Concordia Wiemelhausen
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      DSC Wanne-Eickel      
  Concordia Wiemelhausen Offiziell
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  DSC Wanne-Eickel Offiziell
Westfalenliga 2 2017/2018 - Sonntag, 19. November 2017, 14:30 Uhr
Concordia Wiemelhausen - DSC Wanne-Eickel (0:0) 0:3

Spielort:
 
Kunstrasenplatz "Glücksburger Straße", Bochum

Zuschauer: 370
CWH:Staudt - Stahmer, Leone, Danabas (58.Gülnaz), Schmidt - Sindermann, Simsek, Neumann, Pflanz, Constanzino (63.Gumpert) - Adinda-Ougba (63.Kleinschwärzer)

DSC:Gerlach - Gerick, Schlüter, Melchner, Lorenzen - Tomaschewski, Pilica - Baf (86.Völkel), Preissing (90.+2 Schmitter), Rios (90.Liguda) - Ginczek
Tore:
0:1 Leone (50., Eigentor),
0:2 Preissing (77.),
0:3 Ginczek (90.+2)
Schiedsrichter: Philipp Hagemann (Dortmund)

An diesem sonnigen aber kühlen Sonntag Nachmittag ging es für mich in den Bochumer Süden zum Spitzenspiel der sechstklassigen Westfalenliga. Der aktuelle Tabellenführer Concordia Wiemelhausen empfing am letzten Hinrundenspieltag auf der heimischen Anlage "an der Glücksburger Straße" seinen ärgsten Verfolger, nämlich den aktuellen Tabellenzweiten DSC Wanne-Eickel zum Duell um die Herbstmeisterschaft in dieser Spielklasse. Vor gerade einmal acht Monaten hatte ich mir dieses Duell schon einmal angesehen, damals in Wanne-Eickel und damals steckte Wiemelhausen nach einer 3:4-Niederlage tief im Abstiegskampf. Die Bochumer Vorstädter schafften den Klassenerhalt erst am allerletzten Spieltag, während der DSC in dieser Saison weit hinter den eigenen Erwartungen blieb und nur enttäuschender Zehnter im unteren Tabellenmittelfeld wurde.

Umso überraschender war der Saisonstart des runderneuerten Kaders von Concordia Wiemelhausen, mit acht Siegen und sechs Unentschieden aus den ersten 14 Spielen, also bis zum heutigen Nachmittag noch ungeschlagen. Aber auch der DSC Wanne-Eickel wurde in dieser Saison bislang endlich den eigenen Ansprüchen gerecht und reiste mit nur einem Punkt Rückstand zum Spitzenspiel nach Bochum.

370 zahlende Zuschauer sorgten für eine ordentliche Kulisse und sahen eine absolut ausgeglichene erste Halbzeit, in der beide Teams nicht das größte Risiko eingingen und so Torchancen eher Mangelware blieben. Die zweite Halbzeit begann für die Gastgeber äußerst unglücklich. Eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite lenkte Leone unglücklich ins eigene Tor. Fortan übernahmen die Gäste aus Wanne-Eickel das Kommando und beherrschten diese Partie, während es die Gastgeber kaum noch einmal gefährlich vor das Tor des Gegners schafften. Die Gäste kamen zu einigen weiteren gefährliche Möglichkeiten und verdienten sich so diese Führung mittlerweile endgültig. In der 77. Minute gab es die Entscheidung in diesem Spiel, nach einem Kontertor im Nachschuss. In der Nachspielzeit erhöhten die Gäste sogar noch auf 3:0. Das war vielleicht ein Tor zu hoch, aber der Sieg ging für die Gäste durch die starke zweite Hälfte natürlich absolut in Ordnung.

Durch die erste Saisonniederlage fiel Concordia Wiemelhausen also am letzten Hinrundenspieltag noch auf den zweiten Tabellenplatz zurück. Die Tabellenführung übernahmen die Gäste aus Wanne-Eickel, deren Fans nach dem Schlusspfiff ihr Team mit "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufen feierten. Durch die Herbstmeisterschaft festigte der DSC auch seinen Anspruch als größter Favorit in dieser Spielklasse auf den Aufstieg in die Oberliga Westfalen. Für Concordia Wiemelhausen war diese Niederlage sicherlich bitter, aber sicherlich kein Beinbruch, denn man hatte vor der Saison lediglich das Saisonziel Klassenerhalt ausgegeben.

 

Bei dem markanten Turm im Hintergrund des Grounds handelt es sich um den Malakowturm der ehemaligen Zeche "Julius Philipp", einem Steinkohle-Bergwerk, das 1863 eröffnet wurde und bereits 1908 wieder aufgegeben wurde. Der Malakowturm war 1877 errichtet worden, und wird derzeit von der Ruhr-Universität Bochum als Institut für Medizingeschichte genutzt.

Der "Deutsche Sport-Club Wanne-Eickel" wurde erst 1969 gegründet und ist ein Fusionsklub verschiedener Vereine aus Wanne-Eickel, intiiert vom Bauunternehmer Heitkamp. Die Fußballabteilung wurde sogar erst 1971 durch den Beitritt des TB Eickel in den neuen Großverein gegründet. Durch den Mäzen Heitkamp gelang 1978 sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga. In der ersten Saison 78/79 wurde man 13. und in der zweiten Saison 79/80 schnitt man sogar noch besser ab, als 11. Trotzdem zog man sich anschließend wieder freiwillig aus dem Profifußball zurück, weil "das finanzielle Engagement für die Lizenzspielerfußballmannschaft gegenüber den anderen Sportsparten nicht zu vertreten sei".Es folgte ein sportlicher Abstieg bis in die Sechstklassigkeit, in der man ja jetzt auch noch spielt. Der letzte sportliche Höhepunkt war 2005 der Meistertitel der Verbandsliga. Allerdings stieg man trotzdem nicht in die Oberliga Westfalen auf, da der Verein die notwendigen Lizenzierungsunterlagen nicht beim Westfälischen Fußballverband eingereicht hatte. Seitdem ist man im Mittelmaß der Sechstklassigkeit versunken.