FC Würzburger Kickers
 
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VfL Bochum bei Westline
2. Bundesliga 16/17 - Freitag, 9. September 2016, 18:30 Uhr
Würzburger Kickers - VfL Bochum (0:0) 2:0

Spielort: Kickers-Stadion am Dallenberg, Würzburg
Zuschauer: 10.473
FWK: Wulnikowski - Pisot, Schoppenhauer, Neumann, Junior Diaz (79.Kurzweg) - Schröck - Taffertshofer (57.Weil), Benatelli - Weihrauch, Daghfous - Soriano (82.Königs)
VfL: Riemann - Canouse, Losilla, Bastians, Perthel (83.Dawidowicz) - Eisfeld, Stiepermann - Weilandt, Wurtz (76.Saglam), Stöger - Quaschner (72.Mlapa)

Tore:
1:0 Soriano (62., Rechtsschuss, Vorarbeit Schröck),
2:0 Benatelli (90.+2, Rechtsschuss, Vorarbeit Daghfous)
Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

An diesem hochsommerlichen Freitag ging es gemeinsam mit meinem Vater in etwa drei Stunden nach Unterfranken, wo der VfL Bochum zum allerersten Mal zu einem Pflichtspiel bei den Würzburger Kickers antreten musste. Direkt nach dem Einchecken im Hotel fuhren wir natürlich erst einmal zu meiner Schwester, die ganz in der Nähe wohnt. Mit ihrem Mann Frank fuhr ich 1,5 Stunden vor dem Anpfiff zum Stadion am Dallenberg, das seit kurzer Zeit den Namen einer örtlichen Online-Druckerei trägt. Für uns beide hatte ich vorab Stehplatztickets für die Gegengerade besorgt, was sich an diesem schweißtreibenden Tag als nichts besonders clever herausstellte, denn so standen wir mitten in der Sonne. Bei Temperaturen immer noch jenseits der 30°C lief einem der Schweiß nur vom Nichtstun, also vom Sitzen und Warten, aus allen Poren. Immerhin stand die Sonne pünktlich zum Anpfiff aber so tief, dass man wieder etwas durchatmen konnte.

Das allererste Duell dieser beiden Klubs sollte ein ausgeglichenes aber höhepunktarmes Spiel werden. In den ersten Spielminuten merkte man dem VfL Bochum die vielen Umstellungen durch die großen Verletzungssorgen deutlich an. Patrick Fabian fehlt als Innenverteidiger sowieso noch bis Ende des Jahres, aber an diesem Abend fiel auch sein Ersatz Tim Hoogland aus. Und auch der Ersatz vom Ersatz, Dominik Wydra, konnte kurzfristig nicht eingesetzt werden. Also wurde Anthony Losilla vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung beordert, und hatte in den ersten Minuten einige Probleme auf der für ihn ungewohnten Position. Mit Rechtsverteidiger Stefano Celozzi musste für diesen Abend ein weiterer absoluter Leistungsträger ersetzt werden, und auch auf dieser Position wurde es letztendlich der Ersatz vom Ersatz, denn auch Jan Gyamerah konnte nicht spielen, und so kam der 21-Jährige Russell Canouse, der eigentlich auch im defensiven Mittelfeld spielt, unverhofft zu seinem Startelfdebüt im Profifußball. Ebenfalls auf einer für ihn fremden Position sah er in den ersten Minuten gar nicht gut aus, steigerte sich aber wie Losilla mit zunehmender Spieldauer. Erst nach 15 Minuten konnten sich die VfLer etwas vom enormen Anfangsdruck der Kickers befreien, standen defensiv besser und kamen etwas besser ins Spiel. Sie drückten die Gastgeber in die eigene Hälfte, ohne selbst große Torgefahr auszustrahlen. Die größte VfL-Chance hatte Kevin Stöger kurz vor dem Pausenpfiff mit einem gefährlichen Freistoß, der aber knapp neben das Tor ging.

Nach wenigen Sekunden in der zweiten Halbzeit hatte der VfL seine größte Torchance dieses Spiels, als Quaschner vorne schön freigespielt wurde, sich ebenso schön durchsetzte, aber leider nur den Pfosten traf. Überhaupt war dies die beste Phase der Gäste in dieser Begegnung. Die Gastgeber kamen fast gar nicht mehr aus ihrer eigenen Hälfte heraus, aber wieder einmal fehlte trotz des vielen Ballbesitzes beim VfL die Durchschlagskraft, und so wurde es in dieser Partie fast nie mehr wirklich gefährlich für die Würzburger. Im Gegenteil, denn nach einem Ballgewinn und einem wunderbaren Umschaltspiel lagen die Gastgeber durch Soriano nach 62 Minuten plötzlich sogar 1:0 in Führung. Am Spiel änderte das nicht viel. Auch weiterhin hatten die Gäste meist den Ball, spielten ihn sich zu, und suchten nach Lücken und Abwehrfehlern, ohne diese zu finden. So erhöhte der gebürtige Bochumer und Ex-VfLer Rico Benatelli kurz vor dem Abpfiff in der Nachspielzeit sogar noch auf 2:0.

Für Frank und mich ging es jedenfalls wieder zurück zu meiner Schwester, wo es noch leckere Weißwürstchen von der Metzgerei aus dem Ort sowie eine Brotzeit gab, bevor es auch bald zum Hotel und in die Federn ging. Am nächsten Morgen fuhren mein Vater und ich - bei immer noch schweißtreibenden Temperaturen - wieder nach Bochum zurück.