VfL Bochum 1848
 
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2.Bundesliga 14/15 - Sonntag, 2.November 2014, 13:30 Uhr
VfL Bochum - 1860 München (0:0) 0:3

Spielort: Ruhrstadion, Bochum
Zuschauer: 15.607
VfL: Luthe - Celozzi, Cacutalua, Fabian, Holthaus - Losilla, Latza (56.Sestak) - Tasaka (67.Gündüz), Weis - Terodde, Gregoritsch (67.Terrazzino)
TSV: Ortega - Angha, Vallori, Schindler, Wittek - M.Wolf (80.Claasen), Weigl, Sanchez, Rama (73.Tomasov) - Adlung (88.Stark) - Okotie

Tore:
0:1 Okotie (62., Kopfball, Vorarbeit Adlung),
0:2 Okotie (74., Kopfball, Adlung),
0:3 Adlung (87., Rechtsschuss, Luthe)
Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Nach sechs Mal 1:1 zu Hause im Ruhrstadion gab es also im siebten Heimspiel die erste Heimniederlage 14/15. Und fast wie man es beim VfL Bochum gewohnt ist, folgte den Niederlagen gegen RB Leipzig und im Pokal gegen Dynamo Dresden gleich eine heftige Heimschlappe, die an längst vergessen geglaubte Zeiten erinnerte. Man kann es kaum glauben, dass die gleiche Mannschaft vor einigen Wochen noch herrlichen und temporeichen Offensivfußball geboten hat, und dabei eine wahnsinnige Galligkeit gezeigt hat. Erschreckenderweise sah das Spiel des VfL an diesem sonnigen Nachmittag über weite Strecken genau aus wie der Fußball der vergangenen Saison. Planlos, ideenlos, emotionslos, ...  Dabei ging es eigentlich ganz gut los. In den ersten 15 Minuten waren die Gastgeber das spielbestimmende Team und kamen durch Terodde zu zwei guten Torchancen. Wie vor fünf Tagen in Dresden Stanislav Sestak vergab dieses Mal Simon Terodde freistehend die Riesenchance früh in Führung zu gehen. Mit zunehmender Spieldauer gestalteten die Gäste, aktueller Tabellenletzter, das Spiel aber ausgeglichener, ohne wirklich torgefährlich zu sein. Nur einmal musste Luthe retten.

Dieses Spiel war ein gutes Beispiel dafür, wie man einen verunsicherten Gegner wieder aufbauen kann, indem man sich noch schlechter und nervöser anstellt. Denn in der zweiten Halbzeit wurden die "blauen Münchner" immer stärker, auch weil sie realisierten, wie harmlos und nahezu verängstigend wirkend die Gastgeber über den Platz stolperten. Folgerichtig kamen sie in der 62. Minute zur mittlerweile verdienten Führung, als Okotie eine Flanke von Adlung zum 0:1 ins Netz köpfte (und dabei vielleicht Fabian etwas wegschubste). Knapp zehn Minuten später dann das gleiche noch einmal. Adlung flankt einen Freistoß vonr rechts auf Okotie, der zum 0:2 einköpft und Fabian nicht gut aussehen lässt. Damit war das Spiel entschieden, denn eine Schlussoffensive der Gastgeber gab es nicht mehr. Dafür noch ein drittes Gegentor, das zu diesem gebrauchten Sonntag Nachmittag passte. Luthe spielte Adlung den Ball genau vor die Füße. Der ließ sich nicht zwei Mal bitten und schoss eiskalt das 0:3.

Sehr peinlich und beschämend fand ich die anschließenden "Luthe-raus"-Rufe. Sicherlich hatte er heute nicht seinen besten Tag und verunsicherte durch viele Stockfehler die ohnehin schon nicht vor Selbstbewusstsein strotzende VfL-Defensive, und das auch nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Aber ihn als Schuldigen der Krise auszumachen und zu bepöbeln geht meiner Meinung überhaupt nicht. Schon gar nicht einen so verdienten VfLer, der seit 2001, also seit der Jugend beim VfL Bochum spielt. Verloren hat dieses Spiel das gesamte Team, und nicht nur der Torwart! Da irgendjemand herauszupicken, der besonders schlecht war, macht überhaupt keinen Sinn.

Unmutsbekundungen und Pfiffe nach dem Schlusspfiff waren aber natürlich auf Grund der Leistung der letzten Wochen nicht nur erlaubt, sondern fast schon angebracht. Denn der Trend beim VfL Bochum geht klar Richtung Abstiegskampf. Aus den letzten 6 Spielen (Spieltage 7 bis 12) holte man nur drei von 18 möglichen Punkten geholt, liegt in der Tabelle dieser sechs Spiele deutlich auf dem letzten Tabellenplatz. Auch hat man mit nur 3 Toren die wenigsten der Liga in diesem Zeitraum geschossen, und dazu mit 13 Gegentoren die meisten Gegentore aller Zweitligisten bekommen. Das sind durchaus alarmierende Zahlen!

Die "Löwen" hatten seit 36 Jahren (und in 16 Duellen) vergeblich versucht im Ruhrstadion zu gewinnen, und jetzt gewinnen sie zum zweiten Mal in Folge beim vorherigen Angstgegner. In der letzten Saison war es ausgerechnet Trainer Friedhelm Funkel gelungen, den ersten 1860er-Sieg im Ruhrstadion zu erringen. Das half ihm allerdings nicht allzu viel, denn wenige Wochen später wurde er auch schon wieder wegen Erfolgslosigkeit entlassen. Sein Nachfolger war wie jetzt der ehemalige VfLer Markus von Ahlen, der in dieser Saison den Job des ebenfalls erfolglosen Ricardo Moniz übernommen hat.

Alle Spiele Bochum vs. 1860 München:

77/78 (1.BL) VfL – 1860 2:0 (VfL-Tore: Trimhold,Holz)
79/80 (1.BL) VfL – 1860 2:0 (Lameck,Abel)
80/81 (1.BL) VfL – 1860 4:1 (Pinkall(2),Tenhagen,Bast)
93/94 (2.BL) VfL – 1860 2:0 (Hubner,Wegmann)
94/95 (1.BL) VfL – 1860 2:2 (Wegmann,da Palma)
96/97 (1.BL) VfL – 1860 2:2 (Gudjonsson,Reis)
97/98 (1.BL) VfL – 1860 1:0 (Schreiber)
98/99 (1.BL) VfL – 1860 2:0 (Buckley,Zeyer)
00/01 (1.BL) VfL – 1860 1:1 (Drincic)
02/03 (1.BL) VfL – 1860 1:1 (Christiansen)
03/04 (1.BL) VfL – 1860 4:0 (Hashemian(2),Madsen,Diabang)
05/06 (2.BL) VfL – 1860 1:0 (Maltritz)
10/11 (2.BL) VfL – 1860 3:2 (Jong(2),Federico)
11/12 (2.BL) VfL - 1860 2:2 (Ginczek,Vogt)
12/13 (2.BL) VfL - 1860 0:0 (-)
12/13 (Pokal) VfL - 1860 3:0 (Maltritz(2),Dedic)
13/14 (2.BL) VfL - 1860 1:2 (Tasaka)
14/15 (2.BL) VfL - 1860 0:3 (-)

18 Spiele – 10 – 6 – 2 – 33:16 Tore