Heider Sportverein 1925
 
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TuS Hartenholm 1913
  Heider SV Offiziell
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  TuS Hartenholm Offiziell
Schleswig-Holstein-Liga 16/17 - Samstag, 20. August 2016, 14:00 Uhr
Heider SV - TuS Hartenholm (1:1) 1:1

Spielort: HSV-Stadion an der Meldorfer Straße, Heide
Zuschauer: 351
HSV: Carstens – Lafrentz, J.-E.Neelsen, Hahn, S.Neelsen - Jebens, Schwäbe (69.Kock) - Mittelbach (72.Dethlefsen), Hass, Hardock (84.Peters) - Gieseler
TuS: Rathjen - Johannsson, Peters, Bogun, Quinting - Wasner, Möller, Wurst (68.Kokot) - Holz, Ollenschläger (69.Gensmer), Kuberka (56.Delfs)

Tore:
0:1 Lafrentz (28., Eigentor),
1:1 Hass (38.)
Schiedsrichter: Frederik Glowatzka (Kiel)

Von Hamburg ging es an diesem erst bedeckten und später sehr sonnigen Samstag in etwa einer Stunde über die Autobahn A23 über Pinneberg, Elmshorn und Wacken nach Heide in Schleswig-Holstein. Die 21.000-Einwohner-Stadt im Kreis Dithmarschen beheimatet den "kleinen HSV", wie der "Heider Sportverein" auch genannt wird. Tatsächlich gehörte man in den 1950er und 1960er Jahren zu den besten Fußballvereinen Norddeutschlands. Man spielte zu dieser Zeit in der damals erstklassigen Oberliga Nord und traf jedes Jahr auf Klubs wie den Hamburger SV, Werder Bremen, Hannover 96 oder den FC Sankt Pauli. Im Durchschnitt kamen damals 8.000 Zuschauer zu den Heimspielen des "kleinen HSVs". Mittlerweile, nach vielen sportlichen und finanziellen Rückschlägen, ist man in der fünftklassigen Schleswig-Holstein-Liga angekommen und spielt meist nur noch vor ein paar Hundert Zuschauern. Das große Zuschauerpotenzial ist aber nach wie vor noch vorhanden. Das letzte Derby gegen TuRa Meldorf (4:0) im August 2015 zum Beispiel sahen 2.700 Zuschauer im HSV-Stadion.

Für mich ging es aber zunächst in die sehr ansehnliche Innenstadt von Heide. Die Stadt nennt sich selbst "Marktstadt im Nordseewind". Auf dem Marktplatz, der mit 4,7 Hektar der größte unbebaute Marktplatz in Deutschland sein soll, fand an diesem Samstag wie seit über 500 Jahren der traditionelle Wochenmarkt statt. Das bedeutete, dass man etwas Geduld brauchte, um einen Parkplatz im Zentrum zu finden. Heide liegt nur etwa 20 km von der Nordseeküste entfernt und scheint wegen seiner schönen Altstadt und dem großen Wochenmarkt ein beliebtes Tagesausflugsziel bei Nordsee-Touristen zu sein. Die Wartezeit für einen Parkplatz hatte sich aber letztendlich gelohnt. Nicht nur wegen der schönen Innenstadt, denn im "Carpe Diem in der Rosengasse" gab es in einem wunderbar erhaltenen Hinterhof leckere, bürgerliche Küche und herbes Dithmarscher Pils.

Erst kurz vor Anpfiff ging es kurz hinüber zum "HSV-Stadion an der Meldorfer Straße", wo pünktlich zum Anpfiff auch endlich die Sonne herauskam. Für schmale 5 Euro (3 Euro ermäßigt) durfte man hinein, und das bei freier Platzwahl. Also nahm man nach der üblichen Runde ums Stadion auf der überdachten Sitztribüne Platz. Das HSV-Stadion wurde Anfang 1950er Jahre in Eigenleistung der Vereinsmitglieder errichtet, nachdem das alte Stadion zu klein geworden war und verfügt heutzutage immer noch über 11.000 Plätze. Neben den 1.100 Sitzplätzen auf der überdachten Haupttribüne gibt es in dem wunderschönen, reinen Fußballstadion rund herum ein paar unüberdachte Stehplatzstufen. Zuschauerrekord waren 12.000 Besucher beim Oberliga-Heimspiel gegen den "großen HSV" im Jahre 1957. Hinter einem Tor stehen die Fans des Heider SV, die aber nur optisch auf Grund von ein paar Zaunfahnen auffielen.

In der fünftklassigen Schleswig-Holstein-Liga empfing der Heider SV an diesem Samstag Nachmittag den TuS Hartenholm am mittlerweile schon wieder 6. Spieltag der Saison 16/17. Der "kleine HSV" hatte zwar das Eröffnungsspiel bei Flensburg 08 mit 2:3 verloren, aber anschließend, vor dem heutigen Duell, vier Siege in Serie hingelegt, und wollte diese Bilanz heute natürlich ausbauen. Die Gäste aus dem Kreis Segeberg, die aktuell irgendwo im Tabellenmittelfeld liegen, machten aber einen Strich durch diese Rechnung und erwiesen sich als unangenehmer und defensivstarker Gegner. Nach 28 Minuten gingen sie durch ein Eigentor sogar überraschend in Führung. Die Gastgeber konnten aber wenigstens vor der Pause noch wieder ausgleichen. Auch nach dem Seitenwechsel war es weiter ein Spiel auf ein Tor. Aber trotz größter Torchancen gelang den Gastgebern kein Tor mehr, und es blieb beim Unentschieden, das sich so für die Heider wahrscheinlich eher wie eine Niederlage anfühlte.

Nach dem Abpfiff und dem Hören der Staunachrichten von NDR 2, wo von vielen Staus auf Grund des Rückreiseverkehrs auf den Autobahnen Richtung Süden berichtet wurde, entschied ich mich spontan noch für einen anschließenden Ausflug an die Nordsee. Und 20 Minuten später war ich auch schon in Büsum, dem Hafenort direkt an der Nordsee. Viele Touristen tummelten sich dort noch am Strand und in der langen Shoppingmeile. Glücklicherweise war die Nordsee auch da, was ja an einem Ort am Wattenmeer nicht selbstverständlich ist. In den "Sylter Stuben" wurde noch lecker gegessen und getrunken, bevor es später am Abend über leere Straßen zurück nach Bochum ging. Pünktlich zum Anpfiff des Olympia-Fußballfinales zwischen Brasilien gegen Deutschland war man wieder zu Hause.
Marktplatz in Heide
Marktplatz in Heide
Heide
Heide
Heide
Heide
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum
Büsum