SGS Essen 19/68   
 
1
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1. FFC Turbine Potsdam
  SGS Essen Offiziell
:
  Turbine Potsdam Offiziell
Frauen-Bundesliga 15/16 - Sonntag, 27. März 2016, 14:00 Uhr
SGS Essen - Turbine Potsdam (1:0) 1:1

Spielort: Stadion Essen, Essen
Zuschauer: 1.005
SGS Weiß - Feldkamp, Hochstein, Martini, Freutel (58.Meissner) - Dallmann (90.Nesse), Ioannidou - Hartmann, Klasen, Doorsun - Schüller (82.Ando)
FFC: Heaberlin - Wesely, Draws, Kulis - Kemme, Wälti, Hanebeck, Kellond-Knight (46.Meister) - Schwalm, Huth, Mauro (83.Lindner)

Tore:
1:0 Schüller (4., Vorarbeit Freutel),
1:1 Hanebeck (70., Vorarbeit Meister)
Schiedsrichter: Katrin Rafalski (Edermünde)

An diesem Ostersonntag war bei mir bei dem schönen Frühlingswetter mit zweistelligen Temperaturen die Lust auf Fußball groß, aber für spontane Fußballbesuche war die Auswahl an interessanten Spielen in der Nähe an diesem Feiertag natürlich äußerst gering. So entschied ich mich für die Frauen-Bundesliga in der Nachbarstadt Essen. Das neue "Stadion Essen", das seit 2012 das altehrwürdige Georg-Melches-Stadion abgelöst hat, das fast an der gleichen Stelle stand, ist zwar für den Frauen-Bundesligisten SGS Essen ein wenig zu groß, aber trotzdem trägt man dort seit Beginn der Saison 2012/13 seine Bundesliga-Heimspiele aus. Die Zuschauerzahl mit knapp 1.000 Besuchern an diesem Ostersonntag fand ich ganz ordentlich. Wie wahrscheinlich üblich, bei Heimspielen der SGS Essen, war aber auch nur die Haupttribüne geöffnet.

Trotz, dass ich erst knapp 15 Minuten vor dem Anpfiff am Stadion ankam, war es dennoch kein Problem, einen Parkplatz direkt vor dem Eingang zu ergattern. Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, wenn man auf dem Parkplatz neben dem neuen Stadion den einzig verbliebenen Flutlichtmasten des alten Stadions sieht, der als Erinnerung an diese Stadionperle des Ruhrgebiets noch stehengeblieben ist.

Hier war es als Fan der Gastmannschaft immer sehr ungemütlich. Dagegen war es an diesem Nachmittag natürlich alles total entspannt. Die Gäste von Turbine Potsdam hatten dann aber doch einige lautstarke Anhänger mitgebracht, die ihr Team fast pausenlos unterstützten. Ingesamt sahen die Besucher ein interessantes Duell im Tabellenmittelfeld. Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Gastgebern aus Essen, die auch früh durch Lea Schüller in Führung gingen, und diese Führung durchaus noch erhöhen hätten können. In der zweiten Hälfte bestimmten dann ganz eindeutig die Gäste aus Potsdam das Spiel, und drückten auf den Ausgleich, was ihnen auch - inzwischen hochverdient - zwanzig Minuten vor dem Ende gelang. Also letztendlich ein gerechtes Unentschieden in einem kurzweiligen Spiel für einen neutralen Betrachter.

Die "Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck" entstand im Jahr 2000 aus der Fusion der beiden Klubs VfB Borbeck und SC Grün-Weiß Schönebeck. Schon im Jahr 1973 wurde beim SC Grün-Weiß Schönebeck eine Frauenfußball-Abteilung gegründet. 2004 gelang durch den 1. Platz in der Regionalliga West erstmals der Aufstieg in die 1. Frauen-Bundesliga, wo man sich seitdem ununterbrochen hält. Der bislang größte Erfolg waren zwei fünfte Plätze in der Saison 2008/2009 und in der vergangenen Saison 2014/2015, dazu kommen sechste Plätze 05/06 und 06/07 sowie 12/13 und 13/14. Im DFB-Pokal erreichte man 2006/07 und 2009/10 jeweils das Halbfinale. 2013/14 gelang der bislang größte Erfolg, als man bis ins Pokalfinale nach Köln einzog, aber dort 0:3 gegen den 1. FFC Frankfurt unterlag und den möglichen ersten Titel verpasste. Die erste Herren-Mannschaft der SGS spielt derzeit nur in der neuntklassigen Kreisliga A am Niederrhein.

Der "1. Frauenfußall-Club Turbine Potsdam" wurde 1971 gegründet und existiert seit 1999 als eigenständiger Verein. Turbine Potsdam gehört zu den erfolgreichsten Klubs im europäischen und deutschen Frauenfußball. Zwei Mal (2005 und 2010) gewann man die Champions League der Frauen, 6 Mal wurde man Gesamtdeutscher Meister (2004, 2006, 2009, 2010, 2011 und 2012) und 6 Mal wurde man zuvor auch schon DDR-Meister (1981, 1982, 1983, 1985, 1986 und 1989). Dazu kommen auch noch drei DFB-Pokalsiege 2004, 2005 und 2006. Durch den großen Aderlass der letzten Jahre, also die Tatsache dass man jedes Jahr wieder die besten Spielerinnen an die Konkurrenz verliert und durch die eigenen Nachwuchs ersetzen muss, befindet man sich derzeit mal wieder im Umbruch, und spielt nur im Tabellenmittelfeld.