SG GFC Düren 99
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Bonner SC 01/04
  GFC Düren 99 Offiziell
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  Bonner SC Offiziell
Mittelrheinpokal 2016/2017 - Samstag, 19. November 2016, 14:00 Uhr
GFC Düren 99 - Bonner SC (0:2) 2:3

Spielort:
Westkampfbahn, Düren
Zuschauer: 400
GFC: Moers - Zander (44.Sugiyama), Köller, Nießen, Kall - Vilz (72.Kirschbaum), Takai, Weinberger, Bachler - Tsuzuku, Salger (80.Eppink)

BSC: Michel - Sobiech, Dündar, Addai (90.Weber) - Fillinger, Schröer (66.Krempicki), Lünenbach, Kaiser (70.Musculus), Kartal - Nuhi, Bors
Tore:
0:1 Bors (17.),
0:2 Addai (45.),
1:2 Takai (46.),
2:2 Takai (56.),
2:3 Nuhi (79.)
Schiedsrichter: Oliver Aust (Köln)

Gemeinsam mit Mike ging es an diesem sonnig-milden Herbsttag nach Düren. Dort empfing an diesem Nachmittag der heimische GFC Düren 99, der derzeit in der sechstklassigen Landesliga Mittelrhein spielt, im Achtelfinale des Mittelrheinpokals den in der viertklassigen Regionalliga West spielenden Bonner SC. Es geht in diesem Wettbewerb vor allem darum, wer sich aus dem Fußballverband Mittelrhein für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal 2017/18 qualifiziert. Der GFC Düren 99 hat sich als frischgebackener Pokalsieger im Kreis Düren für den Mittelrheinpokal qualifiziert, und anschließend in der ersten Runde den SV Helpenstein mit 8:0 besiegt. Der Bonner SC hatte bereits in Runde 1 in Düren gewonnen, nämlich 2:0 beim FC Düren-Niederau. Für sein Spiel des Jahres zog der GFC Düren 99 extra auf den Hauptplatz um, in die Westkampfbahn, und hatte einige Verpflegungsstände sowie einen kleinen Fanshop aufgebaut. Dazu gab es für alle Besucher kostenlose Süßigkeiten und Mandarinen in Form von Weihnachtstellern. Das war doch sehr nett, denn da konnte man praktisch den Eintrittspreis wieder herausholen, wenn man nur genug Schokolade zu sich nahm.

In der ersten Halbzeit spielten die Gäste aus Bonn sehr überlegen, und gingen mit einer verdienten 2:0-Führung in die Halbzeitpause. Eigentlich sah alles nach einem souveränen Erfolg des klassenhöheren Klubs aus der ehemaligen Hauptstadt Westdeutschlands aus, aber nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff stand es nach einer Unachtsamkeit in der Abwehr plötzlich 1:2. Wie so oft war es plötzlich ein ganz anderes Spiel, in dem die Gastgeber auf einmal dominierend waren und wild auf den Ausgleich drängten. Das gelang nur zehn Minuten nach dem Anschlusstor. Das Dürener Publikum war natürlich begeistert vom Auftritt ihres Teams in der zweiten Halbzeit. Jetzt hatten sie sogar noch einige Gelegenheiten, das Spiel komplett zu drehen. Erst in der Schlussphase wachten die Gäste wieder auf und wollten die Verlängerung doch noch verhindern. Zehn Minuten vor Ende gelang Nuhi dann die erneute Führung für den BSC, und das war dann die Entscheidung in diesem Spiel. Nochmal konnten die Dürener, die sich in der zweiten Hälfte ziemlich verausgabt hatten, nicht zurückschlagen. Damit steht der Bonner SC jetzt also im Viertelfinale des Mittelrheinpokals und darf weiter von der Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison träumen.

Die aktive Fanszene des Bonner SC war zwar anwesend, aber wählte das Spiel von außen durch ein Tor zu verfolgen. Immerhin durften sie mit Hilfe der Ordner ein Transparent mit "Solidarität mit Sektion Stadionverbot" entrollen und protestierten so gegen zahlreiche Stadionverbote, die es für sie in den letzten Wochen wegen einiger unschöner Vorfälle vom eigenen Verein gehagelt hatte. Unter anderem sind Capo und Trommler der Bonner Ultragruppierung von den Stadionverboten betroffen.

Die Heimstätte des GFC Düren 99 ist die Westkampfbahn, die 1914 eröffnet wurde. Schmuckstück der Anlage ist natürlich die wunderschöne, alte Haupttribüne, die zuletzt 2011, weil einsturzgefährdet, komplett saniert wurde. Rechts und links neben der Haupttribüne gibt es noch ein paar unüberdachte Stehplatzstufen. Vorgängerverein SG Düren 99, der auch durch eine Fusion entstanden war, spielte eigentlich im Stadion am Obertor, das aber durch den Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde. So spielt man seit 1946 hier in der Westkampfbahn. Der Zuschauerrekord datiert aus dem Jahr 1954, als man vor 15.000 Zuschauern in der ersten Runde des DFB-Pokals den 1. FC Kaiserslautern empfing, der mit seinen frischgebackenen Weltmeistern, Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer, Werner Liebrich und Horst Eckel antrat. 1997 kam das, positiv formuliert, futuristisch anmutende Vereinsheim am Eingang der Anlage hinzu, das irgendwie so gar nicht zum Rest passen will.

Die "Sportgemeinschaft Gürzenicher Fußballclub Düren 1899" wurde erst im Jahr 2011 gegründet, durch den Zusammenschluss der SG Düren 99 und dem GFC Düren. Der bekanntere Vorgängerverein war die SG Düren 99, die 1935 durch die Fusion vom FC Germania Düren 1899 und dem Dürener Sportclub 03 entstanden ist. Der Verein spielte in den 1950er Jahren einige Jahre in der 2. Liga West. Der letzte große Höhepunkt war 1983 der Aufstieg in die Oberliga als Meister der Verbandsliga Mittelrhein. Von 1983 bis 1986 hielt man sich in der damals drittklassigen Oberliga Nordrhein. Danach begann ein sportlicher Abstieg bis in die zehntklassige Kreisliga B. Zuletzt für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals konnte man sich 1988 qualifizieren, als man dort dem damaligen Zweitligisten Kickers Offenbach mit 1:3 unterlag. Seit der erneuten Fusion 2011 geht es Schritt für Schritt wieder bergauf.