Duisburger SV 1900    
 
5
:
1
 Sportfreunde Niederwenigern
  Duisburger SV Offiziell
:
  SF Niederwenigern Offiziell
Landesliga Niederrhein 14/15 - Samstag, 30. Mai 2015, 16:00 Uhr
Duisburger SV - SF Niederwenigern (4:0) 5:1

Spielort: BSA Düsseldorfer Straße, Duisburg
Zuschauer: 110
DSV: Sadiklar - Kessen (65.Lazovic), Kanzen, Römer - Camdali, Totaj, Hotoglu (65.Helms), Murke, Schreier, Tober (65.Kondo) - Schnecker

SFN: Paries - Köfler, Angerstein, Moreno, Lünemann - Müller, N.Lümmer, Kraushaar (51.Friedrich) - F.Lümmer, Machtemes, Rast
Tore:
1:0 Tober (4., Foulelfmeter),

2:0 Totaj (23.),
3:0 Totaj (31.),
4:0 Camdali (44.),
4:1 Rast (72.),
5:1 Lazovic (88.)
Schiedsrichter: Tim Pelzer (Tönisvorst)
Rote Karte: F.Lümmer (9., wegen Werfens von Erde)

Spontan ging es an diesem wiederum zuest regnerischen und dann später sonnigen Samstag kurz hinüber nach Duisburg-Wanheimerort, um das letzte Saison-Heimspiel 14/15 des heimischen Duisburger SV in der sechstklassigen Landesliga Niederrhein gegen die Sportfreunde Niederwenigern aus Hattingen anzuschauen. Der "Duisburger Spielverein von 1900" hatte seine größten Zeiten in den 1930er Jahren, als man u.a. in der damals erstklassigen Bezirksliga Niederrhein spielte. In den 1950er Jahren gelang noch einmal der Aufstieg in die damals höchste Amateurklasse. Nach vielen Jahren in der Versenkung gelang 2006 wenigstens wieder der Aufstieg in die Landesliga Niederrhein, in der man seitdem ununterbrochen spielt. Die Sportanlage an der Düsseldorfer Straße verfügt über einen Rasenplatz und einen Kunstrasenplatz, die jemals auf der einen Seite ein paar Stehstufen haben. Neben einem Aschenplatz und einem Vereinsheim verfügt der DSV auch noch über eine sehr gute Currywurst, wie der persönlich ausgeführte Test ergab.

Auf Grund des Abstiegs des KFC Uerdingen aus der Regionalliga gibt es in der Landesliga bis zu fünf Absteiger, und so waren beide Klubs vor diesem Duell noch in akuter Abstiegsgefahr. Der Großteil der etwas mehr als 100 Zuschauer waren den Gästen aus Hattingen zuzuordnen, was man vor allem an den vielen schwarzgelben Schals sah. Der Duisburger SV hatte am letzten Wochenende beim Meister Schonnebeck verloren, und war deshalb wieder in die Abstiegszone abgerutscht, während die Sportfreunde Niederwenigern zuletzt drei Spiele in Folge gewinnen konnten, unter anderem am letzten Wochenende mit 7:0 gegen den Tabellenvierten Sterkrade-Nord. Und genauso, wie letzte Woche alles gelang, ging heute irgendwie alles schief. Denn bereits nach vier Minuten lagen die Gastgeber durch einen berechtigten Foulelfmeter mit 1:0 vorne. Es folgte einer der kuriosesten Platzverweise, die ich jemals gesehen habe. Gästespieler Fabian Lümmer wurde von einem Duisburger Spieler bei einem Zweikampf rüde über die Bande gestoßen, war extrem sauer und warf mit Erde in Richtung seines Gegenspielers. Er traf den Duisburger noch nicht einmal ansatzweise, aber der Schiedsrichter zeigte ihm zur Verwunderung aller direkt die Rote Karte.

Diese äußerst kuriose erste Hälfte ging genauso weiter. Die Gäste bestimmten das Spiel, waren die zumindest optisch überlegene Mannschaft, zeigten schönen Kombinationen und vergaßen eigentlich nur das Tore schießen. Die Gastgeber kamen nur gelegentlich mal vor das Gäste, aber wenn, dann war der Ball immer im Tor. Durch blitzsaubere, eiskalte Konter stand es nach 44 Minuten 4:0 für den Duisburger SV, was den Spielverlauf eigentlich total auf den Kopf stellte. Ok, die Führung für den Duisburger SV ging vielleicht in Ordnung, aber war nur vier Tore zu hoch. Eigentlich dachte ich schon, eine wahnsinnig kuriose Halbzeit gesehen zu haben, aber was in den zweiten 45 Minuten folgte, setzte dem Ganzen noch einmal die Krone drauf. In den ersten 25 Minuten der zweiten Halbzeit gab es einen Nichtangriffspakt, den man so auch nicht oft sieht. Die Gastgeber wollten kein Risiko mehr eingehen, und spielten sich die Bälle in der eigenen Hälfte nur noch hin und her. Die Gäste griffen auch nicht an, sondern zogen sich weit zurück, und machten, wenn sie mal den Ball in ihren Reihen hatten, auch keine Anstalten, so etwas wie einen Angriff zu starten. Es erinnerte irgendwie alles an "die Schande von Gijon", und die Zuschauer wurden langsam unruhig und verließen zahlreich schon lange vor dem Abpfiff die Anlage. Dem Schiedsrichter, dessen Name einem berühmten deutschen Fernsehkoch sehr ähnlich klingt, wurden Kaffee und Kuchen geboten, weil er ja sowieso nichts mehr zu tun hatte. Etwa in der 72. Minute ging das Spiel dann aber plötzlich doch wieder weiter. Gleich mit dem allerersten Angriff der zweiten Halbzeit gelang den Gäste der Anschlusstreffer. Kurz vor dem Ende konnten die Gastgeber aber den alten Torunterschied wieder herstellen.

Der Duisburger SV feierte durch diesen Erfolg endgültig den Klassenerhalt. Die Gäste aus Hattingen müssen hingegen am letzten Spieltag noch zittern. Sie können zwar nicht mehr auf einen direkten Abstiegsplatz fallen, aber stehen nur auf dem zehnten Platz, was noch Relegationsspiele um den Klassenerhalt bedeuten würde.