Willem II Tilburg
2
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SC Heerenveen
  Willem II Offiziell
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  SC Heerenveen Offiziell
Ehrendivsion 15/16 - Samstag, 24. Oktober 2015, 18:30 Uhr
Willem II Tilburg - SC Heerenveen (1:0) 2:2

Spielort:
Koning Willem II Stadion, Tilburg

Zuschauer: 13.500
WII: Lamprou - Koppers, van der Struijk, Peters, D.Wuytens - S.Wuytens, Ojo, Haemhouts (39.de Sla) - Zivkovic (75.Braber), Falkenburg (65.Nemec), Andersen
SCH: Mulder - van den Berg, Cavlan, Otigba, van Anholt - Thorsby, Thern (72.Marzo), Juste - S.Larsson, Slagveer, Veerman
Tore:
1:0 Zivkovic (23, Vorarbeit Ojo),
1:1 Veerman (50., Vorarbeit S.Larsson),
2:1 Andersen (73., Vorarbeit Ojo),
2:2 Slagveer (78., Vorarbeit Marzo)
Schiedsrichter: Jeroen Manschot
Bes.Vorkommnisse: S.Wuytens (Willem II) verschießt Foulelfmeter (89.)

An diesem Samstag ging es mit Mike schon wieder kurz hinünber ins Nachbarland nach Eindhoven, dieses Mal aber gleich nochmal 30 km weiter Richtung Nordwesten in die 210.000-Einwohner-Stadt Tilburg (die sechstgrößte Stadt der Niederlande). Zunächst einmal fuhren wir - wie fast schon gewohnt - zum Stadion. Und dank höflicher Nachfrage von Mike durften wir zwei Stunden vor Anpfiff (mit Aufpasser) schon einmal kurz ins noch leere Stadion hinein, um ein Fotos zu machen. Wie vieles in Tilburg ist auch das Stadion nach dem niederländischen König Willem II. benannt, der eine Vorliebe für diese Stadt hatte und während seiner Regentschaft hier sogar ein Palais errichten ließ. Die Heimstätte von Willem II Tilburg wurde in den frühen 1990er Jahren an Stelle des alten Stadions gebaut, und ist als komplett überdachter Allseater eigentlich auf den ersten Blick nur ein typisch niederländischer Standardbau. Aber auf Grund der Form der Tribünen und besonders durch die ansehnliche, wellenförmig geschwungene Dachkonstruktion hebt sich dieser Ground doch angenehm von den anderen oft identisch aussehenden Stadien in unserem Nachbarland ab. Die Tribüne der aktiven Heimfans hat den passenden Namen "Kingside" bekommen, den man auch schon von außen gut lesen kann. Besonders ist an diesem Stadion bestimmt auch, dass sich der Gästeblock direkt neben dem Heimblock, der Kingside, befindet.

Vom Stadion ging es erst noch einmal ein Stück Richtung Innenstadt, weil bei uns beiden inzwischen ordentlich der Magen knurrte. Mike hatte wie letzte Woche wieder vorher eine Frituur im Internet herausgesucht, und auch dieses Mal konnte sie alles halten, was sie vorher an guten Bewertungen versprach. Nach dem Vernichten der Köstlichkeiten der niederländischen Küche ging es wieder die fünf Minuten hinüber zum Stadion, wo wir einen kostenfreien Parkplatz in unmittelbarer Nähe des "Koning Willem II Stadions" fanden. Danach ging es zum Ticket Office, um die von mir vorher reservierten Eintrittskarten abzuholen. Zu diesem Spiel gab es eine besondere Aktion von Willem II Tilburg, denn sämtliche Tickets kosteten an diesem Abend nur 10 Euro. Das bedeutete natürlich auch, dass es voll werden würde (am Ende waren 13.500 der offiziell 14.500 Plätze besetzt), und man sich lieber im Vorfeld um Tickets kümmern musste. Und dann ging es auch schon ins Stadion hinein, das auch von innen einen äußerst netten Eindruck machte. Auf der "Kingside"-Tribüne gibt es hinter der Tribüne jede Menge schöne Graffitis und außerhalb der Tribünen kann man sogar Getränke und Speisen kaufen, ohne sein Geld vorher in diese nervenden Münzen umtauschen zu müssen.

Das heutige Spiel zwischen Willem II und den Gästen vom SC Heerenveen war zwar nur das Duell des Drittletzten gegen den Viertletzten der Ehrendivision, war aber dennoch eines der spektakuläreren, die ich bislang in den Niederlanden gesehen habe. Auch wenn es zwischendurch lange höhepunktarme Phasen gab, gehörten die vier Tore alle zur Marke "sehr schön". Das 1:0 für Willem II gehört sogar in die Kategorie "Weltklassetor". Ein langer, hoher Ball von Ojo erreichte den in den Strafraum sprintenden Zivkovic, der den Ball im vollen Lauf volley ins Netz jagte. Die bessere Spielanlage zeigten eindeutig die Gäste aus Friesland und kamen durch einen wunderschönen Spielzug, bei dem der neutrale Zuschauer mit der Zunge schnalzte, zum insgesamt sicher verdienten Ausgleich kurz nach der Pause. Nach der erneuten Führung der Gastgeber kamen die Friesen wiederum durch einen sehr schön vorgetragenen Angriff zum Ausgleich. Kurz vor dem Ende verschossen die Gastgeber dann noch einen Foulelfmeter, aber insgesamt gesehen ging das Remis in diesem Kellerduell sicherlich absolut in Ordnung. Zwei Mal hatte ich die Anhänger von Willem II schon auswärts gesehen, und war beide Male positiv beeindruckt, aber wie jedes Mal in den Niederlanden war ich dann von der Heimspielatmosphäre eher enttäuscht. Vielleicht lag es auch den vielen "neuen" Anhängern und Kindern, die durch die 10-Euro-Aktion an diesem Abend ins Stadion gelockt wurden, aber überzeugen konnte die Stimmung der Gastgeber nicht so wirklich. Ein kleiner Kern in der Mitte der "Kingside" war immerhin bemüht, so etwas wie Stimmung zu erzeugen. Die Gäste aus Heerenveen hatten gerade einmal 50 Anhänger begleitet, die nur ab und zu überhaupt mal zu hören waren.