TV Jahn Hiesfeld
6
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Wuppertaler SV
  Jahn Hiesfeld Offiziell
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  Wuppertaler SV Offiziell
Niederrheinpokal 2017/2018 - Samstag, 25. November 2017, 14:00 Uhr
Jahn Hiesfeld - Wuppertaler SV (0:0) 0:0, 0:0 n.V., 6:5 n.E.

Spielort:
Dorotheen-Kampfbahn, Dinslaken

Zuschauer: 550
TVJ: Hillebrand - Kolberg, Alexiou, Riebling (82.Zwikirsch), Klaß - Corvers, Schirru (85.Hirose), Yolasan, Gataric, Mastrolonardo (113.Krystofiak) - Menke
WSV: Mroß - Heidemann, Duschke, Schmetz, Leikauf (106.Pytlik) - Windmüller, Khadraoui (55.Steinmetz) - Dowidat, Wirtz (106.Cirillo), Manno - Kramer
Tore: keine
ES: (Dowidat), (Menke), (Schmetz), 1:0 Krystofiak, 1:1 Pytlik, 2:1 Gataric, 2:2 Kramer, 3:2 Alexiou, 3:3 Manno, (Hillebrand), 3:4 Steinmetz, 4:4 Kolberg, 4:5 Windmüller, 5:5 Yolasan, (Duschke), 6:5 Klaß
Schiedsrichter: Alexander Busse (Leichlingen)

Von Düsseldorf ging es in einer weiteren halben Stunde über Duisburg hinüber ins niederrheinische Ruhrgebiet nach Dinslaken, zum zweiten Teil meines "Kampfbahn-Tages". Im Viertelfinale des Niederrheinpokals empfing nämlich der in der fünftklassigen Oberliga Niederrhein spielende TV Jahn Hiesfeld den in der viertklassgen Regionalliga West spielenden Wuppertaler SV in der "Dorotheen-Kampfbahn". Bereits zum dritten Mal in dieser Saison waren die Hiesfelder in die eigentliche Heimat des Lokalrivalen VfB Lohberg ausgewichen, denn der Naturrasen des Hauptgroundes des TV Jahn, das "Stadion am Freibad", bereitet derzeit ebenso Probleme wie der kaputte Kunstrasen des Nebenplatzes. Schon oft hatte es Pläne für einen "echten" Umzug von Jahn Hiesfeld in die Dorotheen-Kampfbahn gegeben, weil diese Spielstätte für Oberliga-Fußball besser geeignet sein soll. Zur Saison 2012/13 wollte Hiesfeld sogar ganz offiziell in die Dorotheen-Kampfbahn umziehen. Schließlich wollte man damals in die Regionalliga aufsteigen. Es gab sogar einen Vertragsentwurf zwischen den beiden Dinslakener Klubs über die Nutzung des Grounds, aber letztlich lehnte der VfB Lohberg doch ab.

Auf jeden Fall handelt es sich bei der Dorotheen-Kampfbahn um einen echten Oldschool-Ground, mit einer überdachten, kleinen Sitzplatztribüne und unüberdachten Stehplatzstufen auf den anderen drei Seiten. Überall nagt der Zahn der Zeit, und trotzdem wirkt die Anlage deswegen nicht ungepflegt. Ehemals hatte der Ground ein Fassungsvermögen von 15.000 Zuschauern, heutzutage ist er nur noch für 3.800 Besucher zugelassen. Eine schöne Ruhrgebietskulisse bietet auch der Förderturm der benachbarten Zeche Lohberg, die als von den Herren Thyssen gegründetes Steinkohlebergwerk von 1914 bis 2005 in Betrieb war. Wegen der Verbindung zum Bergbau werden die Spieler des hier eigentlich heimischen VfB Lohberg auch "Knappen" genannt und zum Einlauf der Mannschaften gab es auch an diesem Nachmittag bei den "Veilchen", also beim TV Jahn Hiesfeld, das Steigerlied. Sowohl Hiesfeld als auch Lohberg sind Stadtteile von Dinslaken, das am nordwestlichen Rand des Ruhrgebietes liegt, aber politisch zum Regierungsbezirk Düsseldorf und somit auch zum Fußballverband Niederrhein gehört.

Die größte Zitterpartie war natürlich im Vorfeld, ob dieses Spiel auf Grund der Wetterbedingungen überhaupt stattfinden würde, bei kühlen Temperaturen knapp über dem Gerfrierpunkt und vielen Niederschlägen in den Tagen zuvor. Es wurde glücklicherweise gespielt, aber der Rasen war logischerweise nicht in allerbestem Zustand, was vor allem dem großen Favoriten in diesem Duell, dem eine Spielklasse höher spielenden Wuppertaler SV, Probleme bereitete. Also konnte der Sieg in diesem Spiel nur über Kampf und Leidenschaft gelingen. Die Gäste aus dem Bergischen Land waren zwar über 120 Minuten hochüberlegen, und die Gastgeber vom TV Jahn kamen nur durch gelegentliche Konter mal vor das gegnerische Tor. Die Gäste versuchten es aber immer weiter mit schönen Kombinationen und mehr Ballbesitz Druck zu erzeugen, aber schafften es einfach nicht, den Ball im Tor unterzubringen. So kam es zum Elfmeterschießen, wo die Gastgeber am Ende die große Überraschung, nämlich den Einzug ins Halbfinale des Niederrheinpokals, schafften.

Für mich war das Ganze durchaus ein Deja-vu, denn auch bei meinem ersten Besuch vor fast vier Jahren im Januar 2014 beim TV Jahn Hiesfeld, damals im heimischen "Stadion am Freibad", war es ein Spiel im Viertelfinale des Niederrheinpokals, der Gegner war ebenfalls der Wuppertaler SV, und auch damals fror ich über 120 Minuten plus Elfmeterschießen an einem kühlen Nachmittag und hoffte vergeblich, dass irgendjemand doch bitte frühzeitig für eine Entscheidung sorgen würde. Sogar das Endergebnis war damals exakt das gleiche, nämlich 6:5 für den TV Jahn Hiesfeld. Damals ging es für Hiesfeld erfolgreich weiter, denn im Halbfinale wurde anschließend der KFC Uerdingen mit 1:0 besiegt. Das Finale in der MSV-Arena verlor man dann allerdings mit 2:5 gegen den MSV Duisburg und verpasste so die erstmalige Teilnahme an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.