1. CfR Pforzheim
 
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FSV Hollenbach
  CfR Pforzheim Offiziell
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  FSV Hollenbach Offiziell
Oberliga Baden-Württemberg 16/17 - Samstag, 13. August 2016, 15:30 Uhr
1. CfR Pforzheim - FSV Hollenbach (1:0) 3:0

Spielort: Stadion Holzhof, Pforzheim
Zuschauer: 290
CfR: M.Salz - Schiek (59.Schramm), Mägerle, Reisig, Ceylan - Prediger (72.Tasli), von Nordheim, Rutz, Gudzevic - D.Salz (87.Durmus), Tardelli (89.Cillidag)
FSV: Fritsch - Walz (74.Brenner), Volk, Zeller - Schiffmann, Hutter, Hofmann (54.Kleinschrodt), Baumann (86.Egner) - Schmitt (86.Schreiber), Nzuzi, Röckert

Tore:
1:0 Rutz (34., Vorarbeit Prediger),
2:0 Tasli (84., Vorarbeit Schramm),
3:0 Cillidag (90.+1, Vorarbeit von Nordheim)
Schiedsrichter: Marvin Maier (Offenburg)
Gelb-Rote Karte: Zeller (Hollenbach, 74.)

Fünf Minuten vor dem Abpfiff verließ ich das Bundesligaduell des VfL Bochum beim Karlsruher SC (und verpasste glücklicherweise nichts mehr), um noch ein weiteres, ein drittes Spiel an diesem sommerlichen Tag anzusteuern. Strategisch günstig hatte ich das Auto bereits am Morgen bei der Ankunft in Karlsruhe in der richtigen Fahrtrichtung geparkt und ca. 30 Minuten später war ich auch schon in Pforzheim, in der 119.000-Einwohner-Stadt am Nordrand des Schwarzwaldes. Der "1. Club für Rasenspiele Pforzheim", kurz 1. CfR Pforzheim, empfing heute am 2. Spieltag der fünftklassigen Oberliga Baden-Württemberg den FSV Hollenbach, einen Plastikklub aus der Gemeinde Mulfingen, der eigentlich nur durch den ortsansäßigen Sportbekleidungshersteller JAKO so weit oben spielt.

Gespielt wurde im schönen, alten "Stadion Holzhof", mit einer überdachten Haupttribüne und rundherum unüberdachten Stehplätzen, das aber nur die Ausweichstätte für den relativ neuen Klub ist, der erst im Jahr 2010 durch die Fusion des VfR Pforzheim und des 1. FC Pforzheim entstand. Überall am Stadion kann man noch sehen, dass es ehemals die Heimat des VfR Pforzheim war. Ein Parkplatzproblem hat man am Stadion Holzhof jedenfalls nicht, denn direkt daneben befindet sich ein großes Parkhaus, wo man bei den Heimspielen des CfR kostenfrei parken darf. Hinter einem Tor hat man ein Zelt mit VIP-Plätzen aufgebaut. Das "Stadion im Brötzinger Tal" mit einer ähnlichen Kapazität wird zurzeit umgebaut bzw. modernisiert und wird bald wieder die Heimat des Fusionsklubs sein. Für mich ein guter Grund noch einmal nach Pforzheim zurückzukehren.

Auch der 1. FC Pforzheim, der wesentlich erfolgreichere der beiden Vereine, trug seine Heimspiele im Brötzinger Tal aus. Der Traditionsklub gehörte zu den Pionieren des Fußballs in Deutschland und sorgte in seiner Geschichte mehrmals auch überregional für Schlagzeilen. 1906 war man Deutscher Vizemeister, und verlor das Finale in Nürnberg gegen den VfB Leipzig nur äußerst knapp mit 1:2. Die letzte große erfolgreiche Phase hatte man Ende der 1980er bzw. Anfang der 1990er Jahre, als man vor allem im DFB-Pokal für Aufsehen sorgte. 1987/88 und 1989/90 erreichte man als Drittligist zwei Mal jeweils das Achtelfinale. 1989 bezwang man in der zweiten Runde vor 5.500 Zuschauern den damaligen Erstligisten VfL Bochum mit 1:0. Zu dieser Zeit spielte man in der damals drittklassigen Oberliga Baden-Württemberg und scheiterte ein Jahr später als Oberliga-Meister nur ganz knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Es folgte ein sportlicher und finanzieller Abstieg bis in die sechstklassige Verbandsliga Nordbaden. Schon 2007 war eine Fusion mit dem VfR Pforzheim geplant, scheiterte aber damals noch. 2010 war es dann soweit, aber immerhin bleibt das Stadion im Brötzinger Tal so erhalten, während für das Stadion Holzhof, die ehemalige Heimat des VfR bald das Ende naht. Der VfR hatte vor der Fusion sogar nur noch auf Pforzheimer Kreisebene gespielt.

Der neu gegründete 1. CfR Pforzheim hat 2015 immerhin wieder den Aufstieg in die Fünftklassigkeit geschafft, und erreichte in seiner ersten Oberliga-Saison einen guten fünften Tabellenplatz. Das Spiel an diesem Nachmittag gegen den FSV Hollenbach dominierten die Gastgeber von der ersten Minute an, gingen nach einer guten halben Stunde hochverdient in Führung und siegten am Ende auch in dieser Höhe verdient mit 3:0. Durch den 1:0-Auswärtserfolg am ersten Spieltag bei der Neckarsulmer SU gelang den Pforzheimern also ein Traumstart mit sechs Punkten aus zwei Spielen in die neue Saison. In dieser Saison ist der Aufstieg aber noch nicht das Saisonziel, aber langfristig plant man sicher für die Regionalliga Südwest, mit dem modernsierten Stadion und der Konzentration der Kräfte in der Stadt.

Für mich ging es direkt nach dem Spiel wieder in ca. drei Stunden zurück nach Bochum. Infos aus erster Hand erhielt ich netterweise von Daniel, einem Fan der Stuttgarter Kickers und des ehemaligen 1. FC Pforzheim.