BV Rentfort         
 
5
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2
Firtinaspor Gelsenkirchen
  BV Rentfort Offiziell
:
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Aufstiegsspiel zur Bezirksliga 15/16 - Donnerstag, 2. Juni 2016, 18:45 Uhr
BV Rentfort - Firtinaspor Gelsenkirchen (0:0) 2:2, 2:2 n.V., 5:2 n.E.

Spielort: Fürstenberg-Stadion, Gelsenkirchen
Zuschauer: 600
BVR: Kyas - Deucker, Blume, Danelzik, P.Draxler - Heinsen (96.Hülskemper), Haufe, Hajder, Steinhaus - Menze (73.Nizeyimana), Krämer (55.Stukator)
FTG: Karabulut - Top, S.Özil, Kilicap, Sari - Yagcioglu, Mustic, Bouachria, Mutlu Özil (80.Sentürk) - Karakala, Kubilay 

Tore:
1:0 Haufe (68.),
1:1 Mutlu Özil (71.),
2:1 Heinsen (84.),
2:2 Kubilay (90.+5)
Elfmeterschießen: Firtinaspor verschießt, 3:2 Rentfort, Rentforts Keeper hält, 4:2 Rentfort, Rentforts Keeper hält, 5:2 Rentfort
Schiedsrichter: Lars Sielemann (Gelsenkirchen)

Gemeinsam mit Mike ging es nach Feierabend an diesem gewittrigen Donnerstag Abend kurz hinüber in die Nachbarstadt Gelsenkirchen. Dort kam es in einer der besonders schönen, alten Stadionperlen des Ruhrgebiets, im schönen Fürstenberg-Stadion im Stadtteil Horst, zum Relegationsduell zweier A-Kreisligisten um den Aufstieg in die Bezirksliga Westfalen. Zum Einen kam es dabei natürlich zum Duell des BV Rentfort aus Gladbeck mit Firtinaspor aus Gelsenkirchen, um einen Platz in der achtklassigen Bezirksliga in der kommenden Saison, zum anderen aber auch zum Duell zweier Weltmeister-Brüder. Denn auf Seiten des BV Rentfort agierte an diesem Abend Patrick Draxler, der Bruder von Nationalspieler Julian, und auf der anderen Seite bei Firtinaspor stand mit Mutlu Özil der ältere Bruder von Mesut, der wie Julian Draxler im deutschen Aufgebot für die in acht Tagen beginnende Europameisterschaft in Frankreich steht.

In der ersten Hälfte der regulären Spielzeit war Firtinaspor das klar bessere Team, verpasste aber die Führung. In der zweiten Halbzeit kamen die Schwarzweißen aus Gladbeck langsam immer besser ins Spiel, und das Führungstor in der 68. Minute durch den Ex-VfLer Nico Haufe war dann mittlerweile auch verdient. Praktisch im Gegenzug besorgte Mesut Özils großer Bruder Mutlu den direkten Ausgleich für Firtinaspor. In der 84. Minute dann scheinbar die Entscheidung in diesem Spiel, als Heinsen den BV Rentfort unter großem Jubel seines zahlreichen Anhangs erneut in Führung brachte. In der Nachspielzeit bewegten wir uns schon langsam Richtung Ausgang und Mike bewies mal wieder hellseherische Fähigkeiten, als er prophezeite: "Das passiert nichts mehr. Vertrau' mir und 25 Jahren Fußballerfahrung". Etwa 30 Sekunden nach dieser Aussage erzielte Firtinaspor in der fünften Minute der Nachspielzeit doch noch das 2:2. Schon vor zwei Wochen beim U19-Westfalenpokal-Finale Schalke gegen Bochum hatte er vor dem Spiel, nach meinem Hinweis, dass das Spiel ziemlich lange dauern könnte, zielsicher prophezeit, dass es "nie und nimmer Verlängerung gibt. Das wird auf jeden Fall nach 90 Minuten entschieden". Das Spiel gewann der VfL bekannterweise mit 2:0 nach Verlängerung. Viel besser dagegen sind Mikes Eigenschaften als quasi lebendiges Navigationssystem, das uns auch an diesem Tag zum wiederholten Male wunderbar an allen Staus vorbei schnell zum Ziel lotste.

Außer uns war bei diesem Spiel noch eine hohe Zahl an Groundhoppern zugegen. Der Star war an diesem Abend mal wieder das Stadion: Das Fürstenberg-Stadion wurde bereits im Jahr 1928 errichtet und hat nicht nur äußerlich schon weitaus bessere Zeiten als heute gesehen. Bis zur Auflösung wegen finanzieller Schwierigkeiten im Jahre 2007 war es die Heimat des Gelsenkirchener Traditionsklubs "STV Horst-Emscher", der in früheren Zeiten noch der größte Lokalrivale des FC Schalke 04 war und sich öfter auch vor diesem in der Tabelle platzieren konnte. Der Zuschauerrekord datiert aus dem Jahr 1958, als 30.000 Zuschauer das Lokalderby zwischen den "Emscher-Husaren" und Schalke 04 in der damals erstklassigen Oberliga West verfolgten. Zehn Jahre spielte der STV Horst-Emscher erstklassig, 1967 wurde man noch einmal Deutscher Amateurmeister, aber den großen Fußball hat man hier seit den 1960er Jahren nicht mehr gesehen. Immerhin trug die zweite Mannschaft von Schalke hier von 2006 bis 2008 noch zwei Jahre lang ihre Heimspiele aus. Inzwischen spielt nur noch der Kreisligist BV Horst-Süd in diesem immer noch schönen Stadion, dessen Größe immer noch beeindruckt und dessen verwitterte und teilweise bis zu den Knien zugewachsene Stufen noch immer den Flair von früher ausstrahlen, und erahnen lassen, was hier in früheren Jahren mal losgewesen ist.