Sportfreunde Baumberg
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   TSV Meerbusch 2015   
  SF Baumberg Offiziell
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  TSV Meerbusch Offiziell
Oberliga Niederrhein 2016/2017 - Sonntag, 21. August 2016, 15:00 Uhr
SF Baumberg - TSV Meerbusch (1:0) 1:1

Spielort:
MEGA-Stadion, Monheim am Rhein
Zuschauer: 150
SFB: Schwabke - Schultens, Bhaskar, Asenso, Duran - Jöcks, Ucar (62.Srikanthan), Dehnen, Klotz (90.Krone), Schmitz - Quotschalla

TSV: Laroshi - Caspari, van den Bergh, Galster, Kreis - Purisevic, Wanneck (68.Dauser) - Geneli (61.Istrefi), Knetsch, Sezen - Günther (80.D.Schmidt)
Tore:
1:0 Dehnen (23.),
1:1 Sezen (58.)
Schiedsrichter: Maximilian Fischedick (Bottrop)
Rote Karte: Asenso (Baumberg, 75., Notbremse)

An diesem bedeckten Sonntag Nachmittag ging es kurz hinüber nach Monheim am Rhein, das direkt an Düsseldorf grenzt, oder genauergesagt in den dortigen Stadtteil Baumberg, wo etwa ein Drittel der knapp 40.000 Einwohner von Monheim lebt. Die Stadt Monheim war ja in den letzten Jahre oft auch überregional in den Schlagzeilen, weil sie als schuldenfrei, als Steuerparadies und deswegen als eine der reichsten Kommunen in NRW gilt. Schon seit 1951 gehört das beschauliche Baumberg zur Stadt Monheim und beherbergt derzeit den erfolgreichsten Fußballverein dieser Gemeinde.

Die "Sportfreunde Baumberg" wurden erst im Jahre 1962 gegründet, als der erst 1955 durch die Zusammenlegung von Monheim mit Baumberg entstandene Fusionsverein "Sportfreunde Monheim-Baumberg" wieder in den "1. FC Monheim" zum einen und die "Sportfreunde Baumberg" zum anderen aufgeteilt wurde. Am 29. Mai 2013 gelang der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte, als man im Finale Rot-Weiß Oberhausen in deren Stadion Niederrhein mit 1:0 besiegte und damit zum ersten und bislang einzigen Mal den Niederrheinpokal gewinnen konnte. Durch diesen Erfolg qualifizierte man sich auch erstmals für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals, wo man dann im Ulrich-Haberland-Stadion in Leverkusen dem damaligen Zweitligisten FC Ingolstadt 04 vor 2.488 Zuschauern mit 1:4 unterlag.

Auch im Ligabetrieb feierte man in den vergangenen Jahren beachtliche Erfolge. 2012 stieg man, nach vielen Jahren in der Versenkung, also auf Kreisebene, erstmals in die fünftklassige Oberliga Niederrhein auf und konnte sich dort drei Jahre bis 2015 sicher halten. Dem Abstieg 2015 folgte auch der sofortige Wiederaufstieg, als souveräner Landesliga-Meister 2016 mit zehn Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten, dem Cronenberger SC.

Also dürfen die Baumberger ab sofort wieder in der Oberliga Niederrhein antreten, und an diesem Nachmittag empfing man den TSV Meerbusch zum Traditionsduell. Naja, eigentlich zum Duell der Neureichen, also zwischen der reichsten Kommune in NRW und der
Gemeinde mit dem höchsten Anteil von Einkommensmillionären an der Wohnbevölkerung, also Meerbusch. So liegt der Kunstrasenplatz des "MEGA-Stadions" der Sportfreunde Baumberg auch mitten in einem sehr schicken Wohngebiet. Über einen wirklichen Ausbau verfügt die Anlage zwar nicht, aber hinter einem Tor liegt das Vereinsheim mit den Umkleiden, wo man das Spiel aus der zweiten Etage verfolgen kann, und auch auf den anderen drei Seiten ist der Zuschauerbereich etwas erhöht worden, so dass man einen ganz guten Blick auf Geschehen hat. Also ist die Anlage trotz eigentlich fehlenden Ausbaus irgendwie doch ganz nett. Der Name "MEGA"-Stadion passt aber doch nicht so ganz, aber es handelt sich auch um einen Sponsornamen, nämlich ein Tochterunternehmen der Stadt Monheim (MEGA = Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung).

Am 3. Spieltag der Oberliga Niederrhein kam es heute also zum Duell Baumberg gegen Meerbusch. Während die Gäste als Kandidat für die vorderen Plätze gelten, dürfte es für die Gastgeber vor allem um den Klassenerhalt gehen. Diesen Unterschied sah man an diesem Nachmittag als neutraler Betrachter jedenfalls sehr deutlich, denn die Gäste waren über die volle Distanz das überlegene Team, mit viel mehr und den eindeutig besseren Torchancen, während die Gastgeber sich mehr aus gelegentliche Konter konzentrierten. Allerdings konnte der TSV Meerbusch seine Dominanz nicht in Tore ummünzen. Nach 23 Minuten gingen die Gastgeber sogar überraschenderweise in Führung, und erst nach etwa einer Stunde Spielzeit konnten die Gäste wenigstens noch ausgleichen. Eigentlich hätten die Gäste dieses Spiel ganz klar gewinnen müssen, aber am Ende steht nur ein 1:1. Auch die Überzahl in den letzten 15 Minuten, nach dem Platzverweis für Baumbergs Asenso nach einer Notbremse, konnten sie nicht ausnutzen, auch weil die Gastgeber den einen Punkt letztendlich sehr geschickt verteidigten.