SV Zulte Waregem
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    KV Oostende    
  SV Zulte Waregem Offiziell
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  KV Oostende Offiziell
1. Liga Belgien 15/16 - Sonntag, 27. Dezember 2015, 20:00 Uhr
SV Zulte Waregem - KV Oostende (0:0) 1:0

Spielort:
Regenboogstadion, Waregem

Zuschauer: 9.150
SVZW: Bossut - Sami, Baudry, Diallo, Godeau - Buyl (77.Brebels), Essikal, Lepoint, Storm (66.Cordaro) - de Ridder, Leye
KVO: Ovono - J.Lukaku (81.Saviour), Brillant (77.Jonckheere), Milic, Rozehnal - Siani, Fernando Canesin, Vandendriessche, Berrier - Cyriac (66.Akpala), Musona
Tore:
1:0 de Ridder (65., Vorarbeit Lepoint)
Schiedsrichter: Frederik Geldhof

Zum Jahresabschluss 2015 ging es noch einmal gemeinsam mit Mike ins Königreich Belgien (Danke nochmal für die Einladung!), und zwar ganz nah an die französische Grenze nach Westflandern. Die "Sportvereniging Zulte Waregem" ist ein noch recht junger Verein aus den beiden Orten Zulte und Waregem, der erst 2001 gegründet wurde, durch eine Fusion der "Zultse VV" mit dem "KSV Waregem". Während die Zultse VV meist nur zwischen der zweiten und der dritten Liga hin- und herpendelte, spielte der KSV Waregem viele Jahre lang erstklassig (insgesamt 28 Jahre zwischen 1966 und 2001), war aber zum Schluss auch bis in die vierte Liga abgerutscht. Gespielt wird im ehemaligen Stadion des KSV Waregem, dem Regenboogstadion, das derzeit umgebaut wird. Eine moderne, neue Hintertortribüne ist bereits fertig und deshalb hat der Ground im Moment nur noch drei Flutlichtmasten, da die neue Tribüne wie anderen Neubauten (leider) kein Flutlicht mehr braucht. Die andere Hintertorseite ist derzeit nackt, weil dort ebenfalls sehr bald eine neue Tribüne mit 2.700 Stehplätzen für die Heimfans entsteht. Seit 2005 spielt man jetzt ununterbrochen in der belgischen Eliteliga. Der bislang größte Erfolg des Fusionsklubs der beiden benachbarten Gemeinden war der belgische Pokalsieg 2006, wodurch das alte Regenboogstadion sogar noch ein paar Spiele im UEFA-Cup erlebt hat. 2014 durch den Vizemeistertitel 2013/14 spielte man sogar in der Qualifikation für die Champions League, unterlag aber dem PSV Eindhoven. Immerhin qualifizierte man sich aber in dem Jahr erneut für die Gruppenphase der Europa League.

Etwa zwei Stunden vor Anpfiff erreichten wir das Regenboogstadion. Vor dem Stadionbesuch wurde aber natürlich noch der wichtigste Teil dieses Kurztrips erledigt: der Frituurbesuch. Mike hatte wieder ein gutes Händchen bei der Auswahl und so gab es bei der Ankunft in Waregem nur eine Straße weiter erst mal leckere Pommes und weitere frittierte Köstlichkeiten der belgischen Küche. Dann ging es auch schon hinüber zum Stadion, das sehr schön an einem See gelegen ist. Die übliche Runde um das Stadion war etwas anders als sonst, denn auf Grund der einen fehlenden Hintertortribüne konnte man auch von außen schon schön in den bereits hell erleuchteten Ground hineinblicken. Mit den derzeit drei völlig unterschiedlich aussehenden Tribünen aus verschiedenen Epochen sieht der Ground im Moment wenigstens sehr interessant aus. Das wird sich aber bald ändern, wenn sich die zweite moderne Hintertortribüne dazu gesellt, und schließlich auch die alte Haupttribüne abgerissen und durch einen modernen Bau ersetzt wird, und der Ground wahrscheinlich irgendwann einheitlich modern aussehen wird und nichts mehr besonderes hat.

Wie auf den britischen Inseln wird auch in Belgien am so genannten "Boxing Day" (zweiter Weihnachtsfeiertag) traditionell Fußball gespielt. Am Tag danach empfing die SV Zulte Waregem an diesem milden Sonntag Abend als Tabellenfünfter den Tabellenzweiten, den KV Oostende. Wie fast alle "Boxing-Day-Duelle" in Belgien war auch dieses Spiel fast ausverkauft. Außer einzelnen freien Plätzen gab es nur im Gästeblock noch ein paar freie Plätze. Wie in Belgien ebenfalls üblich gab es optisch keine Highlights, außer vielleicht den Finalistinnen der Wahl zur "Miss Belgien", die - warum auch immer - beim Einlauf der Teams Spalier standen.

Auch wenn nur ein einziges Tor fallen sollte, war das Spiel selbst sehr gut und kurzweilig. Beide Teams boten temporeichen, attraktiven Offensivfußball, und so hätte es zur Pause auch schon 2:2 oder 3:3 stehen können. Es blieb aber zur Halbzeit beim 0:0, weil hüben wie drüben zahlreiche gute Torchancen vergeben wurden. Die Gastgeber waren die etwas bemühtere Mannschaft mit mehr Ballbesitz, und die Gäste mit einigen Ex-Bundesligaspielern in ihren Reihen warteten auf Fehler, und kamen immer wieder zu sehr gefährlichen Kontern. Das änderte sich auch in Halbzeit zwei nicht sonderlich, aber die Überlegenheit der Gastgeber wurde irgendwann immer größer, und die Gäste konnten immer weniger für Entlastung sorgen, und so kam Zulte Waregem in der 65. Minute inzwischen verdientermaßen zum Tor des Tages durch Steve de Ridder, der derzeit vom FC Kopenhagen ausgeliehen ist. Von den Gästefans gab es keinen organisierten Support. Bei den Gastgebern versuchten wenigstens ein paar Leute so etwas wie Stimmung zu produzieren. In den letzten 15 Minuten, als sich der Heimsieg so langsam abzeichnete, wurde die Stimmung bei den Heimfans plötzlich besser, weil auch die anderen Tribünen mit in die Gesänge einstimmten.
neue Tribüne
neue Tribüne

Der "Koninklijke Voetbalklub Oostende" (zu deutsch: "Königlicher Fußballklub Oostende") ist ein ursprünglich 1905 gegründet Verein aus dem gleichnamigen Seebad an der belgischen Nordseeküste mit mehr als 70.000 Einwohnern. 1981 fusionierten die beiden größten Fußballklubs der Stadt "AS Oostende" und "VG Oostende" zum "KV Oostende" und nahmen als Gründungsdatum 1905, also das Gründungsjahr des älteren der beiden Klubs, von VG Oostende. Erster großer Erfolg des Fusionsklubs war der Durchmarsch von der dritten in die erste Liga zwischen 1992 und 1993. 1995 stieg man aber schon wieder aus der belgischen Eliteklasse ab. 1998 und 2004 gelang jeweils noch einmal der Aufstieg in die "Jupiler League", aber es folgte jeweils der direkt Wiederabstieg in die 2. Liga. Nach acht Jahren in der Zweitklassigkeit gelang 2013 als Zweitligameister zum vierten Mal der Aufstieg in Belgiens Eliteliga, in der man sich seitdem ununterbrochen hält und in dieser Saison sogar um einen Platz in der Europa League mitspielt.