TV Kalkum-Wittlaer
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   TuRU Düsseldorf   
  TV Kalkum-Wittlaer Offiziell
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  TuRU Düsseldorf Offiziell
Oberliga Niederrhein 15/16 - Mittwoch, 26. August 2015, 19:30 Uhr

TV Kalkum-Wittlaer - TuRU Düsseldorf (0:0) 1:3

Spielort: Sportanlage Grenzweg, Düsseldorf
Zuschauer: 300

TVK: Gröger - M.Ryboth, Weiß, Zimmermann, Schmitz, Böhm - P.Ryboth (81.Heckhoff), Grambow (62.Meguro), Afkir - Tekadiomona, Schuh (55.Fenster)
TuRU: Nowicki - Ozan, Pjetrovic, Intven - Dertwinkel, Ferati (84.Leven), Nonaka (80.Nadidai), Norf, Rychlik, Lehnert - Limbasan (69.Kashiwashi)
Tore:
0:1 Dertwinkel (52.),
1:1 Meguro (64., Vorarbeit Tekadiomona),
1:2 Rychlik (77., Vorarbeit Kashiwashi),
1:3 Leven (88.)
Schiedsrichter: Sebastian Lattberg (Mülheim an der Ruhr)

Direkt nach Feierabend ging es an diesem sommerlichen Mittwoch Abend in die Landeshaupstadt, wo Aufsteiger TV Kalkum-Wittlaer in der englischen Woche der Oberliga Niederrhein TuRU Düsseldorf zum Derby empfing. Dort traf ich mich mit Björn, der sich diesen Klassiker des Fußballs am Niederrhein ebenfalls anschauen wollte. Die sportlich sehr langweilige, weil höhepunktarme erste Halbzeit wurde weitestgehend verquatscht und ging so trotzdem sehr schnell vorüber. In der zweiten Halbzeit, nach dem schnellen Führungstor für die Gäste aus Oberbilk, wurde es glücklicherweise dann doch ein interessantes Spiel für den neutralen Betrachter. Denn jetzt nahm das Spiel richtig Fahrt auf. Nur etwa zehn Minuten lag der Ball schon wieder im Netz, dieses Mal auf der anderen Seite nach einer Ecke der Gastgeber. Als es fast so aussah, als könnten die Gastgeber dieses Spiel sogar noch drehen, gingen die Gäste nach einem etwas umstrittenen Tor wiederum in Führung. In Höhe der Mittellinie ging ein Spieler der Gastgeber zu Boden und blieb liegen. Die Gäste, die Schauspielerei vermuteten, spielten weiter und erzielten das 1:2, was zu Tumulten, Rudelbildung und Pöbelei von beiden Seiten führte. Der am Boden liegende Spieler der Gastgeber erlebte allerdings kurze Zeit später eine Wunderheilung und konnte weiterspielen. Aber so wurden die letzten Minuten dieser Partie natürlich hektisch, weil die Gastgeber sich ungerecht behandelt fühlten. Kurz vor dem Abpfiff machte TuRU in Person von Leven mit dem 3:1 alles klar in diesem Stadtderby.

Die "Sportanlage am Grenzweg" gehört sicherlich zu den uninteressantesten Anlagen der Oberliga Niederrhein, verfügt sich doch über keinerlei Ausbau und nur über Kunstrasen. Das einzig Auffällige an diesem Sportplatz ist das Vereinsheim, das direkt am Eingang hinter dem einen Tor liegt. Support gab es natürlich keinen, aber immerhin sorgten die Gästefans mit einigen Fahnen optisch für etwas Abwechslung.

Der "Turnverein Kalkum 1911 Wittlaer e.V." ist ein Klub aus den Düsseldorfer Stadtteilen Kalkum und Wittlaer, im Norden der Landeshauptstadt gelegen, ganz nah an der Stadtgrenze zu Duisburg. Der Klub wurde 1911 in Kalkum gegründet, und Mitte der 1960er Jahre zog man in die neue Sportstätte nach Wittlaer um, so dass man den jetzigen Namen annahm. Die Fußballabteilung verbrachte den Großteil seiner Zeit auf Kreisebene in Düsseldorf. Erst 2009 schaffte man erstmals den Aufstieg in die siebtklassige Bezirksliga Niederrhein, 2013 erstmalig den Aufstieg in die sechstklassige Landesliga Niederrhein und 2015 ebenfalls zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die fünftklassige Oberliga Niederrhein.

Die "Turn- und Rasensport Union 1880 e. V. Düsseldorf" ging 1919 aus einer Fusion der Vereine "Düsselsdorfer FK Union" (entstand am 10. Mai 1905 aus einer Fusion von "Vorwärts Düsseldorf" und "Borussia Düsseldorf"), "VfR Düsseldorf" (hieß bis Juli 1916 "SC Athen Düsseldorf") und "Friedrichstädter TV 1880" hervor. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war bislang die Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Fußballmeisterschaft im Jahr 1925. TuRU scheiterte aber damals im Viertelfinale an Hertha BSC. Von Mitte der 1930er Jahre bis zur Mitte der 1940er Jahre spielte TuRU in der obersten deutschen Spielklasse, von 1950 bis 1952 noch einmal für kurze Zeit in der 2. Liga West. In der Folgezeit versank TuRU Düsseldorf in den Niederungen des Amateurfußballs. Von 2005 bis 2008 spielte der Klub in der viertklassigen Oberliga Nordrhein. Von 2008 bis 2012 gehörte man der erst fünftklassigen und jetzt sechstklassigen Niederrheinliga an. Seit dem Sommer 2012 spielt man dann durch die Regionalliga-Reform in der wieder fünftklassigen Oberliga Niederrhein.

 

Alternativbericht von Björn bei "Wohin der Ball auch rollt"