SV Arminia Marten 08  
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Concordia Wiemelhausen
  Arminia Marten Offiziell
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  Concordia Wiemelhausen Offiziell
Landesliga Westfalen 15/16 - Sonntag, 11. Oktober 2015, 15:00 Uhr
Arminia Marten - Concordia Wiemelhausen (0:1) 0:2

Spielort:
BZA Wischlinger Weg (KR), Dortmund

Zuschauer: 100
SVA: Grochla - Rensmann (81.Martinez), Schulze, Cömert, Schmidt (79.Hoffmann) - Staudinger, Köster, Pawelczyk, Schwarz - Plenge (89.Hauff), Balihadzic
CWH: Brödner - Kerstiens, Leone, Lenze, Falatik (61.Impellizzeri) - Kaiser, Löhr, Freitag (61.Vogel), Constanzino (75.Drzymalla) - Winkel, Kleinschwärzer
Tore:
0:1 Kleinschwärzer (4.),
0:2 Kleinschwärzer (74.)
Schiedsrichter: David Hennig (Duisburg)
Rote Karte: Drzymalla (88., Wiemelhausen, wegen einer Tätlichkeit)

An diesem sonnigen aber kühlen Sonntag Nachmittag ging es kurz hinüber in die Nachbarstadt nach Dortmund. Auf dem Kunstrasenplatz am "Wischlinger Weg" empfing der SV Arminia Marten in der siebtklassigen Landesliga Westfalen Concordia Wiemelhausen aus Bochum. Die Gäste waren in der vergangenen Saison unglaublich souverän aus der Bezirksliga in die Landesliga aufgestiegen, und das ohne eine einzige Niederlage und mit stolzen 29 Siegen in 32 Saisonspielen. Und in der neuen Klasse ging es auch gleich wieder gut los: Mit drei Siegen in den ersten drei Spielen war auch schon wieder Tabellenführer. Es folgten allerdings fünf Spiele ohne Sieg, die Concordia wieder zurück auf den Boden der Tatsachen brachten (obwohl man nie das Ziel Aufstieg für diese Saison ausgegeben hat). Drei Tage vor diesem Spiel hatte Concordia dazu noch ein schweres Spiel im Westfalenpokal. Gegen das in der viertklassigen Regionalliga West spielende Rot Weiss Ahlen schlug man sich sehr beachtlich und verlor erst im Elfmeterschießen gegen die drei Klassen höher spielende Mannschaft aus der Wersestadt. Auch die Gastgeber von Arminia Marten waren in der vergangenen Saison als Meister ihrer Bezirksliga-Staffel in die Landesliga aufgestiegen.

Nach fünf Spielen ohne Sieg gelang Concordia Wiemelhausen an diesem Nachmittag also endlich wieder ein Erfolg, und der war insgesamt hochverdient. Bereits in der vierten Spielminute ging man durch Ivo Kleinschwärzer mit 1:0 in Führung, und beherrschte das Spiel danach eindeutig. Vorwerfen kann man den Gästen nur, dass sie es verpassten, dieses Spiel schon in der ersten Halbzeit zu entscheiden, oder zumindest vorzuentscheiden. In der zweiten Hälfte fanden die Gastgeber besser ins Spiel, und kamen so auch zu einigen Großchancen, die aber allesamt durch Wiemelhausens Keeper Brödner entschärft wurden. In der Phase, als der Ausgleich in der Luft lag, gelang den Gästen glücklicherweise das entscheidende 2:0, wiederum durch Kleinschwärzer. In den letzten 15 Minuten waren die Gäste wieder das spielbestimmende Team und verpassten es erneut, vielleicht noch das eine oder andere Tor nachzulegen. Ärgerlich aus Sicht von Concordia war sicherlich der Platzverweis für den eingewechselten Drzymalla kurz vor dem Abpfiff, als er sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, und nachtrat, nachdem er von einem Dortmunder Spieler gefoult und provoziert wurde.

Der SV Arminia Marten wurde 1908 gegründet und spielte von 1937 bis 1941 in der Gauliga Westfalen, in der damals höchsten Spielklasse. 1940 besiegte man dort Lokalkonkurrent Borussia Dortmund mit 10:0. Die Bezirkssportanlage "Wischlinger Weg" ist eine echte Perle in der Stadionlandschaft des Ruhrgebiets, die in ihren besten Zeiten mal für fast 10.000 Zuschauer freigegeben war. Über fast 1,5 Seiten sind noch die alten Stehstufen erhalten geblieben, an den anderen Seiten erkennt man noch, dass dort auch einmal Stehstufen vorhanden waren. Leider trägt man die Heimspiele meist nur noch (wie heute) auf dem kürzlich neu errichteten Kunstrasenplatz nebenan aus. Dazu kommt noch ein modernes Vereinsheim, von dem man auf beide Plätze eine gute Sicht hat, und dessen Currywurst auch noch in den obersten Ligen mitspielen kann.

Seit Ende 2013 spielt Concordia Wiemelhausen endlich wieder in der eigenen Anlage an der Glücksburger Straße, direkt am Wiemelhauser Kirchviertel gelegen, nachdem man zwischenzeitlich für einige Wochen an die Wielandstraße in Innenstadtnähe ausgewichen war, weil der Hauptplatz von Asche auf Kunstrasen umgerüstet wurde. Nach wie vor ist das für mich eine der schönsten Anlagen in Bochum, vor allem mit dem wunderschönen Malakowturm der ehemaligen Zeche "Julius Philipp", der inzwischen von der Ruhr-Universität Bochum übernommen wurde, als grandioser Hintergrundkulisse. 2015 gelang ohne Niederlage als Bezirksliga-Meister der Aufstieg in die Landesliga. Im Westfalenpokal 15/16 war man die Überraschungsmannschaft und besiegte zu Hause die beiden vier Klassen höher spielenden Regionalligisten SG Wattenscheid 09 und SC Wiedenbrück. Erst der spätere Pokalsieger Sportfreunde Lotte war im Viertelfinale die Endstation für Concordia.
Hauptplatz
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