HHC Hardenberg   
3
:
1
Jong Vitesse Arnhem
  HHC Hardenberg Offiziell
:
  Jong Vitesse Offiziell
3. Liga Niederlande 2016/2017 - Samstag, 5. November 2016, 14:30 Uhr

HHC Hardenberg - Jong Vitesse (1:1) 3:1

Spielort:
Sportpark De Boshoek, Hardenberg
Zuschauer: 500
HHC: Danes - Manuhutu, Bakker, Werkman, Görtz - Metaj (39.Wigger), Kobussen, Kremer - Hooiveld, Veldmate (87.Lamberink), de Jonge

JVA: Tørnes - Faye, Kotte, Potjes, Lelieveld (63.Boleij) - Calor (76.Kwarco), Schuurman, Mercan - Osman, Daniel, Koreniuk
Tore:
0:1 Daniel (2., Vorarbeit Mercan),
1:1 Veldmate (25., Vorarbeit Metaj),
2:1 Kobussen (69., Vorarbeit Kremer),
3:1 Wigger (90.+5)
Schiedsrichter: wird nachgereicht

An diesem herbstlichen Samstag ging es für mich zunächst einmal über die A43, A2 und A31 nach Bottrop-Kirchhellen, wo ich mich mit Björn traf. Gemeinsam ging es von da an noch 140 km weiter auf A31 und Landstraßen an Enschede und Almelo vorbei nach Hardenberg, in die 60.000-Einwohner-Stadt in der niederländischen Provinz Overijssel, die direkt an die deutsche Grafschaft Bentheim grenzt. Erfreulicherweise verschwanden das Dauergrau und der Nieselregen aus dem Ruhrgebiet mit zunehmender Fahrtdauer immer mehr, und Hardenberg schließlich empfing uns mit Sonnenschein und blauem Himmel. Aber nicht nur mit schönem Herbstwetter, sondern ganz niederländisch-typisch auch mit Pommes, denn Björn hatte vorher bereits eine nette Frituur herausgesucht, die unsere hohen Ansprüche an die niederländische Küche absolut halten konnte.

Ganz typisch deutsch (bzw. eigentlich bayerisch) dagegen empfing uns der Sportpark De Boshoek, die Heimstätte der HHC. Denn dort hatte man für diesen Tag, mitten im November, ein Oktoberfest ausgerufen, und so sah man zahlreiche Zuschauer in Lederhosen und bayerischen Trachten, und aus den Boxen im Vereinsheim schallte "Atemlos" von Helene Fischer, und später auch noch andere deutsche Schlager wie die "lustigen Holzhackerbuam" und "Der Anton aus Tirol". 

An diesem Samstag Nachmittag empfing die HHC aus Hardenberg am 12. Spieltag der "Tweede Divisie" Jong Vitesse, also die U23-Auswahl des Erstligisten Vitesse Arnhem. Die "Tweede Divisie" wurde 2016 als neue, eingleisige dritte Liga in den Niederlanden eingerichtet. Bis zum Sommer 2016 hatte es zwei Drittligastaffeln (Topklasse Samstag und Topklasse Sonntag) gegeben, die jetzt durch die Neueinführung viertklassig geworden sind. Björn hat die Ligenreform in unserem Nachbarland hier schön auf seiner Website zusammengefasst. Qualifiziert für die neue "Tweede Divisie" hatten sich also jeweils die besten Sieben aus den beiden Topklassen 2015/2016 sowie die besten Vier aus der Nachwuchsliga der zweiten Mannschaften der Profiteams.

Für mich war es das allererste Spiel in dieser zu Saisonbeginn neueingeführten Spielklasse. Die Gastgeber von der HHC lagen vor diesem Spiel auf dem letzten Tabellenplatz, während die Zweitvertretung von Vitesse irgendwo im Tabellenmittelfeld lag. Ich erwartete von diesem Spiel nicht allzuviel, und wurde so doch positiv überrascht. Zum Einlauf der Mannschaften gab es von der Gastgeberseite eine kleine Choreo mit der Silhouette von Hardenberg sowie etwas Rauch in Oranje, der Vereinsfarbe der HHC. Das Spiel war ebenfalls durchaus ansehnlich. Nach noch nicht einmal zwei gespielten Minuten lagen die Gäste bereits in Führung und beherrschten das Spiel in den ersten zwanzig Minuten so sehr, dass einem angst und bange um die Gastgeber werden konnte. So ließ ich mich in der 25. Minute zu der kühnen Prognose "Die Gastgeber schießen hier und heute bestimmt kein Tor!" hinreißen, und keine zehn Sekunden später stand es nach dem ersten gefährlichen HHC-Angriff auch schon plötzlich 1:1. Fortan war es ein ausgeglichenes Spiel, mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. So war das 2:1 in der 69. Minute mittlerweile sogar verdient. Die Gäste aus Arnhem drängten zwar bis zur letzten Sekunde auf das Ausgleichstor, aber wirklich Zwingendes kam dabei nicht heraus. So sorgte der eingewechselte Johan Wigger, zuvor insgesamt zehn Jahre für den SV Meppen aktiv und dort Publikumsliebling, mit einem direkten verwandelten Freistoß in der fünften Minute der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung. Durch den zweiten Saisonsieg verließ HHC dadurch zumindest einmal den letzten Tabellenplatz.

Die HHC ("Hardenberg Heemse Combinatie") entstand im Jahr 1954, als die beiden Klubs "HVC" aus Hardenberg und "SV Heemse" aus dem Nachbardorf Heemse fusionierten. Der neue Verein trug seine Heimspiele zunächst im Zentrum von Hardenberg aus, bevor man 1970 in den Sportpark De Boshoek etwas außerhalb der Stadt umzog. Der Verein spielte lange Zeit keine überregionale Rolle. Erst 2004 gelang erstmals der Aufstieg in die damals drittklassige Hoofdklasse. 2010 gelang durch Platz 6 in der Hoofdklasse der Klassenerhalt bzw. die Qualifikation für die neugeschaffene dritte Klasse, die Topklasse. Und auch 2016, bei der nächsten Ligenreform, gelang erneut der Verbleib in der Drittklassigkeit, also die Quali für die neue Tweede Divisie, durch Platz zwei in der Topklasse.

 

Alternativbericht bei "Wohin der Ball auch rollt" von Björn