Jong Vitesse Arnhem
4
:
4
   BVV Barendrecht   
  Jong Vitesse Offiziell
:
  BVV Barendrecht Offiziell
3. Liga Niederlande 2016/2017 - Samstag, 12. November 2016, 15:30 Uhr
Jong Vitesse - BVV Barendrecht (2:1) 4:4

Spielort:
Nationaal Sportcentrum Papendal, Arnhem
Zuschauer: 100
JVA: Houwen - Lucassen, Potjes, Oude Kotte, Ota - Calor, Koryan, Osman - Koreniuk (82.Daniel), Dauda, Nathan

BVV: Van Splunter - Eekman, Aarts, Van Dijk, Van Deelen - Jongman, Monster, Winterberg - Salem (46.Esajas), Basoki, Mourits
Tore:
0:1 Mourits (11.),
1:1 Dauda (20.),
2:1 Dauda (45.),
3:1 Dauda (47.),
3:2 Eekman (49., Foulelfmeter),
4:2 Nathan (50.),
4:3 Jongman (79.),
4:4 Esajas (86.)
Schiedsrichter: B.R. Annegarn

An diesem wieder sehr herbstlich bedeckten aber trockenen Samstag ging es in etwas mehr als einer Stunde mal wieder kurz hinüber in unser Nachbarland, ins grenznahe Arnhem. In der seit dieser Saison neugeschaffenen "Tweede Divisie", also der eingleisigen 3. Liga in den Niederlanden, empfing die U23 des Erstligisten Vitesse Arnhem die Gäste von BVV Barendrecht. Während bei uns seit Jahren darüber diskutiert wird, die zweiten Mannschaften der Profiklubs aus dem normalen Ligenbetrieb herauszunehmen und eigene Liga für sie zu gründen, ist man bei unseren Nachbarn im vergangenen Sommer genau den umgekehrten Weg gegangen. Die eigene Liga für die U23-Teams wurde nach der vergangenen Saison aufgelöst und die U23-Teams in den normalen Ligenbetrieb eingegliedert. Für die neue "Tweede Divisie" konnten sich die besten Vier der Nachwuchsliga qualifizieren.

Einer davon war also die U23 von Vitesse Arnhem ("Jong Vitesse"), die ihre Heimspiele im eigenen Nachwuchszentrum etwas außerhalb der Stadt austrägt. Wie üblich in den Niederlanden besteht die großzügig angelegte Anlage aus einer Vielzahl von Naturrasen- und Kunstrasenplätzen. Der Hauptplatz verfügt über eine neue und moderne überdachte Tribüne mit 550 Sitzplätzen, die 2012 errichtet wurde. Direkt dahinter befindet sich noch ein großer Komplex mit Kabinen, Büros und einer großen Kantine für die Besucher und für die Spieler. Neben der Kantine gibt es auch jede Menge Sofas, Billardtische und Fernseher, auf denen man live den Profifußalll in den Niederlanden verfolgen kann. Das Ganze wirkt nicht nur supermodern, sondern irgendwie auch überdimensioniert, verglichen mit den Nachwuchszentren der meisten Bundesligavereine. Daneben wirkt zum Beispiel das Nachwuchszentrum des VfL Bochum wie das eines Amateurklubs.

Am heutigen 12. Spieltag empfing Jong Vitesse aus dem Tabellenmittelfeld also die Gäste aus Barendrecht, die im oberen Tabellenmittelfeld, mit Kontakt zu den Spitzenrängen, lagen. Und die Gäste spielten lange Zeit tatsächlich im Stile einer Spitzenmannschaft. Sie überließen den Gastgebern meist den Ball, aber zeigten, wie man auf neudeutsch so schön sagt, ein perfektes Umschaltspiel und kamen immer wieder zu blitzschnellen Gegenangriffen. Ein perfektes Beispiel dafür war das Führungstor in der 11. Minute. In der ersten Halbzeit schien die Taktik der Gäste perfekt aufzugehen, denn obwohl die Gastgeber meist in Ballbesitz waren, hatten die Gäste trotzdem die besseren Torchancen und wirkten insgesamt gefährlicher. Trotzdem kam Jong Vitesse nach 20 Minuten zum Ausgleich durch Dauda. Wiederum Dauda war es, der quasi mit dem Pausenpfiff sogar das Führungstor für Jong Vitesse erzielen konnte. Das war allerdings äußerst schmeichelhaft für die Gastgeber.

Lange Zeit hatte ich an diesem Tag Zweifel, ob ich mir wirklich das beste Spiel herausgesucht hatte. Die zweite Mannschaft eines Profiklubs, auf einer Anlage mit wenig Ausbau. Dazu wenig Stimmung und Atmosphäre. Das alles klang vorher nicht besonders verlockend. Spätestens kurz nach der Pause aber war ich mir sicher, einen Volltreffer gelandet zu haben. Wenn schon kein besonders schöner Ground und keine Stimmung, dann wenigstens ein fantastisches Fußballspiel. Denn das war es allemal. Beide Teams lieferten ein Offensivspektakel sondergleichen, das ich so schon lange nicht mehr gesehen hatte. Wer nach der Pause etwas zu spät aus dem warmen Vereinsheim kam, hatte dann auch gleich mal drei Tore verpasst. Denn die fielen direkt nach dem Wiederanpfiff im Minutentakt. Zunächst schaffte erneut Dauda mit seinem dritten Tor den Ausbau der Führung für Vitesse zum 3:1. Aber schon im Gegenzug gab es Foulelfmeter für Barendrecht, der auch prompt zum Anschlusstreffer zum 3:2 verwandelt wurde. Nur eine Minute später war der Ball schon wieder auf der anderen Seite im Netz: zum 4:2 für Vitesse. Das schien die Entscheidung in diesem Spiel zu sein. War es aber immer noch nicht, denn die Gäste drängten jetzt mit aller Macht auf das erneute Anschlusstor und kamen zehn Minuten vor dem Ende tatsächlich zum 4:3. Gleichzeitig hatte Vitesse jede Menge Konterchancen zur endgültigen Entscheidung, die aber allesamt kläglich vergeben wurden. So kamen die Gäste tatsächlich vier Minuten vor dem Ende noch zum 4:4. Das war insgesamt sicherlich hochverdient, aber sehr bitter für die Gastgeber.