - VfL 4:1 (Storck)
83/84 (1.BL) FC - VfL 3:0 (-)
84/85 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Kuntz)
85/86 (1.BL) FC - VfL 3:0 (-)
86/87 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
87/88 (1.BL) FC - VfL 2:2 (Woelk,Leifeld)
88/89 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
89/90 (1.BL) FC - VfL 2:0 (-)
90/91 (1.BL) FC - VfL 0:0 (-)
91/92 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
92/93 (1.BL) FC - VfL 1:0 (-)
94/95 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Wegmann)
96/97 (1.BL) FC - VfL 2:0 (-)
97/98 (1.BL) FC - VfL 2:1 (Dickhaut)
99/00 (2.BL) FC - VfL 3:0 (-)
00/01 (1.BL) FC - VfL 2:0 (-)
03/04 (1.BL) FC - VfL 1:2 (Wosz,Fahrenhorst)
08/09 (1.BL) FC - VfL 1:1 (Klimowicz)
09/10 (1.BL) FC - VfL 2:0 (-)
12/13 (2.BL) FC - VfL 3:1 (Gelashvili)
13/14 (2.BL) FC - VfL 3:1 (Eigentor)
18/19 (2.BL) FC - VfL 2:3 (Hinterseer(2),Sam)

33 Spiele, 24 - 7 - 2 , 67:23 Tore