SV Sandhausen 1916
0
:
0
    VfL Bochum 1848    
  SV Sandhausen Offiziell
:
  VfL Bochum Offiziell
VfL4u - Fanforum
Photomafia Bochum
VfL Bochum bei Westline
2. Bundesliga 2016/2017 - Samstag, 1. April 2017, 13:00 Uhr
SV Sandhausen - VfL Bochum (0:0) 0:0

Spielort: Hardtwaldstadion, Sandhausen
Zuschauer: 5.465
SVS: Knaller - Klingmann, Karl, Kister, Roßbach - Linsmayer, Kulovits - Pledl (73.Derstroff), Kosecki (63.Vollmann) - Höler, Kuhn (60.Stiefler)
VfL: Riemann - Dawidowicz, Hoogland, Bastians - Wydra (46.Janelt), Canouse - Gyamerah (67.Weilandt), Wurtz, Stiepermann - Mlapa (78.Pavlidis), Quaschner
Tore:
keine
Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

An diesem frühlingshaften Samstag ging es mit meinem Cousin Denis (fast) völlig kostenfrei, dank dem VfL Bochum und seines Sponsors "Eisenbach Tresore", wo ich bei einem Gewinnspiel gewonnen hatte, per Bus in etwa 4,5 Stunden in den Südwesten, nach Sandhausen, in die 15.000-Einwohner-Metroppole, die gerade einmal 8 km von Heidelberg entfernt liegt. Ein Ausflug, bei der nicht nur die Busfahrt und die Eintrittskarten inkludiert waren, sondern der perfekt organsiert auch noch jede Menge Verpflegung für die Gewinnspielteilnehmer bot. Denn auf der Hinfahrt gab es neben einigen Kästen Fiege auch Mettwürstchen, Frikadellen und Brötchen. Dazu gab es noch einen Gutschein für ein Getränk und ein Essen im Stadion des SV Sandhausen. Und dazu natürlich fantastisches Frühlingswetter mit über 20°C, Sonnenschein und blauem Himmel.

Sehr verkehrsgünstig, also sehr nah an der Autobahn A5, liegt das Hardtwaldtstadion des SV Sandhausen. Nachdem man an der Konzernzentrale eines großen Softwareunternehmens in Walldorf vorbeifährt, landet man irgendwo im Nirgendwo und wird zwischen Spargelfeldern auf irgendeinem Acker ausgesetzt. Bei meinem ersten Besuch im Jahre 2013 hier war ich mit dem Auto gefahren, und hatte in dem sehr übersichtlichen Ortskern, wo man sonntags zum Stillen des Hungers nur einen einzigen Dönerladen im ganzen Ort findet, geparkt und war zu Fuß zum Stadion gelaufen. Dieses Mal bogen wir also zu Fuß vom Acker in den Wald ab, wo schließlich nach kurzer Zeit das Stadion bzw. der Eingang zum Gästeblock auftauchte. Nach der sehr peniblen Eingangskontrolle lösten wir erstmal unsere Gutscheine ein. Allerdings konnten leider weder die Bratwurst noch die Feuerwurst so richtig überzeugen. Aber einem geschenkten Gaul ...

Im Vergleich zu meinem ersten Besuch hatte sich im Hardtwaldstadion sehr viel geändert. Was beim letzten Mal noch mehr wie ein Dorfplatz aussah, ist mittlerweile ein richtiges, kleines, kompaktes und schickes Fußballstadion geworden. Wo 2013 noch zwei unüberdachte Stehplatzgeraden waren, sind inzwischen auch richtige überdachte Tribünen entstanden. Aus einer Behelfstribüne hinter dem einen Tor ist mittlerweile eine richtige Tribüne mit angrenzendem "BusinessTurm" geworden. Was sich nicht geändert hat, ist die Tatsache, dass der SV Sandhausen auch mit dem netten Stadion weiter ein Dorfklub bleibt. Eine richtige Fanszene gibt es auch weiterhin nicht, und die wenigen Zuschauer müssen vom Stadionsprecher auch noch animiert werden, ihre Klatschpappen wenigstens mal bei Standards zu benutzen. Dagegen wurde der VfL Bochum in dieser eher bescheidenen Saison von 800 bis 1.000 Anhängern begleitet, die so natürlich für ein Heimspiel im Kraichgau sorgten.

Aber auch die gute Unterstützung von den Rängen konnte die VfLer an diesem Nachmittag leider nicht zu einem Sieg animieren. Insgesamt war das doch gelinde gesagt ein sehr mäßiges Niveau, was beide Teams da auf den Rasen zauberten. Das 0:0 war letztendlich wohl das verdiente Resultat für ein solch torchancen- und höhepunktarmes Spiel. Es begann gar nicht mal so schlecht, wie mit zwei Torchancen in der ersten Viertelstunde. Zunächst für Sandhausen, dann hatte Gyamerah die Möglichkeit zur Führung, aber der Ball rollte knapp am Tor vorbei. Das war es dann aber auch schon an Höhepunkten in der ersten Hälfte. In Halbzeit zwei ging es genauso weiter, also ohne jegliche Höhepunkte oder Torchancen. Beim VfL gab es immer wieder, wie schon in den letzten Spielen gesehen, den langen Ball nach vorne, der schnell beim Gegner landete. Immerhin ließ man auf der anderen Seite auch so gut wie keine Chancen der Sandhäuser zu und stand in der Defensive sicher. In der 75. Minute gab es dann die größte VfL-Torchance der zweiten 45 Minuten, als Stiepermann, nach der schönsten Kombination des Tages, völlig freistehend den Ball weit über das Tor haute. Kurz vor dem Ende musste Riemann dann noch einmal per Fußabwehr eine Möglichkeit für den SV Sandhausen vereiteln. Die zweite und damit auch letzte Torchance für die Gastgeber in diesem Duell. In der Nachspielzeit gab es dann tatsächlich so was ähnliches wie eine Drangperiode der Gäste aus dem Ruhrgebiet. Aber nur so was Ähnliches. Der Fallrückzieher von Wurtz ging ebenfalls weit über das Tor.


Der SV Sandhausen wurde 1916 gegründet und hat immerhin schon zwei Titel in seiner Historie gewonnen. 1978 und 1993 wurde man jeweils Deutscher Amateurmeister. Dazu sorgte der Klub hin und wieder im DFB-Pokal für Aufsehen und somit überregionale Aufmerksamkeit. Mit insgesamt 28 Jahren Ligazugehörigkeit zur Oberliga Baden-Württemberg führt der SV deutlich die „ewige Tabelle“ der Liga an, die ja zunächst noch drittklassig, dann durch die Einführung der Regionalliga viertklassig und nach der Einführung der 3. Liga nur noch fünftklassig ist. 1995 qualifizierte man sich als Oberliga-Meister erstmals für die Regionalliga, stieg aber nach nur einer Saison wieder ab. 2006 wäre der Klub beinahe von Dietmar Hopp und der TSG Hoffenheim "geschluckt" worden. Dietmar Hopp plante damals eigentlich eine Fusion "seines" Regionalligisten TSG Hoffenheim mit dem Oberligisten SV Sandhausen sowie dem Verbandsligisten FC Astoria Walldorf, um in seiner Heimatregion einen starken Klub für die 1. Bundesliga aufzubauen. Der Fusionsklub sollte demnach entweder als "FC Kurpfalz Heidelberg" oder "HSW Heidelberg 06" spielen. Diese Fusion scheiterte allerdings und die Kooperation wurde beendet. Für den SV Sandhausen ging es aber trotzdem wieder steil bergauf. Zunächst gelang 2007 der erneute Aufstieg in die Regionalliga Süd, und nur ein Jahr später die Qualifikation für die neu eingeführte 3. Liga. Nach vier Jahren dort gelang als Drittligameister 2012 erstmals der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zwar wurde der SV Sandhausen in seiner ersten Zweitligasaison nur 17., blieb aber durch den Lizenzentzug des MSV Duisburg in der 2. Bundesliga. Seitdem hält man sich aber sportlich in der 2. Bundesliga.

Alle Spiele Sandhausen vs. Bochum

12/13 (2.BL) SVS – VfL 0:1 (VfL-Tor: Maltritz)
13/14 (2.BL) SVS - VfL 1:0 (-)
14/15 (2.BL) SVS - VfL 0:0 (-)
15/16 (2.BL) SVS - VfL 1:1 (Bastians)
16/17 (2.BL) SVS - VfL 0:0 (-)

5 Spiele – 1 – 3 – 1 – 2:2 Tore