VfL Bochum 1848   
 
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2. Bundesliga 15/16 - Samstag, 27. Februar 2016, 13:00 Uhr
VfL Bochum - SV Sandhausen (2:0) 3:2

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 12.209
VfL: Riemann - Celozzi, Fabian, Bastians, Perthel - Losilla, Hoogland (76.Mlapa) - Bulut, Eisfeld, Terrazzino (59.Haberer) - Terodde
SVS: Knaller - Klingmann, Kister, D.Schulz, Schaaf - Linsmayer, Kulovits (77.Bieler) - Stolz, Pledl (85.Kuhn), Vollmann (66.Jovanovic) - Bouhaddouz

Tore:
1:0 Eisfeld (10., Rechtsschuss, Vorarbeit Terodde),
2:0 Terodde (21., Rechtsschuss, Vorarbeit Bulut
),
2:1 Stolz (64., Rechtsschuss, Vorarbeit Bouhaddouz),
2:2 Bouhaddouz (72., Rechtsschuss),
3:2 Terodde (78., Foulelfmeter, Rechtsschuss, Vorarbeit Terodde)
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

An diesem sonnigen Samstag Nachmittag empfing der VfL Bochum den SV Sandhausen, der ganz sicher das Überraschungsteam der 2. Bundesliga in dieser Saison ist. Es war ein etwas seltsames Fußballspiel, denn der VfL gewann am Ende zwar eigentlich hochverdient, aber dennoch letztendlich irgendwie glücklich. In den ersten 25 Minuten sah es in diesem Duell nach einer ganz klaren Angelegenheit aus, denn die Gastgeber beherrschten Ball und Gegner eindrucksvoll und lagen auch völlig verdient sehr schnell mit 2:0 vorne. Mit druckvollem und leidenschaftlichem Pressing wurden die Gäste zu Beginn dieser Partie dermaßen in die eigene Hälfte gedrückt, dass sie sich überhaupt nicht befreien konnten. Thomas Eisfeld hatte den VfL in der 10. Minute mit 1:0 in Führung gebracht, durch einen unhaltbaren, schönen Schlenzer aus 16 Metern. Es war sein zweites Tor für den VfL, und kurioserweise hatte er sein erstes Tor ebenfalls am 27. Februar erzielt, eben nur ein Jahr zuvor beim 3:3 zu Hause gegen den FSV Frankfurt. Simon Terodde brach endlich den Bann, und erzielte sein erstes Tor seit dem 30. Oktober 2015 (beim 1:1 zu Hause gegen den FC Sankt Pauli). Ein Klasse-Steilpass von Onur Buuuuuluuuuut ließ Terodde plötzlich alleine auf Sandhausens Keeper zulaufen. Er umkurvte ihn und netzte zum elften Mal in dieser Saison ein. Eigentlich schien das Spiel an dieser Stelle gelaufen zu sein. Die VfLer dachten das wohl auch und schalteten auch einen Gang 'runter, verwalteten den Vosprung souverän bis zum Halbzeitpfiff.

In den zweiten 45 Minuten schaltete man aber auf Bochumer Seite für meinen Geschmack (und sicher auch für restlichen 12.000 Besucher) ein paar Gänge zu viel 'runter. Die Gastgeber dominierten zwar zunächst weiter das Spiel, und ließen kaum Torchancen der Gäste zu, aber machten selbst auch viel zu wenig für das dritte Tor, das für die endgültige Entscheidung in diesem Spiel hätte sorgen können. In der 64. Minute passierte dann das, was nicht passieren darf. Durch eine Unaufmerksamkeit in der Bochumer Defensive kamen die Gäste zum überraschenden Anschlusstor. Und weiterhin schien die VfL-Defensive in den folgenden Minuten nicht ganz bei der Sache zu sein, wirkte unkonzentriert und kassierte nur acht Minuten später sogar den Ausgleich, durch ein kurioses Stochertor von Bouhaddouz. Erst jetzt wachten die Gastgeber wieder auf. Aber gerade noch rechtzeitig, denn glücklicherweise foulte Sandhausens Kister sechs Minuten nach dem Ausgleich Terodde noch sehr dumm im Strafraum. Den fälligen Strafstoß verwandelte Terodde zum 3:2. Der Knoten bei ihm ist jetzt hoffentlich endgültig geplatzt. Am Ende war es ein wichtiger Heimsieg, der die leisen Aufstiegshoffnungen noch aufrecht erhält, in einem Spiel, in dem man es aber eigentlich völlig unnötig noch einmal spannend gemacht hat. Vielleicht fehlt dem VfL einfach noch genau diese Eigenschaft, also so einen Vorsprung auch einmal souverän bis zum Ende über volle 90 Minuten zu verteidigen, zu einem echten Aufstiegsaspiranten in dieser Saison. Andererseits spielt dort oben in der 2. Bundesliga außer Leipzig und Freiburg niemand wirklich konstant gut, so dass weiterhin alles möglich erscheint, zumindest was Platz drei betrifft.

Die Stimmung auf Heimseite war an diesem Nachmmittag ganz ok und kam eigentlich sogar fast besser rüber, als bei manchem Spiel mit 10.000 Zuschauern mehr. Bei den Gästen kann man von so was wie Stimmung gar nicht erst reden, denn im Gästeblock verloren sich lediglich etwa 80 Leutchen (dazu noch 4(!) Personen auf den Gästesitzplatzblöcken), und die verteilten sich noch so weit auseinander im Block, dass der Block dadurch sogar noch leerer wirkte. Außer ein paar zaghaften Gesängen nach dem zwischenzeitlichen 2:2 kam von dort auch überhaupt nichts. Dabei muss man dem "Dorfklub" aus der Nähe von Heidelberg zumindest für die sportliche Leistung der vergangenen Jahre Respekt zollen. Mit bescheidenen Mitteln, einer "No-Name-Truppe" und dem kleinsten Etat der Liga hält man sich seit mittlerweile vier Jahren in der 2. Bundesliga, und auch der erneute Punkteabzug in dieser Saison als Strafe für Verstöße gegen die Lizenzierungsordnung bedeuteten keinen sportlichen Knacks. Das scheint eher den gegenteiligen Effekt gehabt zu haben, denn man spielt aktuell die beste Zweitligasaison in der Vereinsgeschichte und wäre ohne Punkteabzug vor diesem Spiel sogar punktgleich mit dem VfL gewesen.

Der SV Sandhausen wurde 1916 gegründet und hat immerhin schon zwei Titel in seiner Historie gewonnen. 1978 und 1993 wurde man jeweils Deutscher Amateurmeister. Dazu sorgte der Klub hin und wieder im DFB-Pokal für Aufsehen und somit überregionale Aufmerksamkeit. Mit insgesamt 28 Jahren Ligazugehörigkeit zur Oberliga Baden-Württemberg führt der SV deutlich die „ewige Tabelle“ dieser Liga an, die ja zunächst noch drittklassig, dann durch die Einführung der Regionalliga viertklassig und seit der Einführung der 3. Liga nur noch fünftklassig ist. 1995 qualifizierte man sich als Oberliga-Meister erstmals für die Regionalliga, stieg aber nach nur einer Saison wieder ab. 2006 wäre der Klub beinahe von Dietmar Hopp und der TSG Hoffenheim "geschluckt" worden. Dietmar Hopp plante damals eigentlich eine Fusion "seines" Regionalligisten TSG Hoffenheim mit dem Oberligisten SV Sandhausen sowie dem Verbandsligisten FC Astoria Walldorf, um in seiner Heimatregion einen starken Klub für die 1. Bundesliga aufzubauen. Der Fusionsklub sollte demnach entweder als "FC Kurpfalz Heidelberg" oder "HSW Heidelberg 06" spielen. Diese Fusion scheiterte allerdings und die Kooperation wurde beendet. Für den SV Sandhausen ging es aber wieder steil bergauf. Zunächst gelang 2007 der erneute Aufstieg in die Regionalliga Süd, und nur ein Jahr später die Qualifikation für die neu eingeführte 3. Liga. Nach vier Jahren dort gelang als Drittligameister 2012 erstmals der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zwar wurde der SV Sandhausen in seiner ersten Zweitligasaison nur 17., blieb aber durch den Lizenzentzug des MSV Duisburg in der 2. Bundesliga, und spielt jetzt 15/16 seine vierte Zweitligasaison in Folge.

Alle Spiele Bochum vs. Sandhausen


12/13 (2.BL) VfL – SVS 5:2 (VfL-Tore: Dedic(2),Rzatkowski(2),Maltritz)
13/14 (2.BL) VfL - SVS 0:1 (-)
14/15 (2.BL) VfL - SVS 0:0 (-)
15/16 (2.BL) VfL - SVS 3:2 (Terodde(2),Eisfeld)

4 Spiele – 2 – 1 – 1 – 8:5 Tore