DSC Wanne-Eickel    
4
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Concordia Wiemelhausen
  DSC Wanne-Eickel Offiziell
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  Concordia Wiemelhausen Offiziell
Westfalenliga 2 2016/2017 - Sonntag, 12. März 2017, 15:00 Uhr
DSC Wanne-Eickel - Concordia Wiemelhausen (2:0) 4:3

Spielort:
Sportplatz Reichsstraße, Herne (Wanne-Eickel)

Zuschauer: 37
DSC: Kuck - Rathmann, Kasumi (72.Wilmanns), Melchner, Nolte - Tomaschewski (55.Stondzik), Dieckmann (80.Severich), Gerick, Lorenzen - Preissing, Buceto
CWH: Staudt - Stahmer, Leone (73.Höhn), Löhr, Schmidt - Gumpert, Drzymalla (60.Groß), Kaiser, Pflanz, Vogel (46.Kronies) - Kleinschwärzer
Tore:
1:0 Buceto (31.),
2:0 Gerick (42.),
2:1 Gumpert (76.),
3:1 Buceto (78.),
4:1 Stondzik (82.),
4:2 Gumpert (84.),
4:3 Stahmer (89.)
Schiedsrichter: Björn Sauer (Siegen)

Vom Spitzenspiel der U19-Bundesliga ging es bei den wunderbar frühlingshaften Temperaturen noch einmal kurz hinüber über die Stadtgrenze, nach Wanne-Eickel, wo Concordia Wiemelhausen in der sechstklassigen Westfalenliga 2 beim DSC Wanne-Eickel antreten musste. Weil der Naturrasenplatz im Sportpark Wanne (Mondpalast Arena) an diesem Wochenende gesperrt war, wurde dieses Spiel an den Kunstrasenplatz an der Reichsstraße in Wanne verlegt. Dort tragen normalerweise die zweite Mannschaft und die Jugendteams des DSC ihre Heimspiele aus. Für einen Nebenplatz ist diese Anlage aber trotzdem ganz ansehnlich, mit sechs Stehstufen und ein paar Sitzbänken auf zwei Seiten. Dazu hatte die Currywurst durchaus Champions-League-Niveau, genauso wie die leckeren Waffeln, die ich auch schon aus der Mondpalast Arena kannte.

Obwohl sich beide Klubs derzeit nur im Tabellenmittelfeld tummeln und es im Hinspiel nur ein einziges Tor gegeben hatte (1:0 für Wiemelhausen), hatte ich schon vorher die leise Hoffnung auf ein torreiches Offensivfestival, denn beide verfügen über eine für diese Spielklasse herausragende Offensivabteilung. Das hatte sich unter anderem auch am vergangenen Wochenende gezeigt, als der DSC Wanne-Eickel mit 5:1 beim Lüner SV gewinnen konnte, und Concordia Wiemelhausen zu Hause an der Glücksburger Straße den SV Brackel mit 6:2 bezwungen hatte. Lange sah es aber an diesem Nachmittag nach einem eher durchschnittlichen Spielverlauf aus, ehe es eine fulminante Schlussphase geben sollte. Die Gäste aus Wiemelhausen waren durchaus bemüht, aber machten einfach zu viele Fehler im Spielaufbau und kamen so selten zu gefährlichen Möglichkeiten. Die Gastgeber aus Wanne-Eickel dagegen waren sehr effektiv und führten so zur Halbzeit verdientermaßen mit 2:0.

Bis zur 76. Minute plätscherte das Spiel mehr oder weniger ohne große Höhepunkte dahin, und schien mehr oder weniger entschieden. Wiemelhausen blieb zwar weiter bemüht, aber schaffte es auch weiterhin so gut wie nie wirklich gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Und die Gastgeber ließen die Gäste einfach nur kommen und suchten per Konter die endgültige Entscheidung in dieser Partie. Dann schaffte Gumpert in jener 76. Minute doch noch den Anschlusstreffer für Wiemelhausen, und das war der Startpunkt für eine verrückte Schlussphase, denn fortan war eigentlich jeder Schuss ein Treffer. Fast im Gegenzug stellte Buceto den alten Abstand wieder her, und weitere vier Minuten später erhöhte Stondzik sogar auf 4:1 für den DSC. Wiemelhausen zeigte aber Moral und gab sich immer noch nicht auf. Im Gegenzug wieder das 4:2 durch Gumpert, und eine Minute vor dem Ende gelang Stahmer tatsächlich noch das 4:3. Die Gäste hatten sogar noch die Möglichkeit zum Ausgleich, mussten sich aber dann doch geschlagen geben.

Durch den dritten Sieg in Folge kletterte der DSC Wanne-Eickel jetzt auf den achten Tabellenplatz, während Concordia Wiemelhausen als Aufsteiger vor dieser Saison durch diese Niederlage wieder in die abstiegsgefährdete Zone rutschte und weiterhin nur noch fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat.

Der "Deutsche Sport-Club Wanne-Eickel" wurde erst 1969 gegründet und ist ein Fusionsklub verschiedener Vereine aus Wanne-Eickel, intiiert vom Bauunternehmer Heitkamp. Die Fußballabteilung wurde sogar erst 1971 durch den Beitritt des TB Eickel in den neuen Großverein gegründet. Durch den Mäzen Heitkamp gelang 1978 sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der ersten Saison 78/79 wurde man 13. und in der zweiten Saison 79/80 schnitt man sogar noch besser ab, als 11. Trotzdem zog man sich anschließend wieder freiwillig aus dem Profifußball zurück, weil "das finanzielle Engagement für die Lizenzspielerfußballmannschaft gegenüber den anderen Sportsparten nicht zu vertreten sei". Es folgte ein sportlicher Abstieg bis in die Sechstklassigkeit, in der man ja jetzt auch noch spielt. Der letzte sportliche Höhepunkt war 2005 der Meistertitel der Verbandsliga. Allerdings stieg man trotzdem nicht in die Oberliga Westfalen auf, da der Verein die notwendigen Lizenzierungsunterlagen nicht beim Westfälischen Fußballverband eingereicht hatte. Seitdem ist man im Mittelmaß der Sechstklassigkeit versunken.