FC Eintracht Rheine
1
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3
Hammer SpVg 03/04
  Eintracht Rheine Offiziell
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  Hammer SpVg Offiziell
Oberliga Westfalen 14/15 - Samstag, 23. Mai 2015, 15:00 Uhr
Eintracht Rheine - Hammer SpVg (0:2) 1:3

Spielort: OBI-Arena, Rheine
Zuschauer: 130

FCE: Noack - Hölscher, Meyer, Maug (58.Dieckmann), Woltering - Grewe, Garmann, Figueiredo, Guetat - Fontein, Scherping
HSV: Lenz - Höfler, Rieker, Kaminski, Sarisoy (68.Keskin) - Jungk, Demir, Yigit, Özkaya - Maciejak, Radke (87.Tunc)
Tore:
0:1 Höfler (13.),
0:2 Höfler (21.),
1:2 Scherping (70.),
1:3 Radke (81.)
Schiedsrichter: Tim Neubauer (Bielefeld)

An diesem bedeckten Samstag Nachmittag vor Pfingsten bot sich die Chance zu einem netten Doppler in Westfalen und im direkt benachbarten Emsland, und da konnten Mike und ich nicht widerstehen und machten uns in etwas mehr als einer Stunde auf in die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes. Fast 74.000 Einwohner hat die Stadt Rheine, die im Norden direkt an das Bundesland Niedersachsen grenzt und auch nicht weit weg von der niederländischen Grenze ist, was man vor allem an den vielen Autos mit gelbem Nummernschildern im Ort sieht. So sind es von Rheine aus zum Beispiel gerade einmal 40 km bis Enschede. Frühzeitig erreichten wir das Stadion des FC Eintracht Rheine am Bentlager Weg und einen Parkplatz in der Nähe des Eingangs. Da wir noch viel Zeit bis zum Anpfiff hatten, inspizierten noch ein bisschen die Gegend um das Stadion und kamen so in den Genuss, nebenan auf einem Sportplatz ein Softball-Spiel zwischen einem niederländischen Klub und einem deutsch-amerikanischen(?) Verein zu schauen. Dann ging es aber auch schon direkt ins "Stadion Delsen", das derzeit nach einer großen Baumarktkette benannt ist. Und nach dem Currywurst-Test, den der FC Eintracht Rheine eindeutig bestanden hat, durfte der Schiedsrichter diese vorgezogene Partie der fünftklassigen Oberliga Westfalen auch anpfeifen. 

Ex-Profi Jochen Höfler (FSV Frankfurt und ein Plastikklub aus dem Osten) brachte die Gäste aus Hamm per Doppelschlag früh in Führung. Die Gastgeber waren zwar bemüht, aber kamen selten einmal gefährlich vor das gegnerische Tor und mussten gleichzeitig vor den enorm gefährlichen Kontern der Gäste aufpassen. Als dem FCE zwanzig Minuten vor dem Ende doch das Anschlusstor gelang, hätten die Gäste eigentlich längst alles klar machen müssen. So war das entscheidende 3:1 zehn Minuten auch hochverdient. Von der Heimseite gab es keinen Support, aus Hamm war immerhin eine Handvoll Anhänger samt "Sups"-Fahne angereist, die sich aber auch nur nach den Toren kurz mit "HSV"-Rufen zu Wort meldeten.

Der Star dieses Spiels war für uns mal wieder das Stadion. Das "Stadion Delsen" wurde 1963 eröffnet, und damals noch von den Vorgängervereinen des erst 1994 gegründeten FC Eintracht Rheine genutzt. 2002 kam eine Hintertortribüne mit 400 überdachten Sitz- und 300 überdachten Stehplätzen, die das Fassungsvermögen des Stadions auf 7.500 Besucher erhöhte, dazu. Das außergewöhnlichste an diesem Stadion ist sicher die Tatsache, dass die moderne, neue Haupttribüne hinter dem einen Tor platziert wurde. Auf den anderen Seiten gibt es rund herum ein paar herrlich bewachsene Stufen, und auch die Trainer- und Ersatzbänke haben schon bessere Zeiten gesehen.


Der FC Eintracht Rheine wurde erst 1994 gegründet, weil er das Produkt zahlreicher Fusionen von Sportklubs in Rheine ist. Ältester Vorgängerklub ist die 1908 gegründete Borussia Rheine, die 1928 Westfalenmeister wurde. Neben den Aufstiegen in die damals viertklassige Oberliga Westfalen 1998 und die fünftklassige Oberliga Westfalen 2013 war der Gewinn des Westfalenpokals 2003 der größte Erfolg der noch jungen Vereinsgeschichte. Dadurch qualifizierte sich der Klub zum ersten und bislang einzigen Mal für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals, wo man auf den damaligen Zweitligisten VfB Lübeck traf und nach Verlängerung mit 0:2 vor 2.856 Zuschauern unterlag.


Die Hammer Spielvereinigung spielte in ihren besten Zeiten in der 1960er Jahren in der damals zweitklassigen Regionalliga, wo das Stadion mit 12.000 Zuschauern regelmäßig ausverkauft war, bei Duellen mit Alemannia Aachen, Preußen Münster oder Schwarz-Weiß Essen. Nach dem Abstieg 1967 begann der sportliche und wirtschaftliche Abstieg. So kam die HSV zu dem traurigen Ruhm, Deutschlands höchstverschuldeter Amateurverein zu sein. Erst 1991 war der Klub endgültig saniert und qualifizierte sich anschließend noch zwei Mal für die Oberliga Westfalen. 2008 gelang der Aufstieg in die fünftklassige NRW-Liga, aus der man aber 2010 wieder abstieg, sich aber über die Westfalenliga wieder zurück in die fünftklassige Oberliga Westfalen kämpfte. Das Stadion soll bald schon höherklassigen Ansprüchen genügen, denn die Pläne für ein 11.251 Zuschauer fassendes Drittligastadion sind vom DFB bereits vor einigen Jahren abgesegnet worden und liegen für den Fall der Fälle fertig in der Schublade. In einem ersten Bauabschnitt wurde ein Teil der neuen Haupttribüne mit ca. 1.000 Sitzplätzen fertiggestellt.