FC Pesch 1956
 
1
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7
FC Hennef 05
  FC Pesch Offiziell
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  FC Hennef Offiziell
Oberliga Mittelrhein 2017/2018 - Donnerstag, 19. Oktober 2017, 20:00 Uhr
FC Pesch - FC Hennef (1:3) 1:7

Spielort: Helmut-Kusserow-Sportanlage, Köln
Zuschauer: 65
FCP: Tokgözoglu - Kiracti, Köskeroglu, Sezer, Clauß - Dawidowski (57.Tuncer), Maison, Bodenröder, Alic - Wessels, Papazoglu (34.Kayla)
FCH: Altmann - Ehrenstein, Genesi, Roder, Viehweger - Jahn, Kilic (74.Wagner), Brand (74.Koc) - Eck, Iohara, Klug (74.Schöller)

Tore:
0:1 Iohara (6.),
1:1 Bodenröder (14., Nachschuss Foulelfmeter),
1:2 Brand (18.),
1:3 Eck (26., Handelfmeter),
1:4 Eck (51.),
1:5 Iohara (65.),
1:6 Iohara (76.),
1:7 Eck (78.)
Schiedsrichter: Sven Landgraf (Köln)
Rote Karte: Köskeroglu (FC Pesch, 28., Tätlichkeit)

Gemeinsam mit Björn ging es an diesem immer noch sehr milden Donnerstag Abend nach Köln, genauergesagt in den linksrheinischen Stadtteil Pesch, der etwas weniger als 8.000 Einwohner hat und erst 1975 nach Köln eingemeindet wurde. Pesch gehört eher zu den netteren Gegenden Kölns, mit einem großen Naherholungsgebiet, u.a. dem Pescher See und dem Escher See und anderen Baggerseen in direkter Nähe. Wegen des üblichen Feierabendverkehrs im Ruhrgebiet und im Rheinland führte uns das Navi vom Startpunkt in Wattenscheid über Hattingen erst in Sprockhövel auf die Autobahn A43. Trotz der wie üblich vollen Straßen in und um Köln herum erreichten wir die Anlage des FC Pesch eine Dreiviertelstunde vor dem Anstoß, also absolut zeitig.

Der heimische "Fußballclub Pesch von 1956" empfing an diesem Abend den FC Hennef 05 zum Nachholspiel des 8. Spieltags der fünftklassigen Oberliga Mittelrhein. Am vergangenen Wochenende waren wegen der Austragung der ersten Runde des Mittelrheinpokals zahlreiche Spiele der Oberliga Mittelrhein verschoben worden. Unter anderem hatte sich auch der FC Pesch für die erste Runde im mittelrheinischen Landespokal qualifiziert, durch den Erfolg im Kölner Kreispokal 2017, mit einem 6:4 im Finale gegen die SG Worringen. Und in Runde eins des Mittelrheinpokals hatte es am letzten Wochenende einen 2:1-Heimsieg gegen den Ligakonkurrenten VfL Vichttal gegeben.

In der Oberliga Mittelrhein läuft es für den FC Pesch in dieser Saison dagegen noch nicht besonders gut. In der vergangenen Saison war man als Zweiter der Landesliga Mittelrhein erstmals in der Vereinsgeschichte in die höchste Spielklasse des Fußballverbandes Mittelrhein aufgestiegen, nachdem man bislang seit der Vereinsgründung eher in lokalen Spielklassen gespielt hatte. Erst 2006 (und dann nochmal 2008) war man erstmals überhaupt in die Landesliga aufgestiegen. Vor diesem Spiel heute lagen die Kölner Vorstädter mit bislang nur einem einzigen Saisonsieg auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Die Helmut-Kusserow-Sportanlage besteht nur aus einem Kunstrasenplatz und einem kleinen Trainingsplatz, und liegt direkt am Naherholungsgebiet Escher See, das sogar einen kleinen Sandstrand zu bieten hat. Viel zu bieten hat die Anlage des FC Pesch aber leider nicht. An der einen Längsseite gibt es eine kleine überdachte Tribüne, mit dem Vereinsnamen als Schriftzug, und gegenüber auf der anderen Längsseite in der Mitte ein paar unüberdachte Stehstufen. Hinter dem einen Tor befindet sich dazu das Vereinsheim, das mit einem kleinen Biergarten davor im Sommer sicherlich einen schönen Blick auf das Geschehen auf dem Rasen bietet. Wir testeten nach der Ankunft erst einmal die kulinarischen Genüsse des Rheinlandes, und sowohl die Wurst als auch die Currywurst wussten durchaus zu gefallen. Fazit der Anlage: Nichts besonderes, aber es gibt deutlich schlechteres und langweiligeres in dieser Spielklasse.

Das Duell auf dem Rasen zwischen dem FC Pesch und dem FC Hennef konnte man aber sehr wohl als spektakulär bezeichnen, mit insgesamt acht Toren in den 90 Spielminuten. Die Gäste aus Hennef, die in dieser Spielzeit als einer der großen Aufstiegskandidaten gelten, gingen gegen den aktuellen Vorletzten FC Pesch natürlich als großer Favorit in diese Partie. Und sie wurden dieser Favoritenrolle auch sehr schnell gerecht, mit dem Führungstor bereits in der 6. Minute. Zunächst noch hielten die Gastgeber aber gut dagegen, und kamen durch einen im Nachschuss verwandelten Foulelfmeter zum schnellen Ausgleich. Nur vier Minuten nach dem 1:1 aber gingen die Gäste schon wieder in Führung, und erhöhten weitere acht Minuten später auf 3:1. Als kurz danach ein Spieler des FC Pesch vom Schiri nach einer Tätlichkeit vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, war das Spiel natürlich gelaufen. Die Gäste aus Hennef ließen es fortan etwas ruhiger angehen, aber kamen in der zweiten Hälfte dennoch zu vier weiteren Toren, aber freuten sich bei jedem einzelnen Tor weiter so, als hätten sie gerade den Aufstieg in die Regionalliga West geschafft.

Die Gäste aus Hennef hatten sogar eine Handvoll Anhänger mitgebracht, die aber nur durch eine Zaunfahne und eine große Schwenkfahne beim Einlauf der Mannschaft überhaupt auffielen. Die Zuschauerzahl hielt sich insgesamt eher in Grenzen, was zum einen an der ungewöhnlichen Anstoßzeit an einem Donnerstag Abend gelegen haben könnte, aber vor allem an der Tatsache, dass der Vorzeigeklub der Stadt, der 1. FC Köln, gerade quasi zeitgleich in der UEFA Europa League spielte.

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"