VfL Bochum 1848    
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2. Bundesliga 16/17 - Samstag, 18. Februar 2017, 13:00 Uhr
VfL Bochum - Würzburger Kickers (0:1) 2:1

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 11.123
VfL: Riemann - Gyamerah (46.Dawidowicz), Hoogland, Bastians, Rieble (46.Weilandt) - Losilla, Stiepermann (61.Wydra) - Gündüz, Wurtz, Quaschner - Mlapa
FWK: Wulnikowski - Schoppenhauer, Schröck, Pisot, Kurzweg - Taffertshofer, Fröde (89.Soriano) - Fe.Müller, Benatelli, S.Ernst - Königs (89.Rama)
Tore:
0:1 Hoogland (26., Eigentor, Linksschuss, Vorarbeit Kurzweg),
1:1 Weilandt (84., Rechtsschuss, Vorarbeit Losilla),
2:1 Wydra (87., Rechtsschuss, Vorarbeit Wurtz)
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)

Um es mal wieder mit den Worten von Frank Goosen zu formulieren: "... Darf meine Mannschaft gewinnen, obwohl sie vorher 89 Minuten über das Feld gestolpert ist wie eine Horde Einbeiniger? Sie darf nicht gewinnen! SIE MUSS..." Wie eine Horde Einbeiniger ist das VfL-Team an diesem milden Samstag Nachmittag natürlich auch nicht über das Spielfeld gestolpert, aber sehr viel besser hat sie das bis auf die Schlussphase nun auch nicht gemacht. 80 Minuten lang war das mal wieder eine sehr schwache Leistung des VfL, allerdings natürlich auch gegen einen sehr unangenehmen Gegner, der genauso auftrat, wie man es vorher erwartet hatte: Vor allem auf die Defensive bedacht, sehr körperlich und sehr aggressiv (eben so, wie ihr Trainer Bernd Hollerbach auch früher als Spieler aufgetreten ist). In der ersten Halbzeit waren die Gastgeber extrem harmlos vor dem gegenerischen Tor, und hatten dann noch Pech beim Gegentor, als Hoogland bei einem der wenigen Offensivvorstöße der Würzburger den Ball sehr unglücklich ans Standbein bekam und der Ball zum 0:1 ins Tor kullerte.

Aber mit Leidenschaft, Willen und großartiger Moral drehte der VfL dieses Spiel bravorös in den letzten Spielminuten. Der Schlüssel zum Erfolg war heute letztendlich die komplette taktische Neuaufstellung in den zweiten 45 Minuten. Verbeek stellte von seinem gewohnten 4-2-3-1 auf ein 3-5-2 um, mit Dawidowicz, Hoogland und Bastians hinten in der Dreierkette und mit Mlapa und Quaschner als zwei Mittelstürmer vorne drin. Mehr Risiko also. Wirklich besser wurde das Spiel des VfL zwar vorerst noch nicht, aber die Umstellung führte immerhin dazu, dass die Gastgeber jetzt wenigstens endlich ab und zu mal gefährlich vor das Tor des Gegners kamen. Das Ganze hätte natürlich auch schiefgehen können, denn durch das deutlich höhere Risiko ergaben sich in der zweiten Hälfte doch auch einige gefährliche Kontermöglichkeiten für die Würzburger Kickers. Manuel Riemann hielt den VfL aber durch ein paar starke Paraden im Spiel, und so konnten die VfLer noch die Schlussoffensive starten. 

Das Bochumer Publikum, dass sein Team nach dem letzten Heimremis gegen Karlsruhe noch mit einem Pfeifkonzert verabschiedet hatte, blieb an diesem Nachmittag erstaunlich ruhig. Und nicht nur das, denn in der Schlussphase, als man merkte, dass das VfL-Team immer mehr Zugriff auf diese Partie bekam und die Abschlüsse immer gefährlicher wurden, wurde endlich wieder leidenschaftlich unterstützt. In den letzten zehn Minuten überschlugen sich dann die Ereignisse. Erst hämmerte Mlapa den Ball an den Pfosten, ein paar Augenblicke später drehte der VfL innerhalb von drei Minuten dieses Spiel komplett. Erst brachte Weilandt in der 84. Minute aus der Drehung den Ball irgendwie zum Ausgleich ins Netz, dann hämmerte Wydra den Ball aus 25 Metern zum 2:1 rechts ins Toreck. Jetzt wurde natürlich gefeiert, als wäre gerade der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelungen. Aber darf man das, wenn man 80 Minuten eine schlechte Leistung seines Teams gesehen hat? Ja, man darf, denn im Abstiegskampf gibt es keine Schönheitspreise zu gewinnen. Außerdem sind dreckige, unverdiente Siege in letzter Minute doch irgendwie (zumindest meiner Meinung nach) die schönsten. Am vergangenen Montag hatte der VfL auswärts beim großen Aufstiegsfavoriten aus Hannover eine starke Leistung abgeliefert, aber am Ende doch sehr unglücklich 1:2 verloren. Da ist mir ein dreckiger Sieg trotz bescheidener Leistung doch ehrlichgesagt um einiges lieber! Es war ja jetzt nicht so, dass Würzburg dieses Spiel kontrolliert hätte, sondern eher so, dass der VfL diese Partie jederzeit unter Kontrolle hatte, nur zunächst keine Mittel fand, gefährliche Torchancen zu kreieren.


Alle Spiele Bochum vs. Würzburg

16/17 (2.BL) VfL - FWK 2:1 (Weilandt,Wydra)

1 Spiel – 1 – 0 – 0 – 2:1 Tore