VfB 1903 Hilden      
1
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2
SC Rot-Weiß Oberhausen
  VfB Hilden Offiziell
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  Rot-Weiß Oberhausen Offiziell
Niederrheinpokal 2016/2017 - Sonntag, 12. Februar 2017, 14:20 Uhr
VfB Hilden - Rot-Weiß Oberhausen (0:1) 1:2

Spielort:
Stadion Am Bandsbusch, Hilden
Zuschauer: 1.000
VfB: Sube - Schulz, Härtel, Müller, Ivosevic (63.De Meo) - Schaumburg, zur Linden, Ilkwon (73.P.Weber) - Al Bazat, Percoco, J.Weber (83.Donath)

RWO: Wozniak - Heber, Nakowitsch, Steurer, Hermes - Scheelen, Fleßers, Reinert (76.Garcia), Bauder (83.Weigelt), Steinmetz (62.Budimbu) - Engelmann
Tore:
0:1 Steinmetz (28., Vorarbeit Reinert),
0:2 Engelmann (65.),
1:2 Al Bazat (90.+1)
Schiedsrichter: Robin Braun (Wuppertal)

An diesem mit +7°C recht milden Sonntag Nachmittag ging es in etwa einer halben Stunde kurz hinüber nach Hilden, in die 55.000-Einwohner-Stadt, die zum Kreis Mettmann gehört und die irgendwo am Rande des Bergischen Landes zwischen Wuppertal und Düsseldorf liegt. Noch am Tag zuvor war die Austragung dieses Spiels akut gefährdet gewesen, war doch der Rasen am Samstag Morgen noch mit acht Zentimetern Schnee bedeckt. Der VfB Hilden hatte auf seiner Facebook-Seite um Hilfe beim Räumen des Platzes gebeten und so war der Rasen schon wenige Stunden später wieder grün statt weiß. Am Sonntag Morgen schließlich gab es endgültig grünes Licht, denn der VfB Hilden wollte dieses Spiel auf jeden Fall an diesem Sonntag durchführen, nachdem diese Partie bereits zwei Mal zuvor im vergangenen Jahr abgesagt worden war. Normalerweise trägt der VfB seine Heimspiele in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein auf dem "Kunstrasenplatz an der Hoffeldstraße" aus, den ich auch schon im August 2015 besucht hatte. Aus Sicherheitsgründen, unter anderem weil es keine Trennung zwischen den Fangruppen geben kann, durfte man aber dieses Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen, der als Traditionsklub immer von vielen Fans begleitet wird, aber nur im größeren "Stadion am Bandsbusch" austragen. Für mich war das natürlich eine willkommene Gelegenheit, auch den zweiten Ground des VfB Hilden zu besuchen.

Also kam es heute im dritten Versuch dann endlich zum Viertelfinale im Niederrheinpokal zwischen dem VfB Hilden und dem eine Klasse höher, in der Regionalliga West, spielenden Rot-Weiß Oberhausen. Offiziell 1.000 Zuschauer wollten sich dieses Spiel des Jahres für die Gastgeber anschauen, und das brachte dann auch gleich eine Menge Probleme mit. Weil es um das Stadion herum kaum Parkplätze gibt und kurz vor Spielbeginn viele Zuschauer noch an den Eingangskassen standen, wurde der Anpfiff 20 Minuten nach hinten gelegt. Mindestens die Hälfte der Besucher drückte den Gästen von RWO die Daumen. Die gesamte Gegengerade und ein Teil der Haupttribüne waren an diesem Nachmittag den Gästefans vorbehalten. Auf Seiten der Gäste gab es durchaus kreativen Dauersupport, allerdings nur von einer kleinen Gruppe, von der Heimseite kam erwartungsgemäß nichts, weder optisch noch irgendwelche Anfeuerung.

Lange Zeit tat sich der Favorit aus Oberhausen auf dem logischerweise schwer zu bespielenden Boden gegen den Oberligisten schwer, denn die Gastgeber standen in der Defensive sehr gut, so dass es zunächst kaum Höhepunkte gab. Nach etwa einer halben Stunde Spielzeit war der Bann dann doch gebrochen, und RWO kam nach einer schönen Kombination durch Steinmetz zum Führungstor. Man merkte den Gästen sofort die Erleichterung an, denn plötzlich lief der Ball doch ganz gut. Es blieb aber zur Pause beim knappen Vorsprung für RWO. Auch in der zweiten Hälfte blieben die Gäste überlegen. Kurz nach der größten Chance für die Gastgeber, als Hildens Ilkwon den Oberhausener Torwart bereits umspielt hatte, aber das leere Tor nicht traf, gab es nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit die Entscheidung zu Gunsten der Gäste, durch ihren Mittelstürmer Engelmann. In der Nachspielzeit kamen die Gastgeber zwar noch zum Anschlusstor, aber für eine Aufholjagd fiel das zu spät.

Damit steht Rot-Weiß Oberhausen jetzt also im Halbfinale des Niederrheinpokals und darf weiter von der ersten Hauptrunde im DFB-Pokal in der kommenden Saison träumen. Das wird allerdings noch ein schweres Stück Arbeit, denn nur der Sieger dieses Wettbewerbs qualifiziert sich ja für dafür und mit dem MSV Duisburg, dem Wuppertaler SV und Rot-Weiss Essen warten im Halbfinale ausnahmslos dicke Brocken. Man braucht schon etwas Losglück, denn Duisburg wird sich höchstwahrscheinlich über die 3. Liga für den DFB-Pokal qualifizieren und so könnte in diesem Jahr sogar der Vizetitel reichen.

Während der meistens vom VfB Hilden genutzte "Kunstrasenplatz an der Hoffeldstraße" über keinerlei Ausbau verfügt und so zu den langweiligsten Anlagen der Oberliga Niederrhein gehört, verfügt das "Stadion am Bandsbusch" über eine schicke, moderne und überdachte Sitzplatztribüne mit blauen Sitzschalen und einen Bereich für die Stadionsprecher an der Außenseite. Auch gegenüber auf der anderen Längsseite gibt es ein paar unüberdachte Stehplatzstufen, so dass der Ground für diese Spielklasse eigentlich sehr nett wäre. Echt schade, dass man hier nur noch in Ausnahmefällen, gegen Klubs wie den KFC Uerdingen oder den Wuppertaler SV spielt, also gegen Vereine, die eine größere Fanschar mitbringen.