TSV Steinbach 1921
 
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SV Waldhof Mannheim
  TSV Steinbach Offiziell
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  Waldhof Mannheim Offiziell
Regionalliga Südwest 2017/2018 - Samstag, 4. November 2017, 14:00 Uhr
TSV Steinbach - Waldhof Mannheim (0:0) 0:2

Spielort: SIBRE-Sportzentrum Haarwasen, Haiger
Zuschauer: 1.465
TSV: Löhe - Kunert, N.Herzig, Reith, Strujic - T.Müller (81.Tahiri), Trkulja, Bisanovic - Marquet, Candan (68.Heister), M.Müller (68.Bektasi)
SVW: Scholz - Meyerhöfer, Celik, Conrad, Schuster - Ivan, Tüting (57.Kiefer), Diring, G.Korte - Sommer (57.Mayer), Koep (77.Nennhuber)
Tore:
0:1 Koep (65., Vorarbeit Celik),
0:2 Mayer (90.+2, Vorarbeit Ivan)
Schiedsrichter: Marcel Gasteier (Weisel)

An diesem mit 15°C recht milden Samstag Nachmittag ging es in ca. 1,5 Stunden in den Lahn-Dill-Kreis nach Haiger, also direkt an die Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Hessen. Von der nächstgelegenen Großstadt, Siegen (NRW) nach Haiger (Hessen) sind es gerade einmal etwa 17 km. Quasi direkt an der Autobahn A45 liegt das Sportzentrum Haarwasen in Haiger, in dem der TSV Steinbach aktuell seine Heimspiele austrägt. Der Dorfklub aus dem gleichnamigen Stadtteil (807 Einwohner, Stand: 2016) von Haiger schreibt eines der zahlreichen Fußballmärchen der Neuzeit. Der 1921 gegründete Turn- und Sportverein spielte bis zum Jahr 2008 nur in lokalen Ligen im Kreis Dillenburg, dann stieg ein regionales Unternehmen, dessen Mitbesitzer selbst Spieler im Verein war, als Hauptsponsor ein. 2008 hatte der TSV Steinbach noch in der Kreisliga B Dillenburg gespielt, und es folgten nach dem Einstieg des Unternehmens sechs Aufstiege innerhalb von sieben Jahren. Der bisherige Höhepunkt war der Aufstieg in die viertklassige Regionalliga Südwest im Jahr 2015, in der man seitdem ununterbrochen spielt.

Natürlich ist dem TSV Steinbach auch mittlerweile die eigene Anlage im eigenen Dorf viel zu klein geworden, und so ist man bereits 2014 in das größte Stadion der Stadt Haiger umgezogen. Hier spielte der ehemals größte Fußballklub der Stadt, Eintracht Haiger, viele Jahre in der einstmals sogar drittklassigen Oberliga Hessen und feierte hier sogar Erfolge im DFB-Pokal. Dort, am Sportzentrum Haarwasen, hat man seit dem Einzug des TSV eine neue, moderne und überdachte Haupttribüne mit Sitz- und Stehplätzen sowie einem großen VIP-Bereich entstehen lassen. An beiden Hintertorseiten gibt es für Heim- und Gästefans ein paar unüberdachte Stehplatzstufen. Ein Hingucker ist sicherlich die Gegengerade, die aus mehreren zusammengeschusterten Europaletten besteht. Dazu gibt es auf der Seite gegenüber der Haupttribüne noch hypermoderne Trainer- und Spielerbänke sowie eine moderne Videowand als Anzeigetafel, die heute allerdings außer Betrieb war. 

In der ersten Regionalliga-Saison gelang dem TSV Steinbach mit viel Mühe der Klassenerhalt, in der vergangenen Saison spielte man lange Zeit oben mit und erreichte schließlich einen guten 5. Platz. Auch in dieser Saison spielt man wieder oben mit und liegt vor diesem Heimspiel auf dem 6. Platz. Noch zwei Plätze davor stand aktuell der heutige Gast, der SV Waldhof Mannheim, der als ehemaliger Bundesligist natürlich das große Ziel Aufstieg in die 3. Liga ausgegeben hat. In den vergangenen beiden Jahren ist der SV Waldhof bekanntlich jeweils nur ganz knapp und unglücklich in den unsäglichen Playoffs zur 3. Liga gescheitert, und hat es auch in dieser Saison wieder geschafft, eine aufstiegsreife Mannschaft zusammenzustellen. So gewannen sie auch das heutige Regionalliga-Duell mit dem TSV Steinbach souverän, wenn auch nicht überzeugend. Die bessere Mannschaft waren die Gäste aus Mannheim zwar nicht, aber die deutlich effektivere, mit besserer individueller Klasse. Die Gastgeber aus Steinbach waren absolut gleichwertig. Also kann man schon von einem Auswärtssieg im Stile einer Spitzenmannschaft sprechen.

Begleitet wurden die Waldhöfer von etwa 500 Fans, die im Gästeblock einen durchgängigen Support hinlegten. Das waren zwar nur die Standardmelodien aus den Stadien dieser Republik, aber die Lautstärke und Mitmachquote waren durchaus gut. Beim Gastgeber aus Steinbach existiert aktuell keine echte Fanszene, aber immerhin bemühte sich eine Handvoll Leute mit Fahnen und Trommel vergeblich, um im Supportwettstreit nicht komplett unterzugehen.