TuS Grevenbroich 1911
5
:
3
    FC Büderich 2002    
  TuS Grevenbroich Offiziell
:
  FC Büderich Offiziell
Bezirksliga Niederrhein 2016/2017 - Samstag, 27. August 2016, 17:15 Uhr
TuS Grevenbroich - FC Büderich (3:2) 5:3

Spielort:
Schlossstadion, Grevenbroich
Zuschauer: 70
TuS: Kiese - A.Hermel (79.Schütz), Er, M.Allroggen, M.Hermel, Faßbender (60.Köktürk), T.Allroggen, Pekin (84.Gauls), Bruno, Küchler, Altunbas

FCB: Pfaff - Bauermeister, Gombarek, Niesen (60.Sancaktar), Holland, Hauswald (75.Mandewirth), Kühling, Koß, Paul, Wersig
Tore:
0:1 Hauswald (3.),
1:1 T.Allroggen (9.),
1:2 Bauermeister (19.),
2:2 Pekin (26.),
3:2 T.Allroggen (28.),
4:2 T.Allroggen (72.),
4:3 Holland (78.),
5:3 Köktürk (90.+3)
Schiedsrichter: Uwe Schandri (Wuppertal)

An diesem immer noch schweißtreibenden Samstag, bei Temperaturen über 30°C, war es schwer, ein Fußballspiel zu finden, das den Kriterien "nicht weit fahren", "möglichst lange schlafen" und "trotzdem ein annehmbarer Ground" entsprach. Schließlich fand Mike dieses vorgezogene Duell zwischen dem TuS Grevenbroich und dem immer auf dem Nebenplatz spielenden FC Büderich aus Meerbusch, in der siebtklassigen Bezirksliga Niederrhein mit Anstoß um 17:15 Uhr, und ich schlug ein. Am Essener Hauptbahnhof wurde auch noch Marc eingesammelt, und nach insgesamt einer Stunde Fahrtzeit wurde Grevenbroich erreicht, die 63.000-Einwohner-Stadt, die mitten im Städtedreieck Düsseldorf-Köln-Mönchengladbach liegt.

Vor gerade einmal drei Tagen hatte der TuS Grevenbroich sein Highlight der Saison bzw. vielleicht sogar der letzten Jahre. Durch das Erreichen des Halbfinales im Kreispokal im Fußballkreis Grevenbroich/Neuss hatte man sich für die erste Runde im Niederrheinpokal in dieser Saison qualifiziert. Und vor 520 Zuschauern im heimischen Schlossstadion unterlag man dort am vergangenen Mittwoch dem Viertligisten Rot-Weiss Essen mit 0:9. Der "Turn- und Sportverein Grevenbroich 1911 e.V." war sportlich meist nur von regionaler Bedeutung. Die größten Erfolge der Vereinsgeschichte waren das gelegentliche Erreichen der höchsten Amateurklasse am Niederrhein. Zuletzt hatte man von 2006 bis 2013 in der Verbandsliga Niederrhein gespielt, seit dem Abstieg spielt man jetzt in der siebtklassigen Bezirksliga.

Dafür kann der Ground des TuS Grevenbroich, das Schlossstadion, aber was. Auf der einen Längsseite findet man eine überdachte Sitzplatztribüne mit unüberdachten Stehplätzen auf beiden Seiten daneben und auf den anderen Seiten auch ein paar unüberdachte Stehplatzstufen. An den Absperrgittern konnte man noch erkennen, wo sich am Mittwoch der Gästeblock für die RWE-Fans befunden hatte. Hinter einem Tor befindet sich dazu das Vereinsheim, mit einer kleinen Terasse, und dem Würstchen- und Getränkestand, der heute dank uns einen Riesenumsatz machte. Genauergesagt dank Mike und Marc, die das hier angebotene Bier ausgiebig testeten. Zum Bier kann ich nichts sagen, aber die Wurst war definitiv, wie vorher von der netten Verkäuferin in feinstem Niederrheinisch versprochen, bundesligareif.

Wie schon gestern beim Spiel des VfL Bochum gegen Hannover 96 wunderte man sich, dass es bei den widrigen äußeren Bedingungen erneut ein temporeiches und dieses Mal auch torreiches Spiel gab, das den neutralen Beobachter sehr zufrieden stellte. An diesem Nachmittag war es derart schwül, dass einem der Schweiß auch einfach nur vom Herumstehen oder Herumsitzen herunterlief. Gelegentliche Regenschauer sorgten auch nicht für Abkühlung, sondern dafür, dass sich das Ganze noch mehr wie im Regenwald anfühlte. Zwei Mal gingen die Gäste in der ersten Halbzeit in Führung, und zwei Mal gelang den Gastgebern postwendend der Ausgleich. Mit dem 2:2 und 3:2 innerhalb von weniger als zwei Minuten konnten sie das Spiel sogar vor der Pause noch drehen. Das 4:2 in der 72. Minute schien die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeber zu sein, aber nur sechs Minuten später gelang den Gästen wieder das Anschlusstor zum 4:3. Die Gäste warfen jetzt natürlich alles nach vorne, und hatten auch noch die Riesenchance zum Ausgleich, aber einen der sich jetzt zahlreich ergebenden Kontern nutzten die Gastgeber in der Nachspielzeit zum endgültig entscheidenden 5:3.

Direkt nach dem Abpfiff ging es wieder zurück Richtung Ruhrgebiet. Erst mussten aber Mike und Marc noch ihre Biervorräte auffrischen. Also hielten wir auf der Rückfahrt noch kurz in einem Grevenbroicher Shoppingcenter. Nachdem die beiden dort sämtliche Kinderfahrzeuge getestet hatten und jeweils festgestellt hatten, dass sie nicht hineinpassen, wurden sie vom Kaufhauscop des Centers verwiesen. Allerdings nicht deswegen, sondern weil Fotografieren innerhalb des Centers angeblich verboten sei. Bier durften sie jedenfalls trotzdem vor dem Verlassen noch kaufen, in einem Supermarkt der Kette, die derzeit Hauptsponsor des VfL Bochum ist. Mit Altenbochums bester Pizza ließen wir diesen lauen Sommerabend im Garten von Mike noch ausklingen.