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DFB-Pokal Viertelfinale 15/16 - Mittwoch, 10. Februar 2016, 20:30 Uhr
VfL Bochum - FC Bayern München (0:1) 0:3

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 28.000 (ausverkauft)
VfL: Riemann - Celozzi, Fabian, Bastians, Perthel (29.Simunek) - Losilla, Hoogland - Bulut, Eisfeld (46.Cacutalua), Haberer - Terodde (64.Mlapa)
FCB: Neuer - Lahm (75.Bernat), Kimmich, Badstuber (80.Vidal), Alaba - Xabi Alonso (64.Rafinha) - Robben, Th.Müller, Thiago, Costa - Lewandowski
Tore:
0:1 Lewandowski (39., Rechtsschuss, Vorarbeit Th.Müller),
0:2 Thiago (61., Rechtsschuss, Vorarbeit Th.Müller
),
0:3 Lewandowski (90., Rechtsschuss, Vorarbeit Robben)
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Rote Karte: Simunek (Bochum, 43., wegen Notbremse gegen Robben)
Bes. Vorkommnisse: Riemann hält Foulelfmeter von Th.Müller (44.)

Am Aschermittwoch ist alles vorbei, heißt es so schön in einem Karnevalslied. Und wie erwartet schied der VfL Bochum am Aschermittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals 2015/2016 zu Hause gegen den FC Bayern München aus. Schon vorher war ja klar, dass es für den Zweitligisten in diesem Spiel nur darum gehen konnte, eine der derzeit besten Mannschaften Europas maximal zu ärgern. Und das gelang in den ersten 38 Minuten eigentlich sehr gut, denn man hielt das Spiel insgesamt sehr ausgeglichen. Trotz mehr Ballbesitz für die Bayern ließ die VfL-Defensive 38 Minuten lang keine einzige Torchance für die Gäste zu, und die Gastgeber hatten selbst die einzigen wirklich gefährlichen Torszenen im Spiel. Simon Terodde hatte zwei Mal die große Chance, den VfL in Führung zu bringen, aber leider klebt ihm derzeit immer noch das Pech am Fuß. Schade, das wäre die perfekte Gelegenheit gewesen, den Knoten endlich wieder platzen zu lassen.

Wie schon beim letzten Pokalduell der beiden Vereine wurde wiederum Arjen Robben zur spielentscheidenden Figur in diesem Spiel. In der 18. Minute traf er (unabsichtlich) Bochums Linksverteidiger Timo Perthel am Auge. Der konnte zwar zunächst noch weiterspielen, musste dann aber zehn Minuten später wegen des geschwollenen Auges ausgewechselt werden. Das bedeutete, dass der VfL in der Abwehr komplett umstellen musste. Bastians ging auf die Linksverteidiger-Position und Simunek kam als neuer Innenverteidiger in die Partie. Und Simunek war es, der Lewandowski in der 39. Minute aus den Augen verlor. Mit der allerersten Torchance in diesem Spiel gingen die Gäste also eiskalt in Führung. Typisch Bayern halt! Typisch Spitzenmannschaft halt! Vier Minuten später wurde Simunek endgültig zur tragischen Figur in diesem Duell, als er Robben im Strafraum leicht berührte und dieser die Einladung natürlich danke(r)nd annahm und wie üblich wie ein sterbender Schwan mit ausgebreiteten Armen in den Strafraum sprang, als hätte man ihm gerade in dem Moment den Fuß komplett zertrümmert. Schiri Dankert zeigte auf den Punkt und musste regelkonform Simunek auch noch die Rote Karte zeigen. Diese Doppelbestrafung finde ich immer noch irgendwie völlig schwachsinnig, und muss meiner Meinung nach dringend abgeschafft werden. Naja, wenn diese Szene auf der anderen Seite passiert wäre, würde das wahrscheinlich komplett anders sehen. Anschließend hielt Manuel Riemann bravourös den Foulelfmeter von Thomas Müller, und sorgte somit für den einzigen "Torjubel" auf Bochumer Seite an diesem Abend.

In der zweiten Halbzeit war es dann eine ganz klare Angelegenheit und es kam keinerlei Spannung mehr auf, denn jetzt konnten die Bayern in Überzahl ihre Überlegenheit noch mehr ausspielen. Glücklicherweise machten sie dies aber im Schongang, und beschränkten sich darauf zwei weitere Tore in Hälfte zwei nachzulegen, und das Spiel einfach nur zu kontrollieren. Die Gastgeber dagegen kamen kaum noch einmal über die Mittellinie. So verlief die zweite Hälfte relativ ereignislos.

Die Stimmung im Ruhrstadion war endlich mal wieder erstligareif, ebbte aber in der zweiten Halbzeit durch die Langeweile aufgrund der Dominanz der Bayern natürlich entsprechend ab. Erst, als das Spiel endgültig entschieden war, meldeten sich die Anhänger der Gastgeber wieder zu Wort. Erstaunlich wenige Bayern-Fans waren an diesem Abend im Ruhrstadion auszumachen, wie man auch beim Torjubel der Gästefans erkennen konnte. So wenige "Rote" habe ich noch nie bei einem Gastspiel in Bochum gesehen. Da hat der VfL beim Kartenverkauf - wie in letzter Zeit auch in vielen anderen Bereichen - einiges richtig gemacht. Für 90 Minuten musste heute die Fanfreundschaft zu den Anhängern des FC Bayern natürlich ruhen. Trotzdem gab es in der zweiten Halbzeit gemeinsame Schmährufe gegen den östlichen Nachbarn des VfL, und größten nationalen Konkurrenten des FC Bayern in der letzten Zeit. Auch sangen die Bayern-Anhänger aus Solidarität wieder vor dem Spiel lautstark zu "Bochum" von Herbert Grönemeyer mit und schwenkten dazu ihre Schals. Überhaupt scheint die Fanfreundschaft zu den Bayern, die ihre Hochzeit in den 1970er und 1980er Jahren hatte, und zwischendurch mal merklich abgekühlt war, weiterhin wieder auf breiteren Beinen zu stehen, denn auch an diesem Abend waren überall in allen Ecken des Stadions Freundschaftsschals zu entdecken. Der VfL Bochum hatte im Fanshop extra zu diesem Spiel wieder eine ganze Kollektion zur Fanfreundschaft aufgelegt, und neuerdings ist der Freundschaftsschal sogar auch wieder im Bayern-Fanshop erhältlich.

Das letzte Pokalduell zwischen beiden Klubs hatte es vor etwas mehr als vier Jahren gegeben, damals eine Runde eher, im Achtelfinale. Damals war der VfL - ebenfalls als Zweitligist - ganz nah an der Sensation, als Giovanni Federico sogar die zwischenzeitliche die 1:0-Pausenführung besorgt hatte. Schließlich kam dann noch die äußerst bittere 91. Minute, als Dabrowski einen selten dämlichen Querpass spielte, und Arjen Robben (wer auch sonst!) in der Nachspielzeit den 2:1-Siegtreffer für die Bayern erzielen konnte. In der Bundesliga war ich bei zwei Siegen gegen den großen FC Bayern live im Ruhrstadion dabei. Am 11. Oktober 1985 siegte der VfL durch drei Tore von Stefan Kuntz absolut verdient, auch in dieser Höhe, mit 3:0. Ich saß mit meinem Vater in Block B. Ein eindrucksvoller Erfolg, wenn man bedenkt, dass die Bayern in jener Saison mal wieder Deutscher Meister wurden. Noch besser kann ich mich an den 14. Februar 2004 erinnern, als Peter Madsen schon in der 8. Minute das goldene Siegtor gegen den Rekordmeister gelang. Einfach unvergesslich, wie der damalige VfL-Stürmer Bayerns Keeper Oliver Kahn herrlich umspielte, und dieser wie eine hilflose Schildkröte auf dem Rücken liegend zusehen musste, wie Madsen den Ball zum 1:0 ins Netz schob.

Alle Duelle Bochum vs. FC Bayern:

67/68 (Pokal) VfL - FCB 2:1 (VfL-Tore: Jansen,Balte)
71/72 (1.BL) VfL - FCB 0:2 (-)
72/73 (1.BL) VfL - FCB 0:2 (-)
73/74 (1.BL) VfL - FCB 0:1 (-)
74/75 (1.BL) VfL - FCB 3:0 (Balte(2),Kaczor)
75/76 (1.BL) VfL - FCB 3:1 (Trimhold,Tenhagen,Fromm)
76/77 (1.BL) VfL - FCB 5:6 (Ellbracht(2),Kaczor(2),Pochstein)
77/78 (1.BL) VfL - FCB 2:1 (Bast(2))
78/79 (1.BL) VfL - FCB 0:1 (-)
79/80 (1.BL) VfL - FCB 0:1 (-)
80/81 (1.BL) VfL - FCB 1:3 (Abel)
81/82 (Pokal) VfL - FCB 1:2 (Patzke)
81/82 (1.BL) VfL - FCB 3:1 (Patzke(3))
82/83 (1.BL) VfL - FCB 0:0 (-)
83/84 (1.BL) VfL - FCB 3:1 (Schulz(2),Oswald)
84/85 (1.BL) VfL - FCB 1:1 (Benatelli)
85/86 (1.BL) VfL - FCB 3:0 (Kuntz(3))
85/86 (Pokal) VfL - FCB 1:1 (Leifeld)
86/87 (1.BL) VfL - FCB 1:2 (Leifeld)
87/88 (1.BL) VfL - FCB 0:2 (-)
88/89 (1.BL) VfL - FCB 0:0 (-)
89/90 (1.BL) VfL - FCB 0:0 (-)
90/91 (1.BL) VfL - FCB 1:2 (Heinemann)
91/92 (1.BL) VfL - FCB 0:5 (-)
92/93 (1.BL) VfL - FCB 2:2 (Wegmann(2))
94/95 (1.BL) VfL - FCB 1:2 (Herrmann)
96/97 (1.BL) VfL - FCB 1:1 (Kracht)
97/98 (1.BL) VfL - FCB 2:3 (Gülünoglu,Juran)
98/99 (1.BL) VfL - FCB 2:2 (Hofmann,Kuntz)
00/01 (1.BL) VfL - FCB 0:3 (-)
02/03 (1.BL) VfL - FCB 1:4 (Christiansen)
03/04 (1.BL) VfL - FCB 1:0 (Madsen)
04/05 (1.BL) VfL - FCB 1:3 (Lokvenc)
06/07 (1.BL) VfL - FCB 1:2 (Fabio Junior)
07/08 (1.BL) VfL - FCB 1:2 (Grote)
08/09 (1.BL) VfL - FCB 0:3 (-)
09/10 (1.BL) VfL - FCB 1:5 (C.Fuchs)
11/12 (Pokal) VfL - FCB 1:2 (Federico)
15/16 (Pokal) VfL - FCB 0:3 (-)

39 Spiele - 8 - 8 - 23 - 45:73 Tore