Roda JC Kerkrade
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      FC Utrecht      
  Roda Kerkrade Offiziell
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  FC Utrecht Offiziell
1. Liga Niederlande 15/16 - Donnerstag, 28. Januar 2016, 18:30 Uhr
Roda Kerkrade - FC Utrecht (0:0) 1:0

Spielort: Parkstad Limburg Stadion, Kerkrade
Zuschauer: 13.605
RJC: van Leer - Gullón, Buijs, Swinkels, Zhukov (82.van Peppen) - van Hyfte, Griffiths (50.Rutjes), Faik - Peterson (78.Ngombo), Poepon, Inceman

FCU: Ruiter - Ayoub, Leeuwin (26.Kum), Letschert, van der Maarel - Ludwig (59.Rammelaar), Strieder, Amrabat - Joosten, Barazite (69.Boymans), Haller
Tore:
1:0 Ngombo (81.)
Schiedsrichter: Danny Makkelie

Spontan entdeckte ich diesen ungewöhnlichen Anstoßtermin an einem Donnerstag Abend um 18:30 Uhr. Schon oft hatte ich Roda Kerkrade und das Parkstad Limburg Stadion für einen Besuch "auf dem Zettel", aber immer kam etwas dazwischen. Dazu kommt, dass man wie fast überall in der Ehrendivision an Tickets für Heimspiele von Roda Kerkrade auch nicht so einfach herankommt, weil man für die meisten Spiele zwingend eine Dauerkarte oder eine "Clubcard" benötigt, um überhaupt Karten erwerben zu können. An diesem Abend war das aber letztendlich dann doch einfacher als vorher gedacht. Nach netter, positiver E-Mail-Antwort vom Ticketingservice machte ich mich direkt nach der Arbeit auf ins Nachbarland. Das bedeutete erst einmal, sich durch den nordrhein-westfälischen Feierabendverkehr zu quälen. Und auch wenn ich nicht den etwas kürzeren Weg über Köln wählte, sondern den etwas längeren über Düsseldorf, Krefeld und Mönchengladbach nach Aachen, brauchte ich doch eine halbe Stunde länger als geplant. Vom Grenzübergang bei Aachen sind es dann gerade einmal etwas mehr als 5 km bis zum Stadion von Roda, das außen eigentlich nur durch die markanten Flutlichtmasten als solches erkennbar ist. Ein Parkplatzproblem hat man dort jedenfalls nicht, wenn man etwas früher da ist, denn um das Stadion herum befindet sich ein großes Gewerbegebiet mit Baumarkt, Sportgeschäften, Kneipen und einem Hotel sowie mehr als ausreichend kostenlosen Parkplätzen. Positv ist auf jeden Fall auch, dass das Stadion so nah an der Grenze ist, dass man sogar noch problemlos im deutschen Netz surfen und telefonieren kann.

Überhaupt wurde am und im Stadion auffällig oft Deutsch gesprochen. Ob das einfach an der Grenznähe oder auch an der gelebten Fanfreundschaft zu den Anhängern von Alemannia Aachen liegt, kann ich leider nicht beurteilen. Zunächst einmal eilte ich jedenfalls zur Kasse, um mir das Sitzplatzticket zum absolut fairen Preis von 14 Euro zu besorgen. Nach der obligatorischen Runde ums Stadion und dem Besuch des Fanshops testete ich erst einmal die kulinarischen Köstlichkeiten in einer Frituur, die direkt am und quasi im Stadion liegt. Auch der extrem lecker riechenden warmen Waffel in der Nähe des Haupteingangs konnte ich nicht widerstehen. Dann gings es - eine halbe Stunde vor Anpfiff - endlich ins Stadion hinein. Das "Parkstad Limburg Stadion" ist auf den ersten Blick ein typisch niederländischer Standardbau. Ein reines Fußballstadion, wo man von jedem Platz aus einen guten Blick aufs Geschehen hat. Aber auf den zweiten Blick kann dieser Ground durchaus gefallen. Besonders die wunderschönen, einzigartigen Flutlichtmasten und die geschwungene Dachkonstruktion sorgen dafür, dass sich dieses Stadion dann doch etwas von den anderen Standardbauten abhebt.

Am 20. Spieltag der niederländischen Ehrendivsion gab es an diesem trockenen aber kühlen Abend ein Duell im Tabellenmittelfeld. Während sich die Gastgeber von Roda Kerkrade im unteren Tabellenmittelfeld, kurz vor der Abstiegszone, befinden, liegen die heutigen Gäste vom FC Utrecht im oberen Tabellenmittelfeld, in Schlagdistanz zu den Europa-League-Plätzen. In einem chancenarmen und höhepunktarmen Spiel stand es zur Halbzeit 0:0. Meine Hoffnung, dass das Spiel in Halbzeit zwei eigentlich nur besser werden kann, erfüllte sich leider nicht. Es blieb einfach ein erschreckend langweiliges Fehlpassfestival von beiden Seiten. Immerhin näherten sich die Gastgeber langsam dem Tor etwas an, und wurden mit zunehmender Spielzeit wenigstens etwas gefährlicher. Wodurch auch die bis dahin fast gar nicht vorhandene Stimmung bei den Heimfans langsam etwas besser wurde. Am meisten nervten aber die flackernden, drei Videowände, die statt dem Spielstand meist ständig wechselnde Werbebotschaften vermittelten. Man kann nur hoffen, dass so etwas in Deutschland niemals erlaubt sein wird. Eine Viertelstunde vor dem Ende erlöste ich mich selbst und verließ das Stadion, wofür die Groundhopping-Polizei mich sicherlich noch bestrafen wird. Und verpasste dadurch natürlich noch das einzige Tor des Abends ...


Roda JC Kerkrade besteht in seiner jetzigen Form erst seit dem Jahr 1962, und ist ein Fusionsklub mehrerer kleiner Vereine aus Kerkrade. 1954 hatten sich mehrere Kerkrader Klubs zum neuen Verein "Rapid JC" zusammengeschlossen. 1962 schließlich fusionierten "Rapid JC" und "Roda Sport" zum jetzigen "Roda JC". Roda ist dabei ein Verweis auf die Region Kerkrade/Herzogenrath, und "JC" steht für "Juliana Combinatie" (zu deutsch: Juliana Vereinigung", wobei Juliana eine ehemalige Zeche in Kerkrade ist. Die Bedeutung des Bergbaus für Kerkrade kann man heutzutage auch noch am Maskottchen von Roda sehen, dass einen Bergbauarbeiter darstellen soll, und "Koempeltje" (zu deutsch: Kumpelchen) heißt. Roda spielte von 1974 bis 2014 stolze 40 Jahre ununterbrochen in der höchsten niederländischen Spielklasse. Nach nur einer Saison in der 2. Liga stieg man 2015 direkt wieder in die Ehrendivision auf. Größte Erfolge der Vereinsgeschichte sind die beiden Pokalsiege 1997 und 2000. In der Ehrendivison ist ein zweiter Platz aus der Saison 1994/95 der größte Erfolg. Deutschlandweit bekannt wurde der Klub vor allem in der Saison 1996/97, als man in der ersten Runde des UEFA-Pokals an Schalke 04 scheiterte, ein paar Wochen später Rodas Trainer Huub Stevens zu den Gelsenkirchenern wechselte und mit ihnen in der gleichen Saison den UEFA-Cup gewann.

Auch der FC Utrecht ist noch relativ junger Fusionsklub. Er entstand 1970 aus dem Zusammenschluss der drei Klubs "Elinkwijk", "Velox" und "DOS", und spielt seit dem Jahr ununterbrochen in der höchsten Spielklasse des Landes, der Ehrendivision. Die größten Erfolge des neu entstandenden Klubs sind die drei niederländischen Pokalsiege 1985, 2003 und 2004. Vorgängerklub "DOS" war 1958 sogar ein Mal Niederländischer Fußballmeister geworden. Die beste Platzierung des FC Utrecht in der Ehrendivision war ein vierter Platz in der Saison 1990/91.
Blick von meinem Platz aus
Blick von meinem Platz aus